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Wir überwinden Grenzen

Hilfe für das brüchige Gerüst

Onkologie

Dunkle Metastasen erscheinen auf dem Röntgenbild als "dunkle Flecken". Das dazugehörige CT in der Mitte zeigt die Metastase besser. Prophylaktisch wurde ein künstliches Hüftgelenk eingetzt, um einen Knochenbruch zu verhindern (rechtes Bild). © Universitätsklinikum Freiburg

(18.05.2016) Bei etwa jedem zweiten Krebspatienten treten im Laufe der Erkrankung Knochenmetastasen auf. PD Dr. Georg Herget ist Oberarzt an der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des Universitätsklinikums Freiburg. Der Leiter der Spezialsprechstunde und des Tumorboards Knochenmetastasen erklärt, was die Krankheit für die Patienten bedeutet.

Was sind Knochenmetastasen?

Knochenmetastasen sind Absiedelungen, etwa von Brust-, Prostata- oder Lungentumoren. Prinzipiell können fast alle Tumoren Knochenmetastasen bilden.

Wie werden Knochenmetastasen entdeckt?

Patienten, die eine Tumordiagnose erhalten, werden routinemäßig auf Metastasen untersucht. Bei Menschen, bei denen in der Vergangenheit eine Krebs-Erkrankung festgestellt wurde, sind Knochenschmerzen ein möglicher Hinweis auf eine Metastase; vielfach wird über Beschwerden in Hüfte oder Wirbelsäule berichtet. Etwas anders als bei den häufigen degenerativen Skeletterkrankungen wie Osteoporose bestehen die Beschwerden oft zuerst in Ruhe und dann später auch unter Belastung.

Wann sollte man derartige Schmerzen abklären lassen?

Ist eine Tumorerkrankung bekannt, so sollte nach zwei bis drei Wochen andauernder Beschwerden eine Abklärung erfolgen. In unserer Spezialsprechstunde sehen wir solche Fälle täglich und haben dadurch viel Erfahrung in der Diagnostik und Therapie.

Können auch Knochenbrüche ein Hinweis sein?

Ja, insbesondere Brüche, die ohne oder durch geringfügige Einwirkung entstanden sind, etwa weil sich die Person gestoßen hat. Man spricht dann von sogenannten pathologischen Frakturen. Metastasen sorgen durch Knochenab- und -umbau für eine Instabilität, die schließlich zu einem Bruch führen kann.

Wie werden Knochenmetastasen diagnostiziert?

Bei lokalen Schmerzen wird in der Regel geröntgt oder eine Computertomografie durchgeführt. Bei der Skelettszintigrafie reichert sich eine Substanz im Bereich des metastatisch befallenen Knochens an; auf einem Ganzkörperbild lassen sich dann mögliche Metastasen erkennen. Weitere Methoden sind Magnetresonanztomografie und die Entnahme von Gewebeproben. Weitere Verfahren  werden individuell eingesetzt.

Gibt es Hoffnung auf Heilung?

Anders als noch vor etwa 15 Jahren kann unter anderem durch die operative Entfernung von Metastasen wieder Tumorfreiheit erzielt werden. Dabei stehen wir im engen Austausch mit anderen Experten des Klinikums und auch mit niedergelassenen Kollegen.

Was können Sie tun, wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist?

Viel. Beispielsweise können wir durch eine präventive Operation einem Knochenbruch zuvorkommen oder neben der medikamentösen Therapie eine Metastase auch durch Bestrahlung lokal kontrollieren. Ziel ist es, die Lebensqualität zu erhalten oder wieder zu bessern – und das bedeutet für uns vor allem die Mobilität zu erhalten.

Wie machen Sie das?

Neben Operationen auch durch konservative Verfahren wie etwa Korsette, die die brüchigen Knochen stützen und schützen. Patienten haben damit weniger Angst vor körperlicher Aktivität. Auch können wir Betroffenen Mut machen. Denn in unserer Ambulanz sehen wir neben schwerwiegenden Fällen auch Befunde, die keine unmittelbare Konsequenz auf die Lebensgestaltung haben. Unternehmungen wie beispielsweise Radfahren und Wandern sind nach einer Aufklärung hierüber oft wieder angstfrei möglich.  

 

Spezial-Sprechstunde und Tumorboard

Als eine der ersten Kliniken in Deutschland hat das Universitätsklinikum Freiburg vor fünf Jahren eine Spezial-Sprechstunde Knochenmetastasen etabliert. Das daraus gewachsene Expertennetzwerk wurde vor einem Jahr im Tumorboard Knochenmetastasen zusammengeführt. Einmal wöchentlich kommen Orthopäden und Unfallchirurgen, Onkologen, Thorax- und plastische Chirurgen, Strahlentherapeuten, Radiologen und Pathologen zusammen und besprechen einzelne Patienten. Auch niedergelassene Kollegen können am Board teilnehmen. Ziel ist die Erarbeitung einer individuellen Behandlungsempfehlung, die dem Krankheitsstadium unter Einschluss des Patientenwunschs gerecht wird.


Spezial-Sprechstunde Knochenmetastasen

Anmeldung per Telefon: 0761 270-71580 / -71512 / -35555

E-Mail: cccf-ambulanzanmeldung@uniklinik-freiburg.de

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