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Wir überwinden Grenzen

Vielfalt am Universitätsklinikum Freiburg

„Ich sage lieber einmal mehr, dass ich etwas nicht kann, als die anderen raten zu lassen“,

sagt Steffen, der im zweiten Ausbildungsjahr als Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung am Universitätsklinikum Freiburg ist. Der 21-jährige hat eine Muskeldystrophie. Wegen des Gen-Defekts, bei dem der Muskelaufbau gestört ist, ist er, seitdem er zwölf ist, mit dem Rollstuhl unterwegs. Bis ins Grundschulalter konnte er noch laufen. In der fünften Klasse hat er seinen ersten Elektro-Rollstuhl bekommen. „Trotz meiner Krankheit konnte ich auf ‚normale‘ Schulen gehen und jetzt einen ‚normale‘ Ausbildung machen. Das finde ich super und bin allen Menschen sehr dankbar, die mich dabei unterstützt haben“, sagt Steffen. Bei der Ausbildung begleitet ihn eine Assistenz, häufig ein junger Erwachsener im Freiwilligen Sozialen Jahr. Dieser FSJ-ler bleibt ein Jahr an Steffens Seite.

Es gibt viele Überschneidungen zwischen Steffens Berufs- und Privatleben. „An meiner Ausbildung mag ich es, dass ich Prozesse durch Programmierung immer verbessern und optimieren kann.“ In seiner Freizeit interessiert sich Steffen für 3D-Druck: „Zuletzt habe ich mir selbst einen Becherhalter für den Rollstuhl gedruckt. Ein Spielkartenhalter ist derzeit noch in der Prototyp-Phase.“ Außerdem spielt Steffen Rollstuhlhockey bei den Breisgau Beasts. „Die Leute wissen häufig nicht, was sie machen sollen, wenn sie mich sehen. Dabei ist es ganz simpel: einfach fragen, was geht und was nicht geht“, ermuntert Steffen. „Das bringt uns dann alle weiter.“