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Schiefe Männlichkeit: Enzymtherapie hilft bei Penisverkrümmung

Minimal-invasive Behandlungsmethode erreicht Korrektur um durchschnittlich 30 Grad

Weit über eine halbe Million Männer in Deutschland leidet Schätzungen zufolge an einer unnatürlichen Penisverkrümmung, Induratio penis plastica genannt. Die Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Freiburg bietet nun als eine der ersten Kliniken in Deutschland eine minimal-invasive Behandlungsmethode an. Dabei wird eine Mischung aus zwei Enzymen, Kollagenasen des Bakteriums Clostridium histolyticum, direkt in den ursächlichen Bindegewebsknoten am Penis injiziert. Das erlaubt ein manuelles Modellieren und Ausrichten des Penis, der im Durchschnitt um 30 Grad begradigt werden kann. Das entsprechende Präparat ist seit Februar 2015 von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) für die Therapie zugelassen. Der Induratio penis plastica liegt eine Bindegewebsverhärtung zugrunde. Diese führt zu einer einseitigen Verkürzung des Penis und im erektilen Zustand zu einer Krümmung. Sexuelle Handlungen können dadurch unmöglich werden. Die biologische Ursache ist bislang unbekannt. Meist sind Männer zwischen 40 und 70 Jahren betroffen. Abgesehen von einer chirurgischen Korrektur zielen konservative Therapien bislang meist nur auf eine Verlangsamung der Krankheit oder auf Schmerzlinderung.

Hilfe für Körper und Psyche der Männer

„Mit der neuen Therapie steht betroffenen Männern endlich eine minimal-invasive Methode zur Verfügung, die auch in schweren Fällen Besserung bringen kann“, sagt Prof. Dr. Ulrich Wetterauer, Ärztlicher Direktor der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Freiburg. Die Klinik war bereits an der Zulassungsstudie für das Medikament beteiligt und verfügt daher über besondere Erfahrungen bei der neuartigen Behandlung. Dabei werden im Abstand mehrerer Wochen die Wirkstoff-Einheiten in die verhärtete Stelle injiziert. Durch die Kombination aus enzymatischer Aktivität und manueller Flexibilisierung löst sich die Gewebeverhärtung und die Krümmung bildet sich zurück. Nachdem eine erste Zulassung des Wirkstoffs im Jahr 2012 aufgrund ungenügender Datenlage abgewiesen wurde, konnte nun eine klinische Studie an 832 Patienten eine signifikante Wirkung der Therapie nachweisen. Die Behandlung sollte nur von qualifizierten Urologen durchgeführt wird, die bestehende Risiken und Komplikationen frühzeitig erkennen. Da sich die Behandlungskosten auf mehrere tausend Euro belaufen können, wird eine Abklärung der Kostenübernahme durch die jeweilige Krankenkasse dringend empfohlen.

Kontakt:

Dr. Christian Leiber

Sektionsleiter Andrologie

E-Mail: christian.leiber@uniklinik-freiburg.de
Telefon: +49 (0)761 270-28930
Spezialgebiet: Erektionsstörungen incl. Penisprothesen, Hormonstörungen des Mannes

 

Ärztlicher Direktor

Prof. Dr. med. Christian Gratzke

Klinik für Urologie
Hugstetter Str. 55
79106 Freiburg

Ambulante Termine & Notfälle
Telefon 0761 270-28930
Telefax 0761 270-28960
urologie.leitstelle@uniklinik-freiburg.de

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Ausgzeichnete Qualität - Urologie des Universitätsklinikums Freiburg in der FOCUS Klinikliste 2021

Ausgzeichnete Qualität

Urologie des Universitätsklinikums Freiburg in der FOCUS Klinikliste 2021