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Wir überwinden Grenzen

Mit einer Stammzellspende Leben retten

Onkologie

Wenn die Gewerbemerkmale von Spender und Patient übereinstimmen, kann eine Blutstammzelltransplantation erfolgen. © Tyler Olson/ Fotolia

Mit dem Welt-Blutkrebstag am 28. Mai soll ein Zeichen im Kampf gegen den Blutkrebs gesetzt werden. Stammzellspenderdateien, Stammzellspenderegister und Initiativgruppen treten in Aktion, um die Aufmerksamkeit auf das Thema Blutkrebs zu lenken, und um noch mehr Unterstützer im Kampf gegen die Krankheit zu gewinnen.

Blutkrebs (Leukämie) ist der Oberbegriff für bösartige Erkrankungen des Knochenmarks. Verursacht wird eine Leukämie durch eine starke Vermehrung von entarteten weißen Blutkörperchen. Dadurch kann das Blut seine lebensnotwendigen Aufgaben nicht mehr ausführen. Infektionen werden nicht mehr bekämpft, Sauerstoff kann nicht mehr transportiert werden und Blutungen lassen sich schwerer stoppen. Die höchste Heilungsrate bei akuten Leukämien wird mit der Kombination aus Chemotherapie und einer Blutstammzelltransplantation erreicht. Die Stammzelltransplantation kann nicht mit eigenen Stammzellen erfolgen, sondern nur durch eine Spende. Nur ein Drittel der Patienten, die auf eine Stammzellspende angewiesen ist, findet innerhalb der Familie einen passenden Spender. Alle anderen sind auf freiwillige Spender angewiesen. Je mehr Menschen sich dafür bereit erklären, desto größer ist die Chance für Patienten auf Heilung.  

Alle gesunden Menschen zwischen 18 und 55 Jahren können Spender werden. Bei einer Typisierung werden 10 Milliliter Blut abgenommen oder ein Wangenschleimhautabstrich vorgenommen. Im Anschluss werden die Gewebemerkmale bestimmt. Denn nur wenn die Gewebemerkmale zwischen Spender und Patient möglichst identisch sind, kann eine Blutstammzelltransplantation erfolgen. Durch die Übertragung von Stammzellen eines Spenders auf einen Patienten, erhält das blutbildende System des Patienten eine Chance, ein neues blutbildendes System zu entwickeln.

Das Tumorzentrum Freiburg – CCF am Universitätsklinikum Freiburg ist mit seiner Stammzelldatei weltweit vernetzt. Wenn die Gewebemerkmale mit einem Empfänger übereinstimmen, durchläuft der potenzielle Spender mehrere gesundheitliche Untersuchungen und wird durch einen Arzt über die möglichen Verfahrensweisen aufgeklärt.

Es gibt zwei Methoden der Stammzellspende: die periphere Stammzellspende und die Knochenmarkspende. Bei der peripheren Stammzellspende wird dem Spender ein Wachstumsfaktor verabreicht. Dieses Medikament steigert die Anzahl der Stammzellen im peripheren Blut, das sich in den Blutgefäßen befindet. In dieser Zeit kann es zu grippeähnlichen Symptomen kommen, die jedoch nach der Verabreichung des Medikaments schnell abklingen. Die Spende dauert zwischen etwa vier  Stunden an ein bis zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Urlaub nehmen muss ein Spender sich für die Spende nicht nehmen. „Der Spender wird vom Arbeitgeber für die Stammzellspende freigestellt“, sagt Elisabeth Lenartz, Leiterin der Freiburger Stammzelldatei am Universitätsklinikum Freiburg.

Bei der Knochenmarkspende wird dem Spender unter Vollnarkose aus dem Beckenkamm circa fünf Prozent seines Knochenmarks entnommen. Für die Entnahme werden zwei kleine Einschnitte im Bereich des hinteren Beckenknochens gemacht. Das Knochenmark regeneriert sich beim Spender innerhalb von zwei Wochen. Die Entnahme dauert weniger als 60 Minuten. Danach kann beim Spender ein Wundschmerz entstehen.

Für den Empfänger der Spende beginnt eine Woche vor dem Transplantationstermin die Vorbereitungsphase, bei der sein krankes Knochenmark durch eine Chemotherapie zerstört wird. Ohne eine anschließende Übertragung von gesunden Stammzellen des Spenders kann der Patient ab diesem Zeitpunkt nicht überleben. Circa zwei Wochen nach der Stammzellübertragung übernehmen die Zellen die Blutbildung des Patienten.

Im Fokus hat mit Cornelius Groß gesprochen, der sich im Dezember 2014 bei der Stammzelldatei für eine Stammzellspende registrieren lassen hat und bereits am 28. April 2015 Stammzellen am Universitätsklinikum Freiburg gespendet hat.  

Im Fokus:  Herr Groß, wie haben Sie sich gefühlt, als der Anruf von der Freiburger Stammzelldatei kam und Ihnen mitgeteilt wurde, dass Sie womöglich als Spender infrage kommen?  

Cornelius Groß: Ich war ein bisschen aufgeregt und hatte auch etwas Angst, da ich wusste, wie so eine Spende abläuft.  

Im Fokus: Was kam dann nach dem Anruf genau auf Sie als Spender zu?  

Cornelius Groß: Ich musste zur Voruntersuchung in die Klinik. Bei mir wurde ein EKG und ein Ultraschall gemacht, die Lunge geröntgt und Blut abgenommen. Abschließend hatte ich ein Gespräch mit dem Chefarzt. Nach ein paar Tagen habe ich einen Brief bekommen, in dem stand, dass ich als Spender geeignet bin. Danach musste ich an vier Tagen einmal am Abend ins Krankenhaus, wo ich das Medikament Filgrastim gespritzt bekommen habe, damit im Knochenmark mehr Stammzellen gebildet werden.  

Im Fokus: Wie lief die Spende ab?  

Cornelius Groß: Ich lag fünfeinhalb Stunden auf einer Liege, während das Blut von einem Arm zum anderen durch die Leukapheresemaschine geleitet wurde. Ich durfte mich nicht wirklich bewegen, aber ich fühlte mich sehr gut umsorgt. Ich konnte einen Film schauen und lesen. Am nächsten Tag habe ich gemerkt, dass ich ein bisschen schlapp war, aber nach zwei Tagen ging es mir wieder super. Ich würde auf jeden Fall noch einmal spenden.

 

Weitere Informationen zum Thema Leukämie finden Sie hier

Ansprechpartner:

Tumorzentrum, CCCF

Universitätsklinikum Freiburg

Hugstetter Straße 55

79106 Freiburg

Tel.: 0761-270-35290

E-Mail: stammzelldatei@uniklinik-freiburg.de

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