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Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Laufende Projekte

(Eine vollständige Übersicht erhalten Sie über die Forschungsdatenbank)

Sonderforschungsbereich 1015 „Muße, Konzepte, Räume, Figuren“

Der Ruf nach Freiräumen der Muße in Wissenschaft und Gesellschaft ist unüberhörbar geworden. Längst überschlagen sich die Analysen unserer Gegenwart, die rasante Beschleunigung nicht nur in Verkehr, Handel oder Finanzwelt diagnostizieren, sondern auch im Bereich von Medien, Wissen und Kommunikation. Doch greift die Analyse zu kurz, wenn man die komplexen Prozesse monokausal auf ‚Beschleunigung‘ reduziert. Auch in beschleunigten Dynamiken können Freiräume der Muße entstehen. Muße führt also über Entschleunigung" hinaus. Sie ist auch nicht Freizeit, die immer nur von der Arbeitszeit her bestimmt wäre.

Die Muße hat vielmehr ihre eigene, offene Zeit, die zum Freiraum simultaner Möglichkeiten in Kreativität, Denken und Erfahrung wird. Dieses Potential der Muße macht sie so begehrenswert wie ambivalent; einerseits verheißt sie in besonderer Weise Erfüllung, andererseits führt sie aus alltäglichen Lebenszusammenhängen hinaus und kann insofern soziale Ordnungen destabilisieren. Entsprechend heterogen sind die Bedeutungen der Muße in unterschiedlichen literarischen und kulturellen Kontexten. Unser Ziel ist es, diese historisch vielfältigen Inszenierungen und Begründungen der Muße erstmals interdisziplinär und kulturübergreifend zu erforschen. Unser Forschungsverbund betreibt damit weder vordergründige Kulturkritik noch nutzt er Muße zur subtilen Erfolgsmaximierung. Vielmehr leistet er auf der Basis umfassender historischer Forschungen einen grundlegenden Beitrag zu der Frage, wie in der weitgehend effizienzorientierten Informationsgesellschaft der Gegenwart Möglichkeitsräume der Muße überhaupt herstellbar und begründbar sind.

Der Sonderforschungsbereich strebt daher theoretisch und methodisch gesicherte Kulturgeschichten der Muße an, die in Projekten aus der Philosophie, Soziologie, Psychologie und Ethnologie unmittelbar in die Erforschung der Gegenwart einmünden. Der SFB will mit diesem innovativen Programm der Frage nachgehen, wie kulturelle Ordnungen in der Muße Freiräume ihrer Überschreitung inszenieren und wie sie zugleich Lebensformen der Muße durch die spannungsreiche Figur der unproduktiven Produktivität vor Kritik von außen immunisieren. Freiräume der Muße im Wissenschaftsbetrieb werden dazugehören, denn Muße – das ist eine Ausgangsthese unserer Forschung – zählt zum Proprium einer jeden Wissenschaft. Unsere Vision ist letztlich, aus der Universität heraus gesellschaftliche Freiräume der Muße neu zu eröffnen und damit offensiv an der Gestaltung des vielfältigen Wandels der globalen Wissensgesellschaft mitzuwirken.

Teilprojekt A4: ‚Muße im schulischen Kontext- Förderung von Muße, Kreativität und seelischer Gesundheit durch eine achtsamkeitsbasierte Intervention‘

Der etymologische Ursprung der Schule liegt – im altgriechischen Wort scholé – in der Muße. Bedingt durch Zeittaktung, Zeitverdichtung und Leistungsdruck fehlt es dem Lebensraum Schule aber häufig an selbstbestimmten Gestaltungsfreiräumen und achtsamen Momenten. Damit im Zusammenhang steht eine hohe psychische Belastung bei Schüler/innen und Lehrer/innen. Im Rahmen des Sonderforschungsbereichs „Muße. Konzepte, Räume, Figuren“ soll das Teilprojekt 'Muße im schulischen Kontext - Förderung von Muße, Kreativität und seelischer Gesundheit durch eine achtsamkeitsbasierte Intervention' über eine achtsamkeitsbasierte  Intervention ein Zugang zur Muße im schulischen Kontext geschaffen werden, um seelische Gesundheit und Kreativität von Schüler/innen und Lehrer/innen zu fördern.

