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Welche Möglichkeiten der Therapie gibt es ?
Die einzige Therapie eines Bruches ist die Operation. Ein Bruchband verhindert nur die Vergrösserung des Bruches. Zusätzlich schwächt es die Bauchmuskulatur und trägt somit indirekt zum Fortschreiten der Erkrankung bei.
Traditionelle Operationsverfahren verbinden die defekte Bauchwand und Muskelschichten mit einer Naht. Da die Muskeln weich und beweglich und die Bänder starr und rigide sind können sich die Strukturen wieder voneinander trennen oder die Nähte können durch die auftretende Spannung durch das Gewebe schneiden. Dies führt zu einem Wiederauftreten der Hernie.
Modernere Verfahren verwenden zur Reperatur und Deckung des Defektes in der Bauchwand ein Netz. Durch die sich um das Netz bildende Gewebeplatte wird das Loch in der Bauchwand gedeckt und die Bruchsackinhalte können nicht mehr nach aussen dringen. Nach Operationen mit einem Kunststoffnetz ist die Wahrscheinlichkeit des Wiederauftretens einer Hernie sehr gering.
Abb 1: Kunststoffnetz für den Bruchlückenverschluß nach Rutkow
Bei den meisten Leistenhernien genügt es, über einen 4-6 cm grossen Schnitt in der Leiste eine regenschirmförmige Netzplombe (Abb.1 - Technik nach Rutkow) in den Bruch einzusetzen. Diese Netzplombe verschliesst völlig spannungsfrei den Defekt in der Bauchwand. Wenige sich selbst auflösende Nähte halten die Plombe bis zur Einheilung an Ort und Stelle fest, so dass es zu möglichst kaum einer Gewebreaktion und Schwellung kommt. Das umgebende Gewebe wächst in den Plug ein und hält diesen dauerhaft in seiner Position
Bei grösseren Defekten und Schenkelhernie verwenden wir zur Deckung ein zweilagiges Netz, das einen kompletten Verschluss der Bruchlücke von innen und aussen garantiert (Abb. 2 - Technik nach Gilbert).
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Abb 2: Prolene Doppelnetz für den Hernienverschluss nach Gilbert
Wenn der Bruch nach einer Operation erneut auftritt und bei beidseitigen Bruchlücken, die auf beiden Seiten bestehen, ist auch ein Vorgehen in minimalinvasiver Technik ("Schlüssellochchirurgie / Laparoskopie") möglich. Hierbei wird die Operation über 3 maximal 1 cm grosse Schnitte in der Bauchwand operiert. Die Bruchlücke wird ebenfalls mit einem Netz verschlossen, das hierbei jedoch von Innen an die Bauchwand gelegt wird.
Die Techniken mit Netzeinlage haben den Vorteil, dass eine frühe körperliche Belastbarkeit schon bald nach der Operation möglich ist.
Als Zentrum der Maximalversorgung und Teil des Universitätsklinikums besitzen wir neben der Routineversorgung von Leistenhernien besondere Erfahrung in der Therapie von mehrfach wiederaufgetretenen Brüchen (Rezidivhernien), Brüchen neben künstlichen Darmausgägen (parastomale Hernien) und grossen Narbenbrüchen.
Wann ist eine ambulante Operation sinnvoll?
Geplante Bruchoperation können in Narkose oder in Lokalanästhesie (örtlicher Betäubung) durchgeführt werden. In unserer Klinik ist die unkomplizierte Versorgung von Leistenbrüchen in örtlicher Betäubung als ambulanter Eingriff möglich. Durch diese schonende Operationsmethode besteht nach einer Überwachungsphase die Möglichkeit noch am selben Tag nach Hause zu gehen.
Insbesondere bei Patienten ohne gravierende Begleiterkrankungen an Herz und Lunge empfehlen wir eine ambulante Operation.
Für Patienten mit Begleiterkrankungen bieten wir als Zentrum der Maximalversorgung die höchst mögliche Sicherheit einer optimalen medizinischen Betreuung und stationären Versorgung an.
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