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Richtig handeln bei Vergiftungen

Vergiftungs-Information

(08.05.2018)  Putzmittel, Medikamente und Giftpflanzen sind bei Kindern für die meisten Vergiftungen verantwortlich. Welche Maßnahmen helfen und welche schaden, erklärt eine Expertin der Vergiftungs-Informations-Zentrale am Universitätsklinikum Freiburg.

Sie sind neugierig und können die Gefahren nicht richtig erkennen: Kinder bis zu einem Alter von fünf Jahren sind besonders gefährdet sich im Haushalt zu vergiften. „Am häufigsten schlucken Kinder aus Neugier Reinigungsmittel, insbesondere Maschinen- und Handgeschirrspülmittel“, sagt Dr. Maren Hermanns-Clausen, Leiterin der Vergiftungs-Informations-Zentrale (VIZ) am Universitätsklinikum Freiburg.

Jede dritte Vergiftung von Kindern geschieht mit Haushaltchemikalien wie Putzmitteln. © africa studio / fotolia

Seit genau 50 Jahren ist die Vergiftungs-Informations-Zentrale (VIZ) dem Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Freiburg angeschlossen und seit mehr als 15 Jahren für ganz Baden-Württemberg zuständig. Mehr als 25.000 telefonische Vergiftungs-Anfragen beantworten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der VIZ jährlich.

Was bei Vergiftungen zu tun ist

„Das wichtigste bei einer Vergiftung ist, wie in allen Notfällen, die Ruhe zu bewahren“, so Dr. Hermanns-Clausen. Beim Verdacht auf eine Vergiftung sollten Eltern oder Betreuer die Vergiftungs-Informations-Zentrale (0761/ 192 40) anrufen. Bei schweren Vergiftungen sollte sofort der Notarzt über die Telefonnummer 112 gerufen werden.

Die Betroffenen sollten einige Schlucke stilles Wasser, Tee oder verdünnten Saft trinken. Ist das Mittel an Augen oder Haut gelangt, können diese Körperpartien mit Wasser gespült werden.

Sinnvoll ist es, Aktivkohle und Entschäumer in der Hausapotheke vorrätig zu haben. Die Kohle bindet Giftstoffe und erschwert so die Aufnahme in Magen und Darm. Der Entschäumer verhindert, dass Putzmittel stark Blasen bildet und der Schaum in die Lunge gelangt. „Die Mitarbeiter der Vergiftungs-Informations-Zentrale können dann im Einzelfall empfehlen, eines der Mittel einzunehmen“, sagt Dr. Hermanns-Clausen.

Keine Milch, kein Kochsalz, kein Erbrechen

Gerade wenn Kinder eine giftige Substanz oder Pflanzen verschlucken, geraten die Eltern oft in Panik und reagieren falsch. „Es kursieren immer noch einige falsche Vorstellungen, die den Betroffenen mehr schaden als nützen“, sagt Dr. Hermanns-Clausen.

Dazu gehört beispielsweise der Irrtum, dass das Gift möglichst schnell durch Erbrechen wieder aus dem Körper befördert werden sollte. „Es sollte auf keinen Fall Erbrechen ausgelöst werden, denn ätzende Substanzen können die Speiseröhre dann erneut schädigen. Außerdem können die Stoffe so noch leichter in die Atemwege gelangen und dort die Lunge schädigen“, sagt die Leiterin der Vergiftungs-Iinformations-Zentrale Freiburg. Gerade wenn Eltern versuchen, bei ihren Kindern den Brechreiz auszulösen, kann es auch zu Verletzungen im Rachenbereich kommen.

Weiter warnt Dr. Hermanns-Clausen davor, Kochsalz einzunehmen, da dadurch selbst eine Vergiftung ausgelöst werden kann. Auch das Trinken von Milch hilft mehr dem Gift als dem eigenen Körper: Durch den Fettgehalt der Milch wird unter Umständen die Aufnahme noch verstärkt.

Gefahrenquellen ausschließen – und an Medikamente und Pflanzen denken

Neben Haushaltschemikalien wie Reinigungsmitteln stellen Medikamente eine große Gefahrenquelle für Vergiftungen dar. „Medikamente müssen grundsätzlich für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden“, betont Dr. Hermanns-Clausen. Auch durch das Verschlucken von Pflanzen und Pflanzenteilen vergiften sich Kinder häufig. Pflanzen mit bunten Beeren wie Kirschlorbeer, Eibe und  Liguster sind besonders verführerisch. Ausführliche Informationen zu heimischen Giftpflanzen finden sich auf der Seite der Vergiftungs-Informations-Zentrale.

Die Vergiftungs-Informations-Zentrale Freiburg erreichen Sie rund um die Uhr unter der Nummer:
0761/ 192 40

Die für Laien kostenlose Beratung erfolgt durch speziell ausgebildete Ärztinnen und Ärzte, Apothekerinnen, pharmazeutisch technische Assistenten, Biologen und Chemiker.

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