Folgende Fragen werden hierbei untersucht:

  1. Inwieweit kann das Erleben von Muße bei Schüler/innen und Lehrer/innen durch eine achtsamkeitsbasierte Intervention herbeigeführt und gefördert werden?
  2. Welche Auswirkungen auf die Kreativität und Gesundheit von Schüler/innen und Lehrer/innen ergeben sich durch die Interventionen

Der Zugang zum Phänomen der Muße soll in diesem Zusammenhang über die Haltung der Achtsamkeit erfolgen. Obwohl wissenschaftliche Studien bereits belegen, dass die Vermittlung von Achtsamkeit im Bildungsbereich mit vielfältigen positiven Effekten einhergeht, gibt es insbesondere im deutschsprachigen Raum noch kaum Studien zur Wirksamkeit von achtsamkeitsbasierten Interventionen im schulischen Kontext. Das Projekt bietet zu diesem Zweck Schüler/innen der 11. Jahrgangsstufe und Lehrer/innen an Gymnasien die Möglichkeit, freiwillig an einem kostenlosen Kurs für „Achtsamkeitsbasierte Stressbewältigung“ (auf Englisch: „Mindfulness-Based Stress Reduction“, abgekürzt MBSR) teilzunehmen. Den Kern der Intervention bilden acht zweistündige Kurseinheiten achtsamkeitsbasierter Stressbewältigung sowie ein ganztägiger Kurstag. Die Achtsamkeitskurse werden von zertifizierten MBSR-Lehrer/innen durchgeführt.

Um die Auswirkungen der Interventionen wissenschaftlich zu begleiten, werden in einem kontrollierten Wartegruppendesign über drei Kohorten verteilt jeweils etwa 96 Schüler/innen und 96 Lehrer/innen an drei Gymnasien separat an der achtsamkeitsbasierten Intervention teilnehmen. Evaluiert werden die Interventionen anhand eines mixed-method-Ansatzes mit quantitativen und qualitativen Methoden. Dabei kommen Testverfahren zur Erhebung von unterschiedlichen psychologischen Variablen zur Anwendung. Halbstrukturierte Einzelinterviews werden durchgeführt, um das Erleben von Achtsamkeit und Muße sowie die dadurch bedingten Veränderungsprozesse – sowohl auf individueller als auch kollektiver Ebene – zu erfassen. Das Konzept der Muße dient dabei sowohl als hermeneutische Kategorie als auch als Untersuchungsobjekt. Messzeitpunkte sind vor und nach der Intervention sowie nach einem Follow-Up-Zeitraum von vier Monaten nach dem MBSR-Kurs. Das Projekt versucht somit einen Beitrag für gelingende Bildungsprozesse in einem gesundheitsfördernden schulischen Kontext zu leisten, in dem Raum für Muße, Kreativität und Potentialentfaltung geschaffen wird. In diesem Sinn könnte die Schule wieder mehr zu einem Ort der scholé werden.

Projektleiter:

Prof. Dr. Joachim Bauer

www.psychotherapie-prof-bauer.de

Prof. Dr. Stefan Schmidt

www.kompmed.uniklinik-freiburg.de

Wissenschaftliche Mitarbeiter/innen:

Minh Tam Luong, Dipl.-Psych.

Sarah Gouda, M.Sc.-Psych.

