Zu den Inhalten springen

Wir überwinden Grenzen

Zeckengefahr: Jetzt richtig schützen

Infektiologie

Zecken lauern am liebsten in Gräsern, Sträuchern oder auf dem Waldboden. Nach dem Aufenthalt im Grünen sollte man sich gründlich nach Zecken absuchen. © Michael Tieck/ Fotolia

(31.03.2017) Mit den frühlingshaften Temperaturen steigt die Gefahr von einer Zecke gestochen zu werden. Zecken können eine potentiell gefährliche Virusinfektion, die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Gegen diese Infektion gibt es einen wirksamen Impfstoff. Deshalb sollten insbesondere Menschen, die sich viel im Freien aufhalten, jetzt ihren Impfschutz überprüfen.

146 Menschen sind in Baden-Württemberg im Jahr 2016 an der FSME erkrankt, wie das Gesundheitsamt Baden-Württemberg mitteilt. Das sind mehr als doppelt so viele wie 2015. Die Virusinfektion verursacht zunächst grippeähnliche Allgemeinsymptome. Bei gut einem Drittel der Infizierten kommt es darüber hinaus zu einer Entzündung von Hirnhaut, Rückenmark und Gehirn. Im weiteren Verlauf kann die FSME zu Lähmungen, Intelligenzminderug oder anderen neurologischen Störungen führen. „Im schlimmsten Fall ist die Infektion sogar tödlich“, sagt Professor Dr. Winfried Kern, Leiter der Abteilung für Infektiologie am Universitätsklinikum Freiburg. FSME wird in erster Linie durch Zecken übertragen. „Die Tiere mögen besonders das milde Klima im Frühsommer. Darum ist zu dieser Zeit auch das Infektionsrisiko besonders hoch“, sagt Professor Kern. Doch die Gefahr zu erkranken, besteht grundsätzlich das ganze Jahr über.

„Schutz gegen FSME bietet eine Impfung, die jetzt vor dem Frühsommer geschehen sollte“, rät Professor Kern. Denn um den vollen Impfschutz zu erreichen, sind drei Impfungen nötig, die jeder Hausarzt verabreichen kann. Nach der ersten Impfung folgt etwa zwei bis drei Monate später eine zweite Immunisierung. Sie bietet bereits einen 98-prozentigen Schutz vor FSME. Die dritte Impfung gibt sogar einen 99-prozentigen Schutz, der mindestens drei Jahre anhält. „Die Impfung sollte alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt werden“, betont Professor Kern.

„Ab dem Schulkindalter sollte unbedingt geimpft werden“, sagt Professor Dr. Philipp Henneke, Leiter der Sektion Pädiatrische Infektiologie und Rheumatologie am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Freiburg. „Zeckenstiche lassen sich bei aller Vorsicht nicht sicher verhindern. Gerade in den FSME-Risikoregionen Baden-Württemberg und Bayern ist eine Impfung unbedingt sinnvoll“, ergänzt Professor Henneke.

Gegen die ebenfalls von Zecken übertragenen Erreger der Borreliose-Krankheit gibt es allerdings bislang keinen Impfschutz. Auch deshalb sollte sich jeder nach dem Aufenthalt im Grünen gründlich nach Zecken absuchen. Die Tiere sitzen meist auf dem Waldboden, lauern in Gräsern oder Sträuchern. Schutz vor Zeckenstichen bieten daher lange Hosen, langärmelige Shirts, festes Schuhwerk und Socken. Besonders gern mögen sie weiche und warme Körperstellen, wie Armbeugen, Achselhöhlen oder Kniekehlen. Aber auch der Kopf, die Hautfalten und Fußsohlen dürfen bei der Suche nach Zecken nicht vergessen werden.

(FK)

Suche nach Artikeln

Unternehmenskommunikation

Breisacher Straße 153
79110 Freiburg
Telefon: 0761 270-84830
Telefax: 0761 270-9619030
kommunikation@uniklinik-freiburg.de