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Wir überwinden Grenzen

Fasten oder Crash-Diät

Naturheilkunde

(14.02.2018)  Mit dem Aschermittwoch beginnt wieder die Fastenzeit. Manch einer nutzt die Gelegenheit, um überflüssige Kilos loszuwerden. Was dabei beachtet werden sollte und weshalb sogenannte Crash-Diäten gefährlich sind, erklärt ein Experte.

Mit dem Aschermittwoch beginnt heute wieder die Fastenzeit. Viele Menschen verzichten bis Ostern auf das Auto, das Handy oder Schokolade. Andere nehmen die Gelegenheit wahr, um in ein bis zwei Wochen überflüssige Kilos loszuwerden. Um möglichst schnell das Wunschgericht zu erreichen, machen sie eine so genannte Crash- Diät. Wer im Internet googelt, findet eine Menge Vorschläge dazu: die Ananas-, die Kohlsuppen- oder die Kartoffeldiät. Bei diesen Abnehmrezepten ernährt man sich nur von einem einzigen Lebensmittel (Monodiät), beziehungsweise einer Suppe.

Wer es mit dem Abnehmen ernst meint, sollte viel Sport treiben und sich ausgewogen ernähren © Udo Kroener/Fotolia

Die schnelle Diät hat jedoch Nachteile. „Crash-Diäten sind für einen gesunden Menschen nicht gefährlich, es sei denn, er hält über einen längeren Zeitraum daran fest“, erklärt Professor Dr. Roman Huber, Leiter des Uni-Zentrums für Naturheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg.

Vorsicht vor Mangelerscheinungen und Jojo-Effekt

Die einseitige Ernährungsweise bei den Crash-Diäten kann in dem Fall zu Mangelerscheinungen führen, weil der Körper die benötigten Nährstoffe nicht erhält. Wenn der Betroffene nach der Diät wieder seine alten Essgewohnheiten annimmt, tritt außerdem der Jojo-Effekt ein: die verlorenen Pfunde haben wieder an den Hüften angesetzt und möglicherweise sind durch Heißhungerattacken welche hinzugekommen.

Dem Jojo-Effekt kann der Betreffende allerdings entgegenwirken, indem er während der Diät Sport treibt und seine eigene Ernährung überdenkt. „Wer das neue Gewicht halten möchte, kommt um eine dauerhafte Ernährungsumstellung nicht herum. Das Fasten ist eine gute Möglichkeit schnell abzunehmen und stärkt das Selbstbewusstsein“, sagt Professor Huber, „Es ist auch nicht so unbefriedigend wie Crash-Diäten, bei denen sich immer wieder Hungergefühle einstellen.“ Nur der erste Fastentag ist anstrengend. Neben Kopfweh und Stimmungsschwankungen kann den Fastenden auch der Hunger plagen. Ab dem zweiten Tag fühlen sich die meisten aber richtig gut.

Ernährung und Einstellung müssen stimmen

Beim Fasten verzichtet man entweder ganz auf Kalorien oder nimmt nur geringe Mengen in Form von Gemüsebrühen oder Fruchtsäften zu sich. Außerdem spielt Zeit und Besinnung eine wichtige Rolle. Den Nachmittagstee darf der Fastende zelebrieren und dabei vom stressigen Alltag abschalten. Während der Fastenperiode ist Bewegung wichtig, denn der Körper verbrennt dadurch die frei gesetzten Fette und der Jojo-Effekt fällt am Ende kleiner aus. „Sportliche Höchstleistungen sind während des Fastens allerdings nicht möglich“, sagt der Mediziner.

Wer fasten möchte, sollte das nur über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen tun und sich vorher gut darüber informieren oder sich ärztlich betreuen lassen. Gesundheitsgefährdend ist es für Gesunde nicht, aber der Blutdruck kann absinken und nicht jeder ist dafür geeignet.

Wann Fasten gefährlich ist, wann es helfen kann

Patienten mit Essstörungen oder Überfunktion der Schilddrüse sollten nicht fasten. Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Rheuma sollten dies nur unter ärztlicher Aufsicht tun. Auf diese Krankheiten kann es sogar positive Effekte haben. „Die Gewichtsabnahme führt zu einem Absinken erhöhter Blutdruckwerte und besseren Cholesterinwerten und bei Rheumatikern hat das Fasten entzündungshemmende Effekte“, berichtet Professor Huber.

Während einer Krebserkrankung wurde bislang meist vom Fasten abgeraten. Doch es gibt Hinweise darauf, dass Kurzzeit-Fasten die Nebenwirkungen einer Chemotherapie abmildern könnte. „Da müssen wir abwarten, was die Studien bringen“, sagt Professor Huber.

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