Wissenschaftliche Hilfskräfte:

Bastian Heger

Britta Clasen

Link zum Teilprojekt Muße im schulischen Kontext- Förderung von Muße, Kreativität und seelischer Gesundheit durch eine achtsamkeitsbasierte Intervention auf der SFB-Homepage:

http://www.sfb1015.uni-freiburg.de/projekte/konzepte/konzepte/#a4

Der Einfluss von Metta Meditation auf selbstreferentielle neuronale Prozesse

Fynn-Mathis Trautwein, José Raúl Naranjo und Stefan Schmidt

Liebende Güte (Metta) Meditation ist ein Geistestraining, welches darauf ausgerichtet ist, warmherzige Gefühle gegenüber sich selbst und anderen Personen zu kultivieren. Bisherige Studien haben gezeigt, dass die Praxis dieser Meditationstechnik u.a. mit einer Zunahme positiver Emotionen, sozialer Verbundenheit und prosozialen Verhaltens einhergeht. Das Ziel unserer Studie war es, die diesen Veränderungen zugrunde liegenden Prozesse zu untersuchen. Der Fokus der Studie wurde dabei sowohl von Beschreibungen geleitet, welche in der kontemplativen und phänomenologischen Erfahrung verankert sind, als auch von aktuellen Befunden der sozialen und kognitiven Neurowissenschaften. So deuten Beschreibungen aus der buddhistischen Tradition darauf hin, dass die in der Metta Meditation angestrebte Vertiefung von Liebe und Mitgefühl eng mit einer Veränderung des Selbst-Erlebens verknüpft ist. Sozialpsychologische und neurowissenschaftliche Ergebnisse wiederum legen nahe, dass eine Überlappung selbst- und fremdbezogener Prozesse – oft als geteilte Netzwerke („shared networks“) oder Spiegelsystem („mirror system“) bezeichnet – eine zentrale Grundlage für die Fähigkeiten darstellt, Empathie zu empfinden, die Perspektive anderer Menschen zu verstehen und soziale Bindungen aufzubauen.

Wir untersuchten daher, inwiefern langjährige Praxis von Metta Meditation mit Veränderungen von neuronalen Repräsentationen des Selbst und Anderer einhergeht. Dazu luden wir 13 Langzeitpraktizierende von Metta Meditation sowie eine hinsichtlich Alter, Geschlecht, Bildung und Händigkeit äquivalente Kontrollgruppe in unser Labor ein und leiteten das Elektroenzephalogramm (EEG) ab. Wir erfassten dabei unter anderem Potenzialveränderungen, welche durch Bilder der eigenen Person bzw. einer nahestehenden Person ausgelöst wurden. Eine Reihe von Studien hat gezeigt, dass die P300, eine ab ca. 300 ms nach Stimuluspräsentation auftretende Positivierung des Potenzials, bei der Verarbeitung selbstreferentieller Stimuli eine höhere Amplitude aufweist als bei nicht selbstbezogenen Stimuli. Daher wurde die Differenz der P300 Amplituden, die durch das Bild der eigenen bzw. der nahestehenden Person ausgelöst wurden, als Indikator für das Ausmaß der Verknüpfung der Repräsentationen des Selbst und des Anderen herangezogen. Die Ergebnisse zeigten eine signifikant niedrigere Differenz der P300 Amplituden in der Meditationsgruppe. Außerdem korrelierte diese Differenz mit dem Ausmaß der individuellen Meditationspraxis und einem per Fragebogen erhobenen Maß uneingeschränkten Mitgefühls. Die Ergebnisse deuten somit auf eine Veränderung selbstbezogener Prozesse im Sinne einer zunehmenden Verbundenheit des Selbst mit Anderen bei Metta Meditation Praktizierenden hin. Allerdings zeigte eine kurze Metta Meditation im Labor keinen Einfluss auf die P300 Amplituden, weshalb die kausale Wirkung der Meditation nicht eindeutig belegt werden konnte.

Eine detaillierte Projektbeschreibung finden Sie hier.

Untersuchung der Auswirkungen von tieffrequentem Schall mittels EEG

Matthias Braeunig

(Kooperation mit der Bergischen Universität Wuppertal)

Tieffrequenter Schall mit Frequenzen unterhalb von 20Hz wird kaum mehr hörbar wahrgenommen. Dennoch kann er sich negativ bemerkbar machen in Schwindelanfällen oder Gleichgewichtsstörungen. Vermutlich sind Prozesse im Innenohr für diese Störungen verantwortlich. Wir suchen mittels EEG nach Signaturen dieser Beeinträchtigungen in der Gehirnaktivität.

