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Schmerzquelle Ohr: Was es so sensibel und gefährdet macht

Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde

(09.01.2018)  Ohrenschmerzen sind oft sehr unangenehm. Häufig ist eine Entzündung im Mittelohr die Ursache. Was noch dahinter stecken kann und wann ein Arzt die Ohren untersuchen sollte, erklärt ein Experte des Universitätsklinikums Freiburg.

Die Mittelohrentzündung, lateinisch Otitis media, ist die häufigste Ohrerkrankung  bei Kindern bis etwa zum sechsten Lebensjahr. Kleinere Kinder fassen sich dann oft an das betroffene Ohr, sind weinerlich und wirken insgesamt krank. Die Schmerzen zeigen sich verstärkt abends oder nachts. „Grundsätzlich sollten alle Ohrenschmerzen, die länger als zwei Tage anhalten oder bei denen sich weitere Symptome wie Hörminderung, Fieber oder weitere Krankheitszeichen einstellen, ärztlich abgeklärt werden“, erklärt Professor Dr. Dr. h.c. mult. Roland Laszig, Ärztlicher Direktor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg.

Ohrenschmerzen sollten spätestens nach zwei Tagen vom Arzt abgeklärt werden. © ingenium-design.de/fotolia.de

In der Regel gehen einer Mittelohrentzündung eine Erkältung, Grippe oder Nasennebenhöhlen-Entzündung voraus. Die Mittelohrentzündung setzt dann meist plötzlich ein und äußert sich durch pulsierende Schmerzen und einem unangenehmen Druckgefühl im Ohr.

Eine akute Mittelohrentzündung heilt in der Regel folgenlos nach einigen Tagen ab. Auch kleine Verletzungen des Trommelfells wachsen innerhalb von ein bis zwei Wochen wieder zu. Wichtig ist allerdings eine ärztliche Beobachtung: „Denn eine anhaltende Infektion im Mittelohr kann das Hörvermögen dauerhaft schädigen und sollte dringend behandelt werden“, weiß Professor Laszig. Bei Kleinkindern sind häufig die kindlichen Polypen, die sogenannten Adenoiden, Grund für wiederkehrende akute Mittelohrentzündungen.

Was bei Mittelohrentzündung hilft

Ruhe und viel Schlaf helfen bei einer Mittelohrentzündung, den Heilungsverlauf zu beschleunigen. Schmerzen und Fieber können mit fiebersenkenden Schmerzmitteln gelindert werden. Antibiotika werden vor allem Kindern unter sechs Monaten eingesetzt. Abschwellende Nasentropfen dienen der besseren Belüftung, wenn die Mittel­­ohrentzündung Folge eines Schnupfens ist. „Nasentropfen oder- sprays sollten aber ohne Absprache mit dem Arzt nicht länger als eine Woche angewandt werden, da die Nase sonst ohne diese Mittel nicht mehr abschwellen kann“, rät Professor Laszig.

Das Zwiebelsäckchen ist das bekannteste Hausmittel bei Ohrenschmerzen. Die ätherischen Öle der Zwiebel wirken antibakteriell, stoffwechselanregend und schleimlösend. Patienten sollten zudem darauf achten, dass während einer Mittelohrentzündung kein Wasser beim Duschen oder Baden in die Ohren gelangt. Sind die Adenoiden im Nasenrachen eine Mitursache, sollten diese in Narkose entfernt werden.

Schmerzende Ohren: Was steckt noch dahinter?

Die Ohren sind besonders schmerzempfindlich. Die feine Haut, die Knochen und Knorpel umgibt, ist von zahlreichen Nerven durchzogen. Erkrankungen an einem oder beiden Ohren sind deswegen immer mit Schmerzen verbunden.

„Denn im Bereich des Ohrs verlaufen wichtige Gesichtsnerven. So können also unterschiedliche Erkrankungen über Nervenbahnen und Muskelstränge die Ohren in Mitleidenschaft ziehen“, sagt Professor Laszig. „Bei Ohrenschmerzen sind mitunter auch ein Nervenfacharzt, also Neurologe, ein Zahnarzt oder ein Orthopäde gefragt“.

Denn auch Zahn- und Kieferprobleme sind häufig verantwortlich für Ohrschmerzen. Schäden oder Funktionsstörungen an der Halswirbelsäule können sich ebenfalls  durch Ohrenschmerzen zeigen.

Bisweilen macht sich auch die Psyche bemerkbar, wenn Ohrenschmerzen ohne körperlich erkennbaren Grund auftreten. Depressive Erkrankungen äußern sich manchmal auch in körperlichen Beschwerden, wie Schwindelgefühlen, Ohrgeräuschen und Ohrenschmerzen.

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