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Sonnenschutz nicht nur im Hochsommer

Dermatologie

(27.05.2019) Sonne schenkt nicht nur gute Laune und Energie, sie hat auch ihre Schattenseiten: Denn zu viel Sonne verursacht Hautkrebs. Wie ein guter Sonnenschutz aussieht, erklärt ein Experte des Universitätsklinikums Freiburg.

Der Sommer kommt mit großen Schritten und einige heiße Tage durften die Menschen schon am Baggersee oder im Strandurlaub genießen. Bei hohen Temperaturen denken mittlerweile viele an einen geeigneten Sonnenschutz. Dass ein Sonnenschutz aber auch bei kühleren Temperaturen wichtig ist, wird oft vergessen. „Die Sonnenstrahlung kann sehr intensiv sein, auch wenn die Temperaturen niedrig sind. Gerade bewölktes oder windiges Wetter verleiten einen leicht dazu, den Sonnenschutz außer Acht zu lassen“, erklärt Dr. Frank Meiß, kommissarischer Leitender Oberarzt an der Klinik für Dermatologie und Venerologie des Universitätsklinikums Freiburg.

Auch bei Wolken und Wind ist die Sonnenstrahlung stark. Deshalb sollte vor Aufenthalten im Freien unbedingt auf ausreichenden Sonnenschutz geachtet werden. © Leonid Nyshko / fotolia

Die Häufigkeit von Hautkrebs steigt rasant an

In Deutschland erkranken jährlich etwa 21.200 Menschen neu an schwarzem Hautkrebs, dem malignen Melanom. Am weißen Hautkrebs erkranken jährlich sogar 120.000 Menschen das erste Mal. Während der schwarze Hautkrebs sehr aggressiv ist und auch tödlich enden kann, verläuft der weiße Hautkrebs bei rechtzeitiger Diagnose meist gutartig.

„UV-Strahlung oder ultraviolette Strahlung ist eindeutig krebserzeugend. Das gilt sowohl für die ultravioletten Anteile der Sonnenstrahlung als auch für das die Haut bräunende UV-Licht in Solarien“, sagt der Dermatologe. Die UV-Strahlung ist stark genug, um die Erbsubstanz, die DNA, nachhaltig zu schädigen. Kleinere Veränderungen an der DNA repariert der Körper von selbst. Kommt es auf Grund von mangelndem Sonnenschutz, vor allem in Kindheit und Jugend, immer wieder zu Sonnenschäden, können sich langfristig die geschädigten Zellen zu Tumoren entwickeln. „Das passiert häufig schon, bevor ein sichtbarer Sonnenbrand entsteht“, mahnt Meiß.

Die Krankenkassen bieten daher ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre ein kostenloses Hautkrebsscreening an, das jeder Hautarzt oder geschulte Hausarzt durchführen kann.

Sonnencremes richtig verwenden

Einmal täglich die Haut einzucremen reicht nicht aus. Der Sonnenschutz muss abhängig vom Hauttyp und Freizeitverhalten, wie Baden und starkem Schwitzen, mehrfach erneuert werden. Nur dann wirkt er entsprechend. „Aber durch das wiederholte Cremen verlängert sich nicht die Eigenschutzzeit der Haut“, klärt der Dermatologe einen häufigen Irrtum auf. „ Die empfohlene Schutzzeit gilt nur einmal pro Tag und diese sollte auch nur zu zwei Dritteln ausgenutzt werden.“

Ein Beispiel: Der Eigenschutz der Haut von Typ II, blonde Haare und blaue Augen, beträgt zehn bis 20 Minuten und erhöht sich durch das Eincremen mit Lichtschutzfaktor 30 um das 30-fache auf insgesamt fünf bzw. zehn Stunden. Experten empfehlen jedoch, maximal zwei Drittel dieser Zeit davon in der Sonne zu verbringen. Für Typ II reduziert sich der Aufenthalt in der Sonne dann auf drei bis maximal sechs Stunden.

Schutz der sensiblen Kinderhaut

Die Haut von Säuglingen und Kindern ist besonders gefährdet, da die Haut noch keinen Eigenschutz gebildet hat. „Säuglinge dürfen grundsätzlich nicht in die direkte Sonne. Um die empfindliche Kinderhaut zu schützen, ist neben der Sonnencreme auch spezielle UV-Schutzkleidung und ein Sonnenhut sinnvoll. Schattenplätze sollten daher immer bevorzugt und die Mittagssonne zum Spielen besser gemieden werden“, weiß Meiß.

Vitamin D-Bildung trotz Sonnenschutz

Durch das Sonnenlicht ist der Körper in der Lage, das lebenswichtige Vitamin D zu bilden. „Die Befürchtung, dass das Auftragen von Sonnencreme verhindert, dass der Körper ausreichend Vitamin D bilden kann, ist unbegründet. Bei den meisten Menschen reichen kurze UV-Expositionszeiten für eine ausreichende Vitamin-D-Produktion aus“, sagt der Dermatologe.

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