Zeitreihen von Gehirn-elektrischen Korrelaten bei Stimulation durch Brummklänge

Matthias Braeunig

Bei EEG-Untersuchungen der Ruhebedingung (no-task) stellt sich die Frage nach der Referenz oder baseline. Dazu eignen sich Brummklänge (drones), die weder Rhythmus noch melodischen Inhalt haben. Sie erzeugen nur einen Kontrast, ohne selbst dem EEG ein Muster aufzuprägen. Die globale Dynamik der Gehirnaktivität wird mit drei-dimensionalen Zeitreihen dargestellt und erlaubt die Beschreibung von Attraktoren im Zustandsraum.

Literatur: Braeunig, M., Sengupta, R., and Patranabis, A. (2012). On Tanpura Drone and Brain Electrical Correlates. In S. Ystad, M. Aramaki, R. Kronland-Martinet, K. Jensen, and S. Mohanty (Eds.), Speech, Sound and Music Processing: Embracing Research in India (Vol. 7172, pp. 53–65). Berlin, Heidelberg: Springer Berlin Heidelberg. Retrieved from http://www.springerlink.com/content/e47g43322q115l30/

Warum meditieren Menschen? Die Meditations-Motivations-Skala

Birgit Netz, Stefan Schmidt

Meditation erhöht die Schmerztoleranz bei gesunden Erwachsenen (H1); Effekte der Meditation auf die Schmerzverarbeitung/-modulation werden von opioidergen Ziel: Ein ‚Fragebogen zu Motivation zur Meditation’ soll Teil eines umfassenden Meditationsklassifikationssystems werden, das geeignet ist eine meditative Praxis ohne Rückgriff auf weltanschauliche Theorien zu beschreiben. Ausgangspunkt waren Experteninterviews aus denen hervorging, dass die jeweilige Motivation primär ist für Meditation. Unser Ziel war es einen Fragebogen zu konstruieren, der die unterschiedlichen Faktoren für die Ausübung von Meditation bei regelmäßig Meditierenden abbildet.

Methoden: Zur Itemgenerierung wurde regelmäßig Meditierenden die Frage gestellt: Mit welchem Ziel/ welcher Intention/welcher Motivation meditierst du zur Zeit? Aus den Antworten wurde ein umfangreicher Itempool generiert. Der so entwickelte Fragebogen enthielt 58 Aussagen zur Motivation von Meditation und wurde online gestellt. Die Rekrutierung der Probanden erfolgte per Email über Meditationszentren sowie über diverse Mailverteiler und Homepages. Wir erhielten 597 Datensätze, die nach psychometrischen Kriterien bearbeitet wurden. Items mit hoher oder niedriger Schwierigkeit, geringer Trennschärfe oder einer großem Anzahl an Missings und Ausreißern wurden aussortiert. Die verbleibenden Daten wurden einer Exploratorische Faktorenanalyse unterzogen.

