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Klinik für Neurologie und Neurophysiologie

Brain Research: Multivariate Time Series Analysis

Functional Brain Imaging Freiburg

Schlaganfallpatienten mit einem Verschluss großer hirnversorgender Blutgefäße profitieren von der schnellstmöglichen Eröffnung des verschlossenen Gefäßes. In ca. 80-90% der Fälle ist dafür –zusätzlich zur Thrombolyse - eine mechanische Thrombektomie nötig, welche allerdings nur an wenigen hoch spezialisierten Zentren möglich ist.

Ein zentraler Faktor für eine schnellstmögliche Versorgung ist der Zeitbedarf zwischen Notrufeingang und dem Eintreffen im Neurovaskulären Zentrum. In den bislang überwiegend praktizierten Versorgungskonzepten, dem Drip and Ship- bzw. Mothership-Konzept, entstehen Zeitverluste durch die Sekundär-Verlegung von der erstversorgenden Klinik ins Zentrum bzw. durch die sequenzielle Alarmierung von Rettungsmitteln (s.u.).

Ziel des Projekts LESTOR ist es, Kandidaten für eine Thrombektomie bereits bei Eingang des Notrufes zu erkennen. Mit Hilfe eines Scores sollen Disponenten bei Notrufeingang Patienten mit Verdacht auf Verschluss einer großen hirnversorgenden Arterie identifizieren und die Rettungsmittel disponieren, die am schnellsten für einen möglicherwiese notwendigen direkten Transport in das nächste Neurovaskuläre Zentrum benötigt werden. Bei größeren Distanzen zwischen Notfallort und Zentrum wird daher zusätzlich zum bodengebundenen Notarzt ein Rettungshubschrauber alarmiert werden, der den direkten luftgebundene Transport ermöglicht. Wir erwarten, dass dieses Vorgehen gegenüber der derzeitigen Versorgung den Beginn der Thrombektomie beschleunigt - ohne dass es zu einer Verzögerung der Thrombolyse kommt.

Die Patienten könnten somit schneller versorgt werden und hätten dadurch eine deutlich erhöhte Wahrscheinlichkeit, den Schlaganfall mit geringerer oder ohne Behinderung zu überleben.