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Wir überwinden Grenzen

Ferien-Blutwäsche hilft Nierenpatienten

Dialyse

(03.01.2018)  Viele Menschen, deren Nierenfunktion gestört ist, müssen mehrmals pro Woche zur Blutwäsche. Damit die Betroffenen trotzdem mobil sein und Urlaub machen können, bietet das Universitätsklinikum Freiburg einen ganz besonderen Service an. 

Sie sind die Giftfilter unseres Körpers: Die links und rechts im Bauch liegenden Nieren entziehen dem Blut giftige Stoffe, regulieren den Mineralhaushalt und den Wassergehalt des Körpers. Doch verschiedene Krankheiten können sie schwer schädigen. Dann hilft den Betroffenen nur eine Transplantation. „Das oft jahrelange Warten auf ein Spenderorgan können wir mit einer Dialyse überbrücken, die auch Blutwäsche genannt wird“, sagt Professor Dr. Gerd Walz, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin IV (Schwerpunkt: Nephrologie und Allgemeinmedizin) des Universitätsklinikums Freiburg.

Patienten mit Nierenschäden sind – auch im Urlaub – am Universitätsklinikum Freiburg in guten Händen. © natali_mis/fotolia.de

Ungefähr 75.000 Menschen in Deutschland sind auf eine regelmäßige künstliche Blutwäsche angewiesen. Die meisten Betroffenen müssen darum zwei bis drei Mal wöchentlich für mehrere Stunden zum behandelnden Arzt.

Wie funktioniert eine Dialyse

Es gibt zwei unterschiedliche Dialyse-Verfahren. Bei der Hämodialyse wird das Blut außerhalb des Körpers durch einen Filter mit einer hauchdünnen Membran geleitet, durch die die Giftstoffe hindurchtreten. Bei der Peritonealdialyse wird ein ähnliches Verfahren genutzt. Allerdings wird hier als Membran das Bauchfell genutzt. Dieses kleidet den gesamten Bauchraum von innen aus. Für die Dialyse wird eine Spülflüssigkeit in den Bauchraum eingeleitet. Giftstoffe und überschüssige Salze reichern sich dann in der Flüssigkeit an, die nach einigen Stunden wieder abgelassen wird.

Dank Feriendialyse in Urlaub fahren

„Die Dialyse bestimmt große Teile des Alltags der Betroffenen. Da ist es umso wichtiger, im Urlaub mal eine Auszeit nehmen zu können“, sagt Professor Walz. Darum bietet die Klinik für Innere Medizin IV des Universitätsklinikums Freiburg eine sogenannte Feriendialyse an. Dialysepflichtige können sich vor Beginn ihres Urlaubs an die Klinik wenden und eine teilstationäre Dialyse-Behandlung vereinbaren. „Wichtig ist, dass mit den Krankenkassen vorab die Kostenübernahme geklärt ist“, rät Professor Walz. „Ein Vorteil der teilstationären Dialyse für die Patienten ist, dass akute gesundheitliche Problemen wie Infekte oder Unfälle bei uns in einem Haus der Maximalversorgung sofort abgeklärt werden können.“

Die Patienten werden nur nach dem neuesten Stand der Dialysetechnik von erfahrenen Pflegekräften und Dialyseärzten behandelt. „Wir vereinbaren ganz flexible Zeiten mit den Patienten, so dass sie den Urlaub in der Region so gut wie möglich genießen können“, sagt der Nierenspezialist.

Zahl der Nierenkranken steigt dramatisch

Ein solches Angebot ist besonders wichtig, da immer mehr Menschen chronische Nierenschäden entwickeln. Grund hierfür ist der steigende Anteil an Menschen mit Diabetes, einer der Hauptursachen für Nierenschäden. Aber auch erblich bedingte Krankheiten wie Zystennieren können zu einem Versagen führen. Dabei bilden sich in dem Organ flüssigkeitsgefüllte Hohlräume, die eine normale Nierenfunktion unmöglich machen.

So deutet sich eine Nierenschwäche an


Bei einer chronischen Nierenschädigung vergiftet sich der Körper nach und nach selbst mit Harnstoff. Zunächst kommt es zu unspezifischen Anzeichen wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit oder steigendem Blutdruck. Flüssigkeitseinlagerungen unter anderem in der Lunge machen das Atmen schwer. Mit Fortschreiten der Krankheit kann es zu Blutarmut kommen, die sich oft in einer blass-grauen Hautfarbe äußert. Schließlich drohen Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen, Übelkeit bis hin zu Bewusstseinsveränderungen und Koma. „Die Symptome einer chronischen Nierenschwäche sind sehr unspezifisch. Deshalb ist eine ausführliche Untersuchung durch den Hausarzt oder durch einen Nierenspezialisten essentiell“, sagt Professor Walz.

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