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Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Die Interaktionellen Gruppen:

Museumsprojekt und Radioprojekt

Im Vordergrund dieser ergotherapeutischen Gruppen, steht die Arbeit an einem gemeinsamen Projekt nach einem selbst gewählten oder vorgegebenen Thema. 
Die Teilnehmer haben ein gemeinsames Ziel. 
Während der Planung sowie der Durchführung der einzelnen Projekte sind Kommunikation und Auseinandersetzung Schwerpunkt der Therapie. Die gegenseitige Anregung, Aktivierung, Motivierung und Unterstützung sind wesentliche Bestandteile der gruppenbezogenen Prozesse. Die Eigenverantwortung der Gruppe und damit jedes einzelnen Teilnehmers für die Erreichung des Projektziels nimmt einen wichtigen Stellenwert ein.

Die interaktionelle Methode ist für Patienten geeignet,

  • die sich wünschen, leichter auf andere Menschen zugehen und im Kontakt bleiben zu können
  • die immer wieder im Alltag - ob im Privaten oder bei der Arbeit - merken, dass sie zwar eigene Gedanken und Vorstellungen haben, diese aber nicht so richtig formulieren können
  • die Auseinandersetzungen und Konflikten aus dem Weg gehen
  • die das Bedürfnis haben, eigene Ausdrucksmöglichkeiten zu entdecken bzw. sie mehr auszuschöpfen
  • die ihre kreativen Fähigkeiten kennen lernen bzw. erweitern möchten
     

In Zusammenarbeit mit der Museumspädagogik
(Museum für Neue Kunst in Freiburg)

Die Patienten begeben sich mit der Ergotherapeutin einmal in der Woche ins Museum für Neue Kunst oder in eine Galerie und betrachten unter Anleitung einer Museumspädagogin ein Bild oder Objekt. Die Teilnehmer werden dazu angeregt, ihre Wahrnehmung zu schulen, sowie sich mit anderen bzw. neuen Sichtweisen und Lebenssituationen auseinanderzusetzen. Dadurch kann ein wertfreier Umgang mit Unbekanntem erprobt werden.
Im Anschluss an jeden Museumsbesuch folgt in der Museumswerkstatt die praktische Umsetzung des jeweiligen Themas. Somit kann das zuvor Erlebte „begriffen“ werden. Bei einem abschließenden Gespräch werden die unterschiedlichen Erfahrungen und Ansichten reflektiert. Dieser Austausch hilft, die eigenen Ansichten zu erweitern und die Kommunikation zu fördern.

Bei einem zweiten Termin trifft sich die Gruppe in den Räumen der Ergotherapie. Hier stehen verschiedene Materialien zur Verfügung, um die Ideen, die sich aus dem Museumsbesuch und dem Gespräch in der Gruppe entwickelt haben, in einer Gruppenarbeit umzusetzen.
Der Austausch und die Reflektion über die entstandenen Objekte, sowie über den Umgang miteinander sind wesentliche Bestandteile der Nachbesprechung.

Das Museumsprojekt ist für Patienten besonders geeignet, die

  • ihre Kreativität in ihren Alltag (Hobby) integrieren möchten
  • ihre Selbst- und Fremdwahrnehmung verbessern wollen
  • ihre Kooperations- und Interaktionsfähigkeit trainieren möchten
  • in einem geschützten Rahmen ihre Eigenverantwortung- und Entscheidungsfähigkeit stärken möchten

In Zusammenarbeit mit Radio Dreyeckland in Freiburg

Radio-“Machen“ ist ein kreativer und kommunikativer Prozess, während dem die Teilnehmer sich in verschiedensten Bereichen ausprobieren können. Sie lernen sich mitzuteilen, anderen zuzuhören, Verantwortung zu übernehmen, strukturiert zu recherchieren und am Computer mit Schneideprogrammen zu arbeiten.

Über den Umgang mit einem selbst gewählten Thema bietet sich die Möglichkeit, neue Impulse und Anregungen zu bekommen und das eigene Wissen zu erweitern. 
Die Gruppe gibt Raum, um Spontaneität und Improvisationsvermögen zu entwickeln, um kreative Ressourcen freizulegen und um die Entscheidungsfähigkeit zu trainieren. Im Kontakt mit anderen Gruppenmitgliedern und Interviewpartnern werden kommunikative und sozial kompetente Umgangsformen erlernt.

Sprechen in ein Mikrophon ist ungewohnt, kostet Überwindung und braucht Mut. Viele trauen sich nicht, ihre Stimme zu erheben, laut und deutlich zu sprechen. Die eigene Stimme klingt fremd oder gar unangenehm. Beim „Radio machen“ lernt man, auf seine Stimme zu hören, sie anzunehmen, man wird aufmerksam auf bestimmte Eigenheiten, die man vielleicht ändern mag. Und nicht selten ist man überrascht, wenn man letztlich sich und seine Stimme im Rahmen der fertig gestellten Sendung im Radio hört: das bin ich?! Klingt ja richtig professionell…

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Hauptstraße 5
79104 Freiburg

Information: 0761 270-65010


Aktuelle Weiterbildungen

Vortragsreihe "Corona Pandemie und psychische Gesundheit" beginnt am 25.01.2021 (Infos und Anmeldung)

Online-Symposium "Update Angsterkrankungen" am 27.01.2021 (Infos und Anmeldung)

PPA-Symposium am 25.09.2021 "Psychiatrie und Psychotherapie – aktuell" (Infos und Anmeldung)


COH-FIT Studie

Nehmen Sie an einer internationalen Umfrage teil: https://www.coh-fit.com/


Informationen für den Umgang mit psychischen Belastungen im Zusammenhang mit der 'Corona-Krise'

Hier finden Sie eine Auswahl von Empfehlungen, die sich bei der Bewältigung besonderer Belastungen bewährt haben.