Neurobiologie der Meditation

Prof. Dr. med. Tobias Esch, Prof. Dr. phil. Stefan Schmidt

Meditation erhöht die Schmerztoleranz bei gesunden Erwachsenen (H1); Effekte der Meditation auf die Schmerzverarbeitung/-modulation werden von opioidergen Mechanismen übertragen, die durch den Opioid-Antagonisten Naloxon geblockt werden können – dabei ist vermeintlich der mu-Rezeptor (mu3/mu4) beteiligt (H2); eine Meditations-abhängige Schmerzmodulation bezieht endogenes Morphium mit ein, weswegen Morphium oder seine Vorstufen/Metaboliten im Plasma der Studienteilnehmer nachgewiesen werden können (H3); mögliche Unterschiede in den untersuchten Effekten korrelieren mit unterschiedlichen Aktivitäten des CYP2D6-Enzyms, weswegen hierzu begleitend eine Geno-Typisierung durchgeführt wird (H4)Basierend auf dem originalen Versuchsprotokoll von Amanzio und Benedetti von 1999 zur Beteiligung opioiderger Mechanismen an der Plazebo-Antwort und einer wiederholt gelungenen experimentellen Blockierung durch Naloxon, versuchen wir, jene Mechanismen auch in den bekannten Effekten einer einfachen und standardisierten Meditationspraxis auf die Schmerztoleranz zu bestätigen; dafür werden 30 gesunde Erwachsene, die zuvor auf Ihren Gesundheitszustand überprüft/befragt wurden und ihre formale Zustimmung gegeben haben (informed consent), in einem doppelt verblindeten RCT-Design auf zwei Gruppen verteilt, wobei die Interventionsgruppe neben den Messungen der Schmerztoleranz (experimentelle Ischämie im Vorderarm) auch eine einfache Meditationsschulung über 5 Tage erhält und anschließend im Kontext der erneuten Schmerztoleranzmessung (post) entweder Kochsalz oder eine gering dosierte Naloxon- Lösung verabreicht bekommt (bekanntes Standardprotokoll); neben der Messung der Schmerztoleranzzeiten werden Plasmaproben gewonnen, um die o.g. Fragestellungen weiter zu untersuchen; sämtliche Daten werden protokolliert und anonymisiert (zur Auswertung) sowie die Probanden während der Schmerzmessungen ärztlich beaufsichtigt; gängige Hygieneschutzbestimmungen sowie Datenschutzaspekte werden berücksichtigt (good clinical practice).

Achtsamkeit und Mitgefühlsmeditation in einem Palliativzentrum: eine Pilotstudie

Claudia Orellana-Rios, Martina Kern, Lukas Radbruch, Yesche Regel, Stefan Schmidt

Zunehmend werden vom Gesundheitspersonal neben hohen medizinischen Kompetenzen auch gute kommunikative Fähigkeiten erwartet sowie Empathie und eine Einbeziehung der PatientInnen und Angehörigen bei wichtigen medizinischen Entscheidungen. Diese Forderungen stehen im Gegensatz zu den immer knapper werdenden Ressourcen im Gesundheitssystem wie engen Arbeitsplänen oder Personalmangel. Gerade die Behandlung von chronisch kranken und sterbenden Menschen stellt eine besondere Herausforderung dar. Tagtäglich werden die Gesundheitshelfer mit Leid konfrontiert, mit voranschreitenden Symptomen und irreversiblen Schäden. Dies bedarf einer stärkeren emotionalen Hinwendung und kann zudem dazu führen, dass die eigene Tätigkeit nur noch als wenig sinnvoll empfunden wird. Es wird dann von einer so genannten „Gratifikationskrise“ gesprochen. Das Gefühl von Selbstwirksamkeit bei der Arbeit ist eingeschränkt. Einigen Studien zufolge stellen diese Bedingungen Risikofaktoren für psychische Belastungen, Erschöpfung und Distanzierung zu der eigenen Tätigkeit dar. Infolgedessen kann es auch zu einem Mangel an Mitgefühl und Empathie in der Begegnung mit den PatientInnen kommen. Dies verdeutlicht, wie wichtig die Entwicklung von Interventionen ist, die MitarbeiterInnen im Gesundheitssystem helfen, ihre Selbstregulations- und Bewältigungsstrategien zu stärken. Meditation und achtsamkeitsbasierte Interventionen stellen dabei eine viel versprechende Alternative dar. Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass diese eine Reduktion von Ängstlichkeit und Depressivität, eine Erhöhung von Empathie, Mitgefühl und Selbst-Mitgefühl sowie eine positive Auswirkung auf die beruflichen Fähigkeiten von MitarbeiterInnen im Gesundheitssystem bewirken können. Ziel der Studie ist die Untersuchung der Wirksamkeit eines Achtsamkeits- und Mitgefühl-Trainings. Die Übungen des Trainings finden vor Ort am Arbeitsplatz statt und können direkt in den Arbeitsalltag integriert werden.

