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Wir überwinden Grenzen

Modernste Behandlung bei Hirntumoren

Onkologie

Viele Hirntumore können dank modernster Therapien heutzutage gut behandelt werden. © adri76/Fotolia

(08.06.2016) Mehr als 8.000 Menschen erkranken jährlich in Deutschland an einem primären Hirntumor. Treffen kann es jeden mit gleicher Wahrscheinlichkeit. Denn es gibt kaum Risikofaktoren, die den Tumor begünstigen. Etwa zwei Prozent aller Krebserkrankungen sind Tumore des Gehirns und der Wirbelsäule. Damit gelten sie als relativ selten. Zudem teilen Ärzte die Erkrankungen in 130 Subtypen ein. Diese unterscheiden sich insbesondere darin, welcher Zelltyp krankhaft verändert ist und in welcher Region des Gehirns der Tumor auftritt. Bei der Diagnose und Therapie kommt es daher sehr stark auf die Erfahrung der Ärzte an, auch ungewöhnliche Tumorarten richtig zu erkennen. „Manche Hirntumorarten treten so selten auf, dass viele Ärzte sie nur ein oder zwei Mal in ihrer Laufbahn sehen“,  sagt Professor Dr. Anca-Ligia Grosu, Ärztliche Direktorin der Klinik für Strahlenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg.

Richtige Diagnose erfordert große Erfahrung

Um das Wissen und die Erfahrung zu bündeln, wurde darum am Universitätsklinikum Freiburg das Neuroonkologische Zentrum gegründet, in dem Fachärzte unterschiedlicher Abteilungen eng zusammenarbeiten. „Das Freiburger Neuroonkologische Zentrum ist in Deutschland und international eine Top-Adresse für Patienten mit Hirntumoren. Als zertifiziertes Zentrum behandeln wir sehr viele Patienten mit Hirntumoren, was unsere Erfahrung weiter stärkt“, sagt Professor Grosu, die Sprecherin des Neuroonkologischen Zentrums.

Männer sind etwas öfter betroffen als Frauen, allerdings treten einzelne Subtypen auch verstärkt bei Frauen auf. Grundsätzlich können Hirntumore in jedem Lebensalter entstehen, gehäuft werden sie aber bei Menschen zwischen 50 und 70 Jahren diagnostiziert. Von primären Hirntumoren spricht man, wenn die Zellen ihren Ursprung direkt im Gehirn haben und nicht aus Absiedelungen, sogenannten Metastasen, entstehen.

Symptome reichen von Kopfschmerzen bis zur Persönlichkeitsveränderung

Anzeichen für einen Hirntumor können starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Sprach- und Sehstörungen, epileptische Anfälle und sogar Persönlichkeitsveränderungen sein. „Wenn diese Symptome plötzlich und ohne erkennbaren Grund auftreten, sollte so bald wie möglich ein Arzt zur weiteren Abklärung aufgesucht werden“, sagt Professor Grosu. Weitere Beschwerden sind stark von der betroffenen Hirnregion abhängig.

Zu den körperlichen Symptomen kommen häufig Ängste der Betroffenen und Familien: die Angst vor einer Persönlichkeitsänderung und die Angst davor, Entscheidungsfähigkeit und Selbstbestimmung zu verlieren. „Die Betroffenen ziehen sich oft aus der Gesellschaft zurück. Indem wir über die Erkrankung aufklären, möchten wir die Situation der Betroffenen und ihrer Angehörigen verbessern“, sagt Professor Grosu.

Anhand von bildgebenden Verfahren wie Magnetresonanztomografie (MRT), Positronenemissionstomographie (PET) oder Computertomografie (CT) lassen sich Tumore in der Regel gut nachweisen. Sicherheit über die Art des Tumors bringt eine Gewebeentnahme und eine anschließende molekularbiologische Untersuchung.

Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie sind die wichtigsten Säulen der Behandlung

In zwei von drei Fällen ist der Tumor gutartig. Das heißt, er wächst relativ langsam und dringt nicht in umliegendes Gewebe ein. Dann ist oft eine Operation die einzig notwendige Behandlung und die Patienten haben gute Aussichten auf eine vollständige Heilung. „Viele Patienten wissen nicht, dass ein Hirntumor zwar gefährlich ist, aber oft auch sehr gut behandelt werden kann“, sagt Professor Grosu.

Ist der Tumor aufgrund seiner Lage operativ nicht vollständig entfernbar oder besteht die Gefahr, dass Krebszellen im Gehirn verblieben sind, setzen die Ärzte häufig Hochpräzisionsbestrahlung ein. „Wir sind heute in der Lage, Hirntumore auf millimetergenau zu bestrahlen und dadurch zu zerstören oder zumindest aufzuhalten“, sagt Professor Grosu. Dabei werden am Universitätsklinikum Freiburg modernste Geräte eingesetzt, die den Tumor live dreidimensional darstellen und so eine äußerst präzise Bestrahlung erlauben.

Die Chemotherapie ist die dritte wichtige Säule bei der Behandlung von Hirntumoren. Häufig werden die unterschiedlichen Therapieansätze miteinander kombiniert, um die größtmögliche Wirkung zu erreichen. Außerdem wird am Universitätsklinikum Freiburg eine Reihe klinischer Studien zu neueren therapeutischen Ansätzen durchgeführt, von denen Patienten profitieren können.

Weitere Informationen:

Hochpräzise Bestrahlung von Tumoren 

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