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Wir überwinden Grenzen

Wenn der Blick schnell unscharf wird

Augenheilkunde

Geheilt werden kann ein Keratokonus bislang nicht. Aber mit der richtigen Therapie lässt sich die Sehfähigkeit lange erhalten. © Vladislav Pavlovich / fotolia

Rund 40.000 Menschen leiden hierzulande unter einer krankhaften Verformung der Augenhornhaut, die Keratokonus genannt wird. Eine gesunde Hornhaut liegt flach auf Augapfel und Linse und ist gleichmäßig gerundet. „Beim Keratokonus dagegen kommt es zu einer zunehmend kegelartigen Verformung und Verdünnung der Augenhornhaut“, erklärt Dr. Stefan Lang, Facharzt an der Klinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg.

Die Folgen reichen von stark schwankender Sehstärke, einer verzerrten Wahrnehmung der Umgebung bis zu Hornhauteinrissen und einer daraus folgenden Hornhauteintrübung, die sogar zu Blindheit führen kann.

Krankheit wird oft erst spät erkannt

Der Erkrankungsbeginn liegt in der Regel in der Pubertät. „Zunächst zeigen sich meist nur eine zunehmende Kurzsichtigkeit und Hornhautverkrümmung, weshalb häufig die Brille gewechselt wird“, sagt Dr. Lang. Für die Diagnose muss die Augenhornhaut mittels Keratometrie präzise vermessen werden. „Oft ist zunächst nur ein Auge betroffen. In den meisten Fällen verschlechtert sich aber auch das zweite Auge im Laufe der Zeit“, sagt der Freiburger Augenfacharzt.

Wie schnell und schwerwiegend die Krankheit verläuft, ist von Patient zu Patient sehr unterschiedlich. Gerade jüngere Patienten mit einem hohen Risiko zum Fortschreiten der Erkrankung sollten sehr engmaschig durch erfahrene Ärzte betreut werden.

Die Ursachen der Erkrankung sind noch immer nicht abschließend erforscht. „Neben genetischen Faktoren und möglichen Umwelteinflüssen können bestimmte Erkrankungen, etwa eine Neurodermitis, einen Keratokonus begünstigen“, sagt Dr. Lang. Besteht bereits ein Keratokonus, kann er durch häufiges Augenreiben verschlimmert werden.

Behandlung muss kontinuierlich angepasst werden

Zunächst lässt sich die schlechter werdende Sehschärfe durch eine Brille ausgleichen. Mit formstabilen Kontaktlinsen kann der Verformung der Hornhaut entgegengewirkt werden. Um ein Fortschreiten der Erkrankung zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen, kann eine Vernetzungsbehandlung sinnvoll sein. Bei diesem als Crosslinking bezeichneten Verfahren wird die weiche Augenhornhaut mit UV-Strahlen behandelt, was eine Versteifung und damit langsamere Verformung zur Folge hat.

In sehr weit fortgeschrittenen Fällen kann eine Hornhauttransplantation (Keratoplastik) das Sehvermögen wieder sehr gut herstellen. „Eine Hornhauttransplantation hat bei Patienten mit Keratokonus eine sehr gute Prognose und kann viele Jahre halten“, sagt Dr. Lang. „Trotzdem kann durch Abstoßungsreaktionen oder eine erneute Verformung die Lebensdauer eines Transplantates begrenzt sein.“

An neuen Behandlungsansätzen wird weltweit geforscht, unter anderem an einer Weiterentwicklung des Crosslinking-Verfahrens und einer optimierten Transplantation der Hornhaut, bei der nur noch ein Teil des Gewebes übertragen wird. „Wir arbeiten intensiv daran, die Behandlung zu verbessern, um so den Patienten möglichst gut helfen zu können“, sagt Augenarzt Dr. Lang.

(JF)

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