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Freiburg, 13.02.2020

Künstliche Intelligenz verbessert Darmkrebs-Vorsorge

KI-basiertes System am Universitätsklinikum Freiburg entdeckt bei einer Darmspiegelung bis zu zehn Prozent mehr Darmkrebs-Vorstufen / Darmkrebs-Monat März soll für Vorsorge werben


Um bei einer Darmspiegelung noch mehr und kleinere Krebsvorstufen sicher zu entdecken, setzen Endoskopie-Expert*innen des Universitätsklinikums Freiburg jetzt auf Künstliche Intelligenz (KI). Das System analysiert während der Darmspiegelung, auch Koloskopie genannt,  die Live-Videobilder und markiert verdächtige Stellen auf dem Monitor mit einem grünen Rechteck. Studien zeigen, dass Ärzt*innen damit etwa zehn Prozent mehr Krebsvorstufen finden als ohne KI-Unterstützung. Seit Jahresbeginn werden am Universitätsklinikum Freiburg alle Vorsorgekoloskopien mit Hilfe des neuen Systems durchgeführt. Mehr als 50 Personen wurden so bereits erfolgreich untersucht. Damit ist Freiburg das erste Universitätsklinikum in Deutschland, das die neue Technik regulär einsetzt.

„Mit Unterstützung der Künstlichen Intelligenz können wir unseren Patient*innen noch größere Sicherheit bei der Darmkrebsvorsorge bieten“, sagt PD Dr. Arthur Schmidt, Leiter der Interdisziplinären Endoskopie an der Klinik für Innere Medizin II des Universitätsklinikums Freiburg. Das System kann auch sehr erfahrenen Mediziner*innen helfen, auffällige Gewebestrukturen sicherer zu erkennen. „Damit können wir insbesondere sehr kleine Vorstufen noch sicherer entdecken und entfernen“, so Schmidt.

Das System wurde anhand mehrerer tausend Aufnahmen verdächtiger Krebsvorstufen mit dem sogenannten Deep-Learning-Verfahren trainiert. Dabei entwickelte die Software eigene Suchmuster, mit denen die Erfolgsquote für das Erkennen dieser Gewebe besonders hoch war. Da die optischen Markierungen unmittelbar währen der Untersuchung in das Koloskopie-Bild eingeblendet werden, ist keine Einarbeitungszeit für die Ärzt*innen nötig. „Während der menschliche Blick immer auf einen Punkt im Bild fokussiert, hat die KI jederzeit das gesamte Bild im Blick. Letztendlich beurteilen und entscheiden aber natürlich wir Menschen, ob etwas entfernt werden muss“, sagt Schmidt.

Koloskopie: Eines der wirksamsten Werkzeuge der Krebsfrüherkennung

Etwa 60.000 Menschen erkranken in Deutschland jährlich an Darmkrebs. Mit regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen ließe sich ein Großteil der Erkrankungen vermeiden. Denn die Vorsorge-Darmspiegelung gilt als eines der wirksamsten Werkzeuge der Krebsfrüherkennung überhaupt. Sie wird von den Krankenkassen ab einem Alter von 55 Jahren alle zehn Jahre gezahlt. Bei Personen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko, etwa mit Fällen von Darmkrebs in der Familie, kann auch eine frühere Untersuchung sinnvoll sein.

Bei der Koloskopie untersuchen Ärzt*innen den Zustand des Dickdarms. Dafür wird ein spezielles Endoskop eingeführt, das sofort ein bewegtes und beleuchtetes Bild aus dem Körperinneren liefert. Wird verdächtiges Gewebe erkannt, kann dieses direkt mit einer Drahtschlinge abgetrennt und zur weiteren Untersuchung ins Labor geschickt werden. Seit einigen Jahren gilt der März als „Darmkrebs-Monat“. Damit soll unter anderem auf die Bedeutung der präventiven Untersuchung hingewiesen werden.

Bildunterschrift:
Mittels Künstlicher Intelligenz erkennt die Software während der Darmspiegelung verdächtiges Gewebe und unterstützt so die Endoskopie-Expert*innen. © Universitätsklinikum Freiburg

Videoinformation:
Sobald verdächtiges Gewebe auf dem Monitor erscheint, wird es mit einem grünen Rechteck markiert. Auch bei Kamerabewegungen bleibt die Markierung recht genau. © Universitätsklinikum Freiburg

Kontakt:
PD Dr. Arthur Schmidt
Ärztlicher Gesamtleiter Endoskopie
Klinik für Innere Medizin II
Universitätsklinikum Freiburg
Telefon: 0761 270-25424
arthur.schmidt@uniklinik-freiburg.de


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