Methodik: 27 MitarbeiterInnen eines Palliativzentrums nahmen an der Studie teil. Der Kurs bestand aus einem Einführungstag und 9 Übungstagen. Dabei wurden Übungen zur Entwicklung einer wachen Präsenz und zur Kultivierung von Mitgefühl (Metta und Tonglen) direkt am Arbeitsplatz praktiziert und durch Hausaufgaben konsolidiert. In einem mixed-method Ansatz wurden u. a. folgende Variablen vor und nach der Intervention untersucht: Burnout, wahrgenommener Stress, somatische Beschwerden, emotionale Kompetenzen, Ängstlichkeit, Depressivität sowie die Arbeitszufriedenheit. Mithilfe von halbstrukturierten qualitativen Interviews wurden 1. die Erlebnisse der MitarbeiterInnen im Zusammenhang mit dem Training analysiert und 2. im Sinne von Psychohygiene qualitativ untersucht, unter welchen Bedingungen es möglich ist, mitfühlend zu sein und gleichzeitig persönliche Ressourcen zu fördern.

Die Studie befindet sich in der Auswertungsphase und wird von der Buddha-Stiftung und von Alpha NRW (Ansprechstelle im Land NRW zur Palliativversorgung, Hospizarbeit und Angehörigenbegleitung) gefördert.

Conscious Induction of a Theta Rhythm in the EEG by a Healing Procedure

Prof. Dr. Stefan Schmidt

A new healing procedure termed ThetaHealing is making extraordinary claims regarding healing effects and healing mechanism. The method is propagating quickly but so far no scientific evaluation has been conducted. One of the basic claims of ThetaHealing is that the experienced theta healer enters via a special meditation in a so called 'theta state'. According to ThetaHealing alleged healing effects are taking place in this special state which is also induced in the patient by the healer. The name ThetaHealing originates from the fact that this 'theta state' is correlated with strong theta rhythmic activity patterns (4-7Hz) in the respective EEG of healer and patient. We will set out to assess this claim in a dual EEG study where we will record simultaneously EEG from 10 experienced Theta Healers and 10 naïve patients. We hypothesize that (i) the healer taught in this method can elicit theta rhythmic activity at will in his/her EEG. (ii) there will be an increase of theta rhythm brain activity in the patient once the ThetaHealer tries to connect to his/her state to the patient and (iii) there will be significant more correlational patterns between the healer's and the patient's EEG once both are in the so called theta state compared to a control condition.

Intensity and duration of needling sensations – a pilot study in osteoarthritis patients

Prof. Dr. Stefan Schmidt, José Raúl Naranjo, Carola Kaiser

Ziel dieser Studie ist es, bei Probanden/innen, die an schmerzhafter Arthrose des Knie- und/oder des Daumengelenks leiden, das Nadel-Gefühl (Deqi-Gefühl) zu untersuchen, das in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) eine große Rolle bei der Erklärung von Krankheit und Gesundheit spielt. Die Einführung und Bewegung einer Akupunkturnadel ruft eine bestimmte Kombination von Empfindungen hervor, die Deqi genannt wird. Da Deqi bisher kaum erforscht ist, versuchen wir mit dieser Studie mehr über dessen Intensität und Dauer zu erfahren. Dazu werden die Probanden/innen am Uni-Zentrum für Naturheilkunde von einer erfahrenen Ärztin akupunktiert und anschließend über ihre Empfindungen während der Akupunktur befragt.

Evaluierung der gesundheitlichen Wirkungen bei Exposition gegenüber Schienenlärm unter besonderer Berücksichtigung der DB-Trasse Basel-Offenburg (und der Haltbarkeit des Schienenbonus)

Prof. Dr. Volker Mersch-Sundermann, Dr. Stefan Schmidt, Christin Adrian

Umfangreiche Informationen zur Schienenlärmstudie finden sich hier.

