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Wir überwinden Grenzen

Eindrücke von Auszubildenden zur Pflege in Freiburg damals und heute

Pflege

(12.05.2020) Im „Internationalen Jahr der Pflegenden und der Hebammen 2020“ sind 46 Auszubildende der Akademie für medizinische Berufe des Universitätsklinikums Freiburg auf Spurensuche gegangen und haben unter anderem Zeitzeugen vor Ort befragt, um die Geschichte der Pflege in Freiburg erlebbar zu machen.

Das Projekt Wanderausstellung ist vorerst nur virtuell zu sehen und zeigt hier in den folgenden acht Stationen die gewonnenen Eindrücke aus Sicht einer kommenden Generation von Pflegenden:

An Florence Nightingales Geburtstag, dem 12. Mai, wird jährlich der Tag der Pflege international gefeiert.

200 Jahre Florence Nightingale – 200 Jahre Pflegegeschichte in Freiburg

Das Foto zeigt Florence Nightingale. Sie wurde 1820 in Florenz geboren und trug wesentlich dazu bei, dass der Beruf der Krankenschwester, aber auch die Krankenpflege, gesellschaftlich anerkannt wurde. „The Lady with the Lamp“ wurde sie genannt, weil sie sich im Krimkrieg (1853 – 1856) in den Lazaretten um die Versorgung der Soldaten gekümmert hat und für viele ein Lichtschein für die eigene Genesung war. Die Sterblichkeit konnte durch ihren aufopfernden Einsatz deutlich gesenkt werden. 1860 gründete sie die erste Schwesternschule und war somit die Begründerin der bis heute geltenden Ausbildung in der Pflege.

Das Erscheinungsbild von Pflegefachkräften hat sich geändert.

Die Anfänge des Universitätsklinikums – Wie vor 250 Jahren der Grundstein dafür gelegt wurde

Vor 250 Jahren wurde in Freiburg ein Testament beglaubigt, das weitreichende Folgen für die ganze Stadt haben sollte: Die reiche Bürgermeistertochter Katharina Egg, die früh im Alter von 34 Jahren verstarb, vermachte ihr für damalige Verhältnisse riesiges Vermögen im Wert von 40.000 Gulden dem Armenspital. Damit legte Katharina Egg 1767 den Grundstein für das Universitätsklinikum Freiburg. Seither haben hier viele Pflegende gearbeitet – und tun es noch immer: früher die Mutterhausschwestern, seit dem Ende des zweiten Weltkrieges immer mehr auch „freie“ Schwestern und Pfleger. Viel hat sich seit den Anfängen verändert: Hauben und die Schlafstätten für die Pflegekräfte auf Station wurden abgeschafft; und seit 2004 ist der Begriff „Schwester“ aus der Berufsbezeichnung für weibliche Pflegekräfte verschwunden.

Die barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul prägten bis ins 21. Jahrhundert die Pflege in Freiburg.

Die Mutterhausschwestern – Ihr Einfluss auf die Pflege

Das Mutterhaus war im 19. Jahrhundert die Ausbildungsstätte für alle Pflegekräfte. In Freiburg waren vor allem die barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul aktiv. 1846 kamen sie von Straßburg nach Freiburg. Sie waren ein grundlegender Bestandteil der pflegerischen Versorgung am Universitätsklinikum. Sie leiteten die Stationen, auf denen sie auch wohnten. 2014 verließen die beiden letzten Schwestern Maria Franziska und Tiberia das Klinikum. Für das Foto haben sich die Auszubildenden vor das heutige Mutterhaus der barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul in Freiburg gestellt.

Kinderkrankenpflege ist damals wie heute eine Herausforderung.

Die Entwicklung der Pflege – Von der Schwester zu den Pflegewissenschaften

Der typische Alltag einer „Schwester“ beinhaltete früher, dem Arzt zu assistieren, den Menschen beizustehen und Seelsorger*in sowie eine unterstützende Hand zu sein. Heute beinhaltet die Pflegeausbildung auch einen pflegewissenschaftlichen Studiengang, um für Pflegeprobleme die besten Lösungen zu finden. Damals wie heute ging und geht es darum, dem Menschen während seiner kränksten Tage beizustehen, zu unterstützen und heilsam auf den Genesungsprozess einzuwirken

Ein Stolperstein in Gedenken an Else Wagner.

Zwangssterilisation und Euthanasie in Freiburg Am Beispiel von Else Wagner

„Um Gottes Willen, sagt niemand etwas, sonst werdet ihr auch abgeholt!“ (Appell des Vaters an seine Kinder)

Im Juni 1932 wurde Else Wagner (*1897), (Stief)mutter von neun Kindern, aufgrund einer akuten Erschöpfung in die Psychiatrie Freiburg eingewiesen und später weiter nach Emmendingen verlegt. Else Wagner kam schließlich von dort 1940 nach Grafeneck, wo sie in den Gaskammern ermordet wurde. Ein Stolperstein in der Carl-Kistner-Straße 2 in Freiburg erinnert an Else Wagner.

Der Begriff des Pflegenotstands besteht bereits seit den 1980er Jahren.

Pflegenotstand – Die kurze Geschichte eines Begriffs

Pflegenotstand – seit 1987 gibt es diese Bezeichnung, wenn ein Mangel an Pflegekräften benannt werden soll. In Intervallen kommt es seither immer wieder zu einer Zuspitzung der Situation. Einsparungen am Pflegepersonal gehen einher mit Investitionen in Technik und Medizin. Wenn sich die Situation zuspitzt, wird versucht durch Förderprogramme dem entgegenzuwirken. Dies wirkt nicht nachhaltig. Offen bleibt, ob eine Verbesserung der Arbeitssituation langfristig ermöglicht wird, auch nach der Pandemie COVID-19.

Auf dem Foto abgebildet ist eine Gruppe von Auszubildenden der Gesundheits- und (Kinder)Krankenpflege zusammen mit Paula Cesar, Lehrerin an der Akademie für Medizinische Berufe des Universitätsklinikums Freiburg, und Lutz Bernhard, der sich intensiv mit der Geschichte des Pflegenotstands auseinandergesetzt hat.

Ausbildungskonzepte in der Pflege entwickeln sich ständig weiter.

Generalistische Ausbildung – Das Neue, die Chancen, die Barrieren

Seit Januar 2020 findet die generalistische Ausbildung statt und ersetzt die bisherigen Ausbildungen zur Gesundheits- und (Kinder-)Krankenpflege und Altenpflege. Neu ist, dass vorbehaltliche Tätigkeiten festgeschrieben sind: wie die Erhebung des individuellen Pflegebedarfs und die Gestaltung des Pflegeprozesses.
Chance: ein besseres Verständnisses für Pflege als Profession für alle Pflegeempfänger
Barriere: Spezifisches Fachwissen muss nach dem Examen vertieft werden.

Im Kreißsaal arbeiten Hebammen, ärztlichen Geburtshelfer, Kinder- und