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Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Subjektive Vorstellungen von Schmerz und Leiden bei Frauen mit Fibromyalgie

Björn Müller und Stefan Schmidt

Schmerz ist, laut der Definition der International Association for the study of Pain (IASP) immer eine subjektive Erfahrung. Für Klini¬ker wie Forscher bleibt die Subjektivität des Schmerzes schwer fassbar. Patientennarrative eröffnen uns, wie Individuen ihre Leben rekonstruieren und ihnen Sinn geben, während sie damit kämpfen den Herausforderungen chronischer Krankheiten zu begegnen. Sie zeigen wie Patienten ihre Krankheitsgeschichte in ihre andauernde Lebensgeschichte integrieren. Sie geben uns Metaphern, um die Erfahrung von Krankheit zu verstehen. Diese Forschungsarbeit ist eine qualitative, textanalytische und interpretative Interviewstudie mit Fibromyalgie-Syndrom (FMS) Patientinnen Forschungsleitende Fragen sind:

"Wie erleben Menschen Schmerz? Wie manifestiert sich das FMS in der erzählerischen Konstitution von Krankheitsbiographie, Selbsterleben und Leiblichkeit? Wie stehen Schmerz und Leiden in Beziehung miteinander?"

Dafür sind bis zu 16 Interviews mit Teilnehmerinnen einer abgeschlossenen Studie der Sektion Komplementärmedizinische Evaluations¬forschung am Universitätsklinikum Freiburg geplant. Die Teilnehmerinnen haben jeweils einen Kurs in Achtsamkeitsbasierter Stressbewältigung (MBSR), oder einen Entspannungskurs besucht. Die Hypothese lautet, dass sich in den narrativen episodischen Interviews abhängig von der vorherigen Teilnahme in einer Achtsamkeits- bzw. Ent¬spannungsgruppe sprachlich-narrative und kommunikative Unterschiede zei¬gen. Die narrative Gesprächstechnik ermöglicht die Kontextualisierung der Symptomatik, und damit die Entfaltung von Sinn und Bedeutung der Symptome. Zentrale Analysekategorien werden die bewertungs- und hand¬lungsrelevanten subjektiven Deutungsmuster und Vorstellungen bzw. Theorien, die die Betroffenen bezüglich ihrer Krankheit und den chronischen Schmerzen in ihrem Leben entwickelt haben, sein.

Von dieser Forschungsarbeit ist zu erwarten, dass sie ein vertieftes Verständnis von Schmerz und Leiden bei Frauen mit FMS ermöglichen wird. Insbesondere auch im Rückblick auf die durchlaufenen Interventionen.