Beyond anthropocentric empathy: ERP dynamics of empathy for non-human beings and ecosystems

José Raúl Naranjo, Dr. Verónica Sevillano* , Dr. Juan I. Aragonés**, Dr. Shihui Han***

* Department of Social Psychology, Faculty of Psychology, National University of Distance Education, Madrid, Spain

** Department of Social Psychology, Faculty of Psychology, Complutense University of Madrid, Spain

*** Cultural and Social Cognitive Neuroscience Laboratory, Department of Psychology, Peking University, Beijing, China

Human beings are intrinsically bonded to the natural world. Moreover, as living systems, we are deeply tuned to large-scale ecological processes in which we are embedded. Nevertheless, humans in modern industrial societies are usually heading away from the natural world, while transforming the natural landscapes to build all sorts of artefacts to make our lives easier and comfortable. Regretfully, this lifestyle has been accompanied by deforestation, stratospheric ozone depletion, loss of biodiversity and increased carbon dioxide in the atmosphere. Therefore, strategies to promote ecocentric attitudes are at the core of internationally concerted efforts and scientific inquiry. Several works including ours (Sevillano, 2007a; Sevillano et al., 2007b) suggests that inducing empathy may be a potent technique for creating more responsible ecocentric attitudes and motivate us to protect other forms of life, including non-human beings. The evidences so far indicate that empathy towards nonhuman beings is a reliable human attribute and that empathy is stronger towards phylogenetically closer animals. However, it is still not clear which are the neural mechanisms underlying empathy towards non-human beings.

In this proposed joint project involving four different universities, we aim to investigate for the first time the cognitive and neural processes of ecocentric empathy. This will be done by a multimethod approach to the empathic response of proenvironmental activists to visual stimulus showing humans, animals, plants and ecosystem in distressing situations. Our approach will include EEG and advanced source analysis methods, physiological measures of emotional response and subjective empathy ratings. The data from the pro-environmental activists will be compared to the results obtained from a non pro-environmental group.

We believe that this cognitive neuroscience approach to human empathy towards nonhuman beings may certainly advance our understanding of the neural mechanisms of ecocentric empathy and devise strategies to effectively cultivate this basic human ability.

Self-Compassion: Ein neues Konzept positiver Selbstzuwendung. - Eine deutsche Adaptierung der „Self-Compassion Scale“

Stefan Schmidt und Carsten Bartel

Das noch relativ junge Konstrukt des Self-Compassion, eine Persönlichkeitseigenschaft, die wohl am ehesten mit selbstbezogenem Mitgefühl übersetzt werden kann, hat in den letzten Jahren eine zunehmende Aufmerksamkeit in der psychologischen Forschung erfahren. Self-Compassion bezieht sich auf den individuellen Umgang mit den Schwierigkeiten des Lebens, in welchem sich zugleich die Einstellung zu sich selbst manifestiert. Die Forschung zu diesem Konstrukt ist jedoch weitestgehend auf dem amerikanischen Raum begrenzt und deutsche Beiträge hierzu fehlen bisher sogar gänzlich. Um einen ersten Schritt zur Untersuchung von Self-Compassion an deutschen Stichproben zu unternehmen, ist die Adaptierung der Self-Compassion Scale (SCS; Neff, 2003b) notwendig, welche mit der geplanten Arbeit unternommen werden soll. Hierzu wird der ursprüngliche Itempool, welcher zur Entwicklung der SCS geführt hat, ins Deutsche übersetzt und an einer deutschen Stichprobe zum Einsatz kommen. Dies wird mittels des kombinierten Einsatzes einer Fragebogen- und einer Online-Version der Skala realisiert. Die Daten zur deutschen Version des Fragebogens sollen sowohl itemanalytisch als auch faktorenanalytisch ausgewertet werden, um die Qualität des adaptierten Instruments zu untersuchen. Ziel ist, ein vergleichbares deutsc

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