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Die Einflüsse des Testosteronspiegels

Urologie

Wenn sich Männer ungesund ernähren, kann ihr Testosteronspiegel sinken. © kantver/ Fotolia

(03.02.2017) Testosteron ist das wichtigste Sexualhormon des Mannes, doch ab dem 35. Lebensjahr  nimmt bei vielen Männern die Hormonproduktion in den Hoden stetig ab. Das hat zwei Gründe: Eine Erschöpfung der hormonproduzierenden Zellen des Hodengewebes, wo Testosteron zum überwiegenden Teil gebildet wird, und das verminderte Ansprechen der Hirnanhangdrüse auf den erniedrigten Testosteronspiegel.

Testosteron hat viele Funktionen: In der Pubertät bewirkt es die Entwicklung der Geschlechtsorgane und die Ausbildung des männlichen Erscheinungsbildes. Außerdem ist es für die Spermienproduktion verantwortlich. Das Sexualhormon ist aber auch für das körperliche und seelische Wohlbefinden von Männern unentbehrlich. Es fördert nicht nur Antrieb, Lebenslust und Ausdauer, sondern es sorgt auch dafür, dass sexuelles Verlangen entsteht.

Ungesunder Lebensstil lässt den Testosteronspiegel absinken

„Durch einen ungesunden Lebensstil tragen Männer dazu bei, dass ihr Testosteronspiegel schneller absinkt. Sie bringen oftmals Ernährung und Bewegung nicht in Einklang“, sagt Professor Dr. Ulrich Wetterauer, Ärztlicher Direktor der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Freiburg. „Sexuelle Unlust oder Erektionsstörungen verbunden mit viel Bauchfett, Übergewicht und wenig Muskeln sind die größten Warnzeichen für einen Testosteronmangel,“ so Wetterauer weiter.

Fühlen sich Männer mit zunehmendem Alter antriebslos und verlieren die sexuelle Lust, sind sie nicht unbedingt in der „Midlife Crisis“, sondern leiden vielleicht unter einem krankhaften Testosteronmangel. Typische Symptome für einen Testosteronmangel (Hypogonadismus) sind:

  • Rückgang der Leistungsfähigkeit, Müdigkeit, Schlafstörungen
  • Rückbildung der Muskulatur
  • Vermehrung des Fettgewebes insbesondere im Bauchbereich
  • Blutarmut durch verminderte Bildung roter Blutkörperchen
  • Abnahme der Hautdicke (Falten)
  • Rückgang des sexuellen Verlangens (Libido)
  • Rückgang der Erektionsfähigkeit
  • Rückbildung der Körper- und Schambehaarung
  • Zunehmende Knochenbrüchigkeit (Osteoporose)
  • Verlust der Fortpflanzungsfähigkeit
  • Hitzewallungen
  • Neigung zu depressiven Verstimmungen (Unruhe, Angst, Nervosität, erhöhte Reizbarkeit)

Diese Symptome können zwar auch Folge eines natürlichen Alterungsprozesses sein, aber um sicher festzustellen, ob sie auf einen natürlichen oder krankhaften Testosteronmangel zurückzuführen sind, sollte der Arzt aufgesucht werden. Durch eine Blutabnahme beim Arzt wird der Hormonspiegel im Blut bestimmt.

Wenn ein leichter Mangel an Testosteron festgestellt wird, sind eine ausgewogene Ernährung, Stressabbau und sexuelle Aktivität von zentraler Bedeutung – auch oder gerade im Alter. Zudem ist es in jedem Lebensalter Pflicht, sich ausreichend zu bewegen und aktiv am Leben teilzunehmen. „Hat sich erst einmal zu viel Fett am Körper angesetzt, sorgen die Enzyme im Fettgewebe für eine Umwandlung des Testosterons in Östradiol, was einen rascheren Abfall des Testosterons begünstigt“, sagt Professor Wetterauer. Wer jedoch zum Beispiel in der Woche drei Stunden Sport treibt, kann damit seinen Testosteronspiegel bereits um zwanzig Prozent nach oben treiben – und damit die Muskelstabilität zusätzlich erhöhen.

Hormonmangel behandeln

Liegt ein krankhafter Testosteronmangel vor, kann mit dem Arzt eine Hormonersatztherapie besprochen werden. Es gibt verschiedene Mittel, mit denen man den Hormonmangel behandeln kann. Für eine kurzzeitige Anwendung gibt es Gele, die auf die Haut aufgetragen werden. Bei einer langfristigen Behandlung eignet sich eine Spritze in die Muskulatur. Von dort wird das Ersatzhormon drei Monate lang kontinuierlich verteilt. Danach wird eine neue Injektion fällig. „Tabletten sind weitestgehend unwirksam, da die Leber das Testosteron sehr schnell abbaut. Auch von Pflastern raten wir ab, da sie häufig allergische Reaktionen hervorrufen“, sagt Professor Wetterauer.

Ziel einer Testosteronsubstitution ist es, den Spiegel in den Bereich zu bringen, der bei gesunden gleichaltrigen Männern vorliegt. Nebenwirkungen, wie bei Überdosierungen zum Beispiel im Rahmen von Muskelaufbau, sind selten und eher nicht zu erwarten.  

Die Ersatztherapie ist nicht dafür gedacht, das Alter aufzuhalten oder um leichter Muskeln aufbauen zu können. „Wenn jemand keinen Mangel an Testosteron hat, profitiert er auch nicht von einer Therapie“, sagt Professor Wetterauer.

Professor Wetterauers Botschaft an die Männer lautet: „Seien Sie auch im Alter aktiv und scheuen Sie sich nicht zum Arzt zu gehen, um über Ihre Beschwerden zu sprechen. Männer sollten sich nicht entgehen lassen, auch im Alter ein erfülltes Sexualleben zu haben.“

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