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Wir überwinden Grenzen

Es juckt und kratzt

Dermatologie

Vor allem in den Fingerzwischenräumen, am Rücken sowie um den Bauchnabel herum juckt es denjenigen, der die Krätze hat. © Syda Productions/ Fotolia

(19.12.2016) Die Krätze ist zurzeit wieder auf dem Vormarsch: Wenn es am Rücken, zwischen den Fingern oder an weiteren Hautstellen juckt, können sich Krätzmilben in der Haut eingenistet haben. Die Dermatologin Dr. Andrea Pfister-Wartha, Oberärztin in der Klinik für Dermatologie und Venerologie des Universitätsklinikums Freiburg, erklärt, was schnelle Abhilfe schafft.

Die winzigen Krätzmilben sind kaum einen halben Millimeter groß, können sich aber bis zu einen Zentimeter tief in die Haut eingraben. Doch erst wenn sie dort ihre Eier ablegen, beginnt das große Kratzen beim Menschen. Denn die Eier der Krätzmilben lösen allergische Reaktionen aus. Papeln, und Bläschen entstehen an der Hautoberfläche und jucken. Vor allem in den Fingerzwischenräumen, am Rücken sowie um den Bauchnabel herum juckt es denjenigen, der die Krätze hat. Dort wo die Haut besonders dünn und weich ist, wie zum Beispiel um die Brustwarzen herum, in den Achselfalten oder an den Genitalien, nisten sich Krätzmilben gern ein.

„Durch das ständige Kratzen entwickeln sich oft offene Wunden. Hierbei besteht die Gefahr, dass Bakterien in die Haut eindringen. Wichtig ist es, schnell zum Arzt zu gehen, sobald es dauernd juckt und man viele Papeln auf der Haut entdeckt“, sagt Dr. Pfister-Wartha. Dann könne die Krankheit schnell behandelt und eine Ausbreitung auf andere Personen verhindert werden.

Kein Zeichen für mangelnde Hygiene

Im Gegensatz zu allen Vorurteilen hat die Krätze jedoch nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. „Übertragen  werden die Tierchen durch intensiven Körperkontakt. Wärme begünstigt die Vermehrung“, erklärt Dr. Pfister-Wartha. Darum kann die Krätzmilbe unter Liebespaaren sowie bei großen Menschenansammlungen übertragen werden. Damit die Krätzmilbe eine Chance hat, auf den anderen Körper herüberzuwandern, muss mindestens fünf Minuten intensiver Hautkontakt bestehen. Räume, in denen Menschen eng beieinander leben, begünstigen die Ansteckung.

Therapie meist einfach

Die Krätzmilbe ernährt sich von abgestorbenen Hornzellen der obersten Hautschicht. Auf der Haut des Menschen können sie bis zu 60 Tage alt werden. Einfach abwaschen lassen sich die Krätzmilben nicht. Trotzdem ist eine Therapie der Krätze recht einfach. „Bereits eine ein- bis zweimalige Behandlung mit einer Permethrin-Salbe reicht oft aus, um die Krätzmilben abzutöten“, sagt Dr. Pfister-Wartha. Seit einigen Monaten ist auch die Behandlung mit Tabletten, die den Wirkstoff Ivermectin enthalten, möglich. Die Indikation für diese Behandlung wird in besonderen Situationen oder bei sehr schweren Fällen vom Hautarzt gestellt.

Betroffene sollten nicht ungeduldig werden, denn auch wenn die Behandlung erfolgreich war: Das Jucken hält noch zwei bis vier Wochen an. Erst dann hat sich die Haut komplett erneuert und die Milbenreste wurden abgestoßen.

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