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Wenn die Zähne bröckeln

Zahnheilkunde

Sobald Eltern bräunliche und beige Verfärbungen an den Zähnen ihrer Kinder erkennen und bemerken, dass diese porös sind, sollten sie umgehend mit ihrem Kind zum Zahnarzt gehen. © RusN/ istockphoto

(23.05.2016) Poröse Backenzähne mit gelben oder braunen Verfärbungen: Die Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) ist eine Schmelzbildungsstörung an bleibenden Zähnen, die circa zehn Prozent der Kinder betrifft. Doch was schafft Abhilfe? Zahnärztin Dr. Priska Fischer erklärt, wie eine Behandlung aussehen kann.

Trotz täglichem Zähneputzen und wenig Süßigkeiten haben einige Kinder mit kaputten Backenzähnen im Seitenzahnbereich zu kämpfen. Teilweise kommen die neuen Zähne schon kaputt aus dem Kiefer. Doch was ist die Ursache? Ob die Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) vererbbar oder genetisch bedingt ist oder durch Umweltfaktoren beeinflusst wird, konnte wissenschaftlich noch nicht herausgefunden werden. „Richtig bekannt wurde die Zahnkrankheit erst Anfang der 2000-er Jahre, obwohl es bereits in den 80er- und 90-er Jahren erste Aufzeichnungen dazu gab“, sagt Dr. Priska Fischer, Zahnärztin in der Klinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie. Betroffen sind meist die ersten bleibenden Backenzähne und die ersten bleibenden Schneidezähne. Der Zahnschmelz ist durch die geringe Mineralisierung so stark geschädigt, dass der Zahn dadurch nicht genug geschützt ist und somit bröckeln kann. Vorbeugen kann man der Krankheit nicht.

„Viele Eltern sind besorgt und fühlen sich schuldig, dass die Zähne ihrer Kinder so schlecht sind“, sagt Dr. Fischer und betont: „Es ist wichtig, dass man den Eltern die Schuldgefühle nimmt, sie gut aufklärt und berät.“

Sobald Eltern bräunliche und beige Verfärbungen an den Zähnen ihrer Kinder erkennen und bemerken, dass diese porös sind, sollten sie umgehend mit ihrem Kind zum Zahnarzt gehen. Wichtig sei, die Zahnhygiene noch größer zu schreiben und den Zahnschmelz zu fluoridieren. Durch Fluoridlacke werden die Zähne geschützt. „Eine Versiegelung um den Zahn herum sowie auf den Kauflächen ist eine weitere Methode, um die Zähne zu schützen“, betont Dr. Fischer. Des Weiteren ist eine regelmäßige Kontrolle sehr wichtig, um Karies zu verhindern.

Viele Kinder, die unter MIH leiden, sind an den Zähnen extrem kälteempfindlich. Bei einem höheren Schweregrad der Schmelzbildstörung können betroffene Zähne mittels Füllungstherapie oder Versorgung mit speziellen Kinderkronen behandelt werden. „Dies führt meist zu einer Linderung der Kälteempfindlichkeit“, sagt Dr. Fischer. In Einzelfällen kann die Überempfindlichkeit allerdings so stark sein, dass eine örtliche Betäubung nicht wirkt und eine ambulante Behandlung nicht möglich ist. Dann bleibt als letzte Möglichkeit die Therapie der Zähne unter Vollnarkose.

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