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Wir überwinden Grenzen

Was tun bei Erfrierungen?

Gesundheitstipps

Richtige Ausrüstung, gute Verpflegung und vor allem sich nicht überfordern: Das sind die wichtigsten Maßnahmen, um Erfrierungen vorzubeugen. ©rcaucino/fotolia

(05.01.2017) Viele Menschen im Land freuen sich derzeit über den ersten Schnee. Es werden Temperaturen bis Minus 15 Grad Celsius erwartetet. Doch nur wenige wissen, dass schon bei null Grad Celsius und Wind Erfrierungen drohen. Wie man dem vorbeugen kann und was im Ernstfall zu tun ist, erklären Dr. Thorsten Hammer, Ärztlicher Leiter Chirurgie des Universitäts-Notfallzentrums (UNZ) am Universitätsklinikum Freiburg, und PD Dr. Hans-Jörg Busch, Ärztlicher Leiter Medizin des UNZ.

„Erfrierungen machen sich durch ein Taubheitsgefühl bemerkbar. Leichte Erfrierungen lassen sich anfangs nicht von schwersten Verläufen unterscheiden. Darum ist es sehr wichtig, sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen einzuleiten“, erklärt Dr. Busch. Besonders gefährdet sind Hände, Füße, Ohren und Nase. Durch die Kälte verengen sich die Blutgefäße und die Körperteile werden nicht mehr optimal mit Sauerstoff versorgt. Gewebeschäden sind die Folge.

Erfrierungen bestenfalls vorbeugen

Doch schon mit einfachen Maßnahmen können Erfrierungen meist vermieden werden. „Am wichtigsten ist es, gut vorbereitet zu sein und sich sportlich nicht zu überfordern. Außerdem sollte man immer in Begleitung unterwegs sein“, sagt Dr. Hammer. Bei der Ausrüstung und Vorbereitung ist folgendes zu beachten:

  • Atmungsaktive, winddichte Kleidung und ausreichend große Schuhe
  • Schwitzen vermeiden oder nasse Kleidung rechtzeitig gegen Ersatzkleidung tauschen
  • Ausreichend essen und Warmes trinken
  • Erste-Hilfe-Aludecke für Wärmeschutz mitnehmen

Sofort-Maßnahmen vor Ort

Wenn es doch zu starken Unterkühlungen oder Erfrierungen gekommen ist, sollten die Betroffenen möglichst schnell reagieren:

  • Bewegung und vorsichtige Massage der betroffenen Körperteile
  • Hände unter der Achsel aufwärmen, dem wärmsten Ort am Körper
  • Sind die Zehen betroffen, sollten Ski- oder Snowboardfahrer möglichst erst ins Tal fahren, bevor sie die Schuhe ausziehen. Denn durch das Erwärmen schwellen die Füße an und passen im Zweifelsfall nicht mehr in die Schuhe. Passiert das auf der Piste, können die Betroffenen in noch größere Not geraten.  

„Auf gar keinen Fall sollten die unterkühlten Stellen mit Schnee eingerieben werden. Dadurch kann im schlimmsten Fall eine kurzfristige Unterkühlung zu einer dauerhaften Erfrierung werden“, erklärt Dr. Hammer.

Sehr stark unterkühlte Personen sollten unbedingt von Rettungskräften transportiert werden. Denn bei ihnen droht bereits bei leichter Anstrengung ein Zusammenbruch des Herz-Kreislaufsystems. „Auf Alkohol und Nikotin sollte man bei diesen Temperaturen ganz verzichten, denn das belastet den Kreislauf zusätzlich“, ergänzt Dr. Busch.

Erste Hilfe in warmer Umgebung

Ist man erst einmal in einer Hütte oder im Tal angekommen, helfen zunächst heiße, gezuckerte Getränke beim Aufwärmen. Darüber hinaus können folgende Tipps die Folgen der Erfrierungen lindern:

  • Wasserbad bis maximal 40 Grad Celsius. Mögliche starke Schmerzen können durch Schmerzmittel gelindert werden
  • Hochlagern der betroffenen Extremitäten
  • Blasen an den Erfrierungen unbedingt geschlossen halten

Sind die Blasen nach Wiedererwärmen hell und einfarbig, stehen die Heilungschancen recht gut. Dunkle und blutgefüllte Blasen lassen Dauerschäden erwarten. „Die Betroffenen sollten die Erfrierungen unbedingt von einem Arzt abklären lassen. Je nach Schwere der Erfrierung sind dann weitere Maßnahmen wie die Wundversorgung der geschädigten Stellen notwendig“, sagt der Notfall-Mediziner Dr. Hammer.

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(JF)

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