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Zentrum für Geriatrie und Gerontologie Freiburg - ZGGF

Ambulante Geriatrische Rehabilitation

Erkrankungen und Behinderungen im Alter können die Selbständigkeit im Alltag und das seelische Wohlbefinden stark beeinträchtigen. Viele ältere Menschen können sich nicht mehr gut bewegen oder haben Angst vor Stürzen. Geschicklichkeit und Gedächtnis lassen nach.
Dies kann dazu führen, dass z. B. das Baden, Ankleiden oder Einkaufen, der Besuch der Kirche oder von Freunden und Verwandten schwerer fällt.
Wenn Mobilität und die Kräfte in der selbständigen Lebensführung nachlassen, kann Ambulante Geriatrische Rehabilitation (AGR) helfen.

Am Universitätsklinikum Freiburg erhalten Patientinnen und Patienten ein auf die Beschwerden individuell abgestimmtes Therapieprogramm.
Dies umfasst neben Physiotherapie, physikalische Maßnahmen, Ergotherapie , Logopädie, therapeutische Pflege auch soziale Beratung und die ärztliche Begleitung.
Eventuelle Beeinträchtigungen im Denken werden durch neuropsychologische Untersuchungsverfahren berücksichtigt und gegebenenfalls in das Therapiekonzept integriert. 

Ziel der AGR ist es älteren Menschen mit mehreren behandlungsbedürftigen Erkrankungen beim Erhalt oder Wiedererlangen der Selbständigkeit zu unterstützen. Stationäre Behandlungen können so vermieden oder abgekürzt werden. Dadurch werden Pflegebedürftigkeit reduziert, Selbständigkeit und Lebensqualität verbessert.

Der Vorteil für die Patienten ist, dass sie tagsüber zur Rehabilitation kommen und weiter zu Hause in ihrer vertrauten Umgebung wohnen können. Gerade durch den täglichen Vergleich zwischen Rehabilitation und Alltagserfahrungen können die wieder erlangten Fähigkeiten auf ihre Wirksamkeit im häuslichen Umfeld überprüft und im Gespräch zwischen Patienten und Rehabilitationsteam zeitnah angepasst werden.

Die Rehabilitation findet in Abhängigkeit von der individuellen Belastbarkeit, in der Regel über vier bis sechs Stunden, an zwei bis fünf Tagen pro Woche statt. Das Rehabilitationsziel wird individuell festgelegt.

Details können Sie unserem Informationsblatt entnehmen.

Indikation zur Ambulanten Geriatrischen Rehabilitation

Aufnahmebedingungen für die AGR sind in der Regel ein Alter über 70 Jahre, bestehende Multimorbidität, d. h. mehr als zwei behandlungsbedürftige Erkrankungen, sowie das Vorliegen einer Kostenübernahme für eine AGR seitens des Kostenträgers, in der Regel der Krankenkasse. Zudem muss die häusliche Versorgung gesichert sein; ebenso eine ausreichende Stabilität um die Rehabilitationseinrichtung:

  • durch einen von uns organisierten Fahrdienst
  • Privat oder
  • Öffentliche Verkehrsmittel

in angemessener Zeit zu erreichen.

Typische Beispiele für behandlungsbedürftige Erkrankungen sind:

  • Erkrankungen des Nervensystems: Parkinson-Syndrom, Schlaganfall
  • Behinderungen bei Diabetes mellitus, Arteriosklerose oder nach Amputation
  • Herz-/Lungenerkrankungen
  • Mangelnde Beweglichkeit nach Hüft- oder Knieoperationen
  • Gleichgewichtsstörungen, Stürze, Osteoporose
  • Allgemeine Schwäche nach schweren Erkrankungen
  • Belastungsabhängige Schmerzen
  • begleitende Stimmungslabilität wie Depression oder leichte kognitive Einschränkungen

Die AGR wird in der Regel beantragt:

  • von zuhause durch Ihren Haus- oder Facharzt (Heilverfahren) oder
  • vom Krankenhaus durch Ihren Stationsarzt in Zusammenarbeit mit den Sozialdiensten (Anschlussheilbehandlung)

Zur Mitbeurteilung der Voraussetzungen für eine AGR ist das ZGGF bei ambulanten Patienten durch eine Vorstellung in der Geriatrischen Ambulanz gerne behilflich. Bei stationären Patienten kann hierzu unser Konsildienst angefordert werden.

Während der AGR wird je nach Therapiebeginn eine kleine Mahlzeit gereicht. Die regelmäßig einzunehmenden Medikamente werden vom Hausarzt verordnet. Eine gegebenenfalls neu aufzunehmende Medikation wird nach Absprache zwischen der Rehabilitationseinrichtung und dem Haus- oder Facharzt von der Rehabilitationseinrichtung zur Verfügung gestellt.

Die AGR umfasst:

  • Ärztliche Behandlung und Beratung in enger Absprache mit dem Hausarzt
  • Physiotherapie zur Verbesserung von Gangsicherheit und Gleichgewicht
  • Ergotherapie zur Verbesserung der alltagspraktischen Verrichtungen
  • Logopädie zur Verbesserung von Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen
  • Physikalische Therapie zur Linderung von Schmerzen, Ödemen und Muskelverspannungen
  • Aktivierende Pflege / Kontinenzberatung
  • Neuropsychologie: Diagnostik und Therapie bei Hirnleistungsstörungen
  • Ernährungsberatung
  • Sozialberatung bei Fragen zu Pflege, Behinderung, wohnortnahen Unterstützungs- und Versorgungsstrukturen
  • Hilfsmittelberatung und -versorgung, Beratung zu Wohnraumgestaltung ggf. mit Hausbesuch

Die Rehabilitation erfolgt nach Erkrankung und Absprache

  • im Zentrum für Geriatrie und Gerontologie Freiburg, ZGGF, gegenüber der Agentur für Arbeit, in einem Flachbau in der Lehener Str. 88 oder
  • im Neurozentrum, direkt an der Breisacher Straße 64, auf Höhe des hohen gelb-schwarzen Reifes.

Die Behandlung findet werktags zwischen 8.00 h und 16.00 h nach einem mit Ihnen abgesprochenen Terminplan statt.

Was Sie selbst für sich tun können: www.aktiv-in-jedem-alter.de

Zentrum für Geriatrie und Gerontologie Freiburg

Lehener Strasse 88
79106 Freiburg

Sekretariat
Angelika Kotz
Tel:  0761-270-70980
Fax: 0761-270-70890
Mail: zggf-info@uniklinik-freiburg.de

Ärztliche Leitung des ZGGF

Dr. Bernhard Heimbach