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Stress und Burn-Out vermeiden, erkennen und bekämpfen

Psychosomatik

(21.08.2017) Wird die psychische Belastung im Job oder im privaten Umfeld zu hoch, entsteht Stress. Wann er bedenklich ist und was man vorbeugend oder in Akutsituationen tun kann, erklärt ein Experte des Universitätsklinikums Freiburg.

Im Arbeitsleben erwarten Vorgesetzte, Kunden und Auftraggeber Höchstleistungen. Das kann ganz schön anstrengend werden. Stress entsteht immer dann, wenn das Gefühl entsteht, gestellte Anforderungen nicht mehr erledigen zu können. „Die Belastung ist dann so groß, dass die mentale und körperliche Beanspruchung dem Druck nicht mehr standhält“, sagt Professor Dr. Claas Lahmann, Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Doch wie kann man Stress erkennen und vermeiden? Was kann man gegen Stress tun? Wer hilft, wenn Stress nicht mehr allein bewältigt werden kann? Diese Tipps gibt es vom Experten.

Gestresste Frau sitzt am Tisch und hält sich den Kopf.

Wird Stress zum Dauerzustand, ist das für unseren Körper ungesund. Dann sollten Betroffene gegensteuern – oder sich Hilfe suchen. © Phatic-Photography.com / istockphoto

Stress vermeiden

„Die beste Variante, Stress zu bekämpfen, ist die Vorbeugung“, sagt Stressforscher Professor Lahmann. „Genügend Schlaf, eine gesunde Ernährung und ein wenig Sport zum Ausgleich. Damit ist schon viel getan.“ Viele kleine Pausen auf der Arbeit helfen, um Stress gar nicht aufkommen zu lassen. Ein kurzes Gespräch mit den Kollegen über Wochenendpläne, mal zwischendurch aufstehen und ein Glas Wasser trinken oder den Rücken strecken bringen eine zeitweilige Entspannung, um danach wieder konzentriert weiterzuarbeiten. Beim Thema Stress sind aber auch Führungskräfte gefragt. Sie können für Entlastung am Arbeitsplatz sorgen: „Loben Sie Ihre Mitarbeiter. Das steigert die Motivation und senkt das Stresslevel.“

Akuter Stress ist nicht bedenklich

Kurzzeitig Stress zu haben ist normal und nicht gesundheitsschädlich. Dieser sogenannte akute Stress gehört zum Arbeitsleben dazu. Es ist der gleiche Stress, wie beispielsweise bei einem Bewerbungsgespräch. Ergebnisse neuer Grundlagenforschungen haben gezeigt, dass akuter Stress sogar die Leistung und die Lernfähigkeit steigert.

Chronischen Stress bekämpfen

„Wenn Stress jedoch zum Dauerzustand wird, kann er chronisch werden, und das ist ungesund für unseren Körper“, sagt der Experte. Vorzeichen einer chronischen Stressreaktion sind Rücken-, Kopf- und Nackenschmerzen, Magen-Darm-Probleme sowie Schlafstörungen. Doch es gibt Verfahren, um dem chronischen Stress zu begegnen. Bei der progressiven Muskelentspannung wird durch Übungen die Anspannung in Entspannung umgekehrt. „Ballen Sie beispielsweise für fünf Sekunden ihre Faust, lassen Sie die Spannung los und genießen Sie die Entspannung“, erklärt Professor Lahmann.

Stress kann auch mit der Mindfulness-Based Stress-Reduction, kurz MBSR, bekämpft werden. Dazu gehören verschiedene Entspannungsmethoden wie Yoga und Meditation: „Die Übungen helfen dabei, sich auf Situationen einzulassen, ohne sie zu bewerten. So entsteht Stress erst gar nicht“, sagt Professor Claas Lahmann. „Um zu erkennen, ob Sie unter chronischem Stress leiden, beobachten Sie, ob Beschwerden häufiger auftreten oder neu hinzukommen.“ Eine neue Arbeitsstelle kann Auslöser für solche Stressreaktionen sein. Wenn Stresssymptome zum Dauerzustand oder Probleme verdrängt werden und dann noch Gefühle wie beispielsweise innere Leere dazukommen, sollte ein Fachmann aufgesucht werden. Vielleicht deuten die Symptome auf einen Burn-out hin.

Hilfe gegen Burn-Out

Die Spezialambulanz der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie bietet bei Burn-out Hilfe an. „Wenn Patienten sich völlig ausgebrannt fühlen, können die Experten in unserer Ambulanz helfen“, sagt Professor Lahmann. Bei den ambulanten Untersuchungs- und Behandlungsterminen findet ein ausführliches Gespräch mit einem Therapeuten statt. Er klärt in einem Gespräch diagnostisch ab, wie es weitergehen könnte, zum Beispiel mit einer Psychotherapie. „Sie kann unseren Patienten helfen, ihren Erschöpfungszustand zu überwinden und den Stress zu bekämpfen“, sagt Professor Lahmann.

Kontakt
Spezialambulanz für Erschöpfungskrankheiten (Burn-out)
Anmeldung
Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr
Telefon: 0761 270-68410
www.uniklinik-freiburg.de/psychosomatik/patientenversorgung/ambulanz/spezialambulanzen

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