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Freiburg, 22.10.2019

Vorreiter bei frühen klinischen Studien für Kinder

Das Universitätsklinikum Freiburg eröffnet am 29. Oktober 2019 die bundesweit erste fachübergreifende Einheit für frühe klinische Studien bei Kindern / Mangel an Zulassungs-Studien für Medikamente erschwert bislang die Therapie


Zulassungshürden, mangelnde finanzielle Anreize, geringe Patientenzahlen: Es gibt viele Gründe, weshalb Medikamente nicht für Kinder zugelassen sind. Um diese Lücke zu schließen und klinische Studien in allen pädiatrischen Fachbereichen stärker voranzutreiben, wird jetzt am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Freiburg eine eigene Einheit eingerichtet. In der sogenannten Kinder-Early Clinical Trials Unit  (Kinder-ECTU) werden erstmals in Deutschland frühe pädiatrisch-klinische Studien aus den verschiedenen Spezialbereichen der Kindermedizin wie Kinderkardiologie, Neuropädiatrie, Onkologie, Neonatologie, Gastroenterologie und Infektiologie übergreifend in einer eigenen Einheit entwickelt, betreut und ausgewertet. Dabei bleiben die speziellen Bedürfnisse der jungen Patienten und ihrer Familien stets im Blick. Für die Kinder-ECTU findet am Dienstag, 29. Oktober 2019 von 12.30 Uhr bis 14.30 Uhr eine Eröffnungsveranstaltung im Großen Hörsaal des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin in der Mathildenstraße 1 in Freiburg statt. Interessierte sind herzlich eingeladen.

„Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Erfahrungen aus Studien bei erwachsenen Patienten können nicht einfach auf Kinder übertragen werden. Mit unserer neuen Einheit möchten wir sicherstellen, dass auch Kinder und Jugendliche von vielversprechenden Therapieansätzen profitieren können. Wir müssen neue Medikamente schneller zu den jungen Patienten bringen, denn Kinder und Jugendliche dürfen nicht vom Fortschritt abgehängt werden“, sagt PD Dr. Simone Hettmer, Oberärztin am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Freiburg.

Studien bei Kindern unterscheiden sich auf vielen Ebenen von denen bei Erwachsenen: Kleinkinder können keine Tabletten schlucken, der Wirkstoff muss als Saft verabreicht werden. Der Abbau der Medikamente ist bei kleinen Kindern anders als bei Jugendlichen; deren Stoffwechsel unterscheidet sich wiederum von dem der Erwachsenen. Auch sind bei Kindern besondere Studienregularien zu beachten, und bereits in der Studienplanung muss Zeit und Raum für die Gespräche mit den Kindern und innerhalb der Familien eingeplant werden. Zudem gehören  viele, gerade schwere Krankheiten im Kindesalter zu den seltenen Erkrankungen. „Unsere neuen Einheit stellt die Infrastruktur bereit, die notwendig ist, um auf die besonderen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen in frühen klinischen Studien einzugehen und unseren Patienten die Teilnahme an frühen klinischen Studien zu ermöglichen“, so Hettmer weiter.

Der Gastreder der Eröffnungsfeier  ist Prof. Dr. Matthias Schwab, Direktor des Dr. Margarete-Fischer-Bosch-Instituts für Klinische Pharmakologie in Stuttgart und Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Prof. Schwab erforscht, warum Arzneimittel bei verschiedenen Personen unterschiedlich wirken. Seit 2018 leitet er das „German Network for Paediatric Trials“ im Rahmen der europäischen „Conect 4 Children“ Initiative, die sich für eine bessere Berücksichtigung von Kindern und Jugendlichen bei der Entwicklung neuer, innovativer Therapien einsetzt. Das Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikum Freiburg ist ein Partner von „Conect 4 Children“.

Kontakt:
PD Dr. Simone Hettmer
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
Universitätsklinikum Freiburg
simone.hettmer@uniklinik-freiburg.de
Telefon: 0761 270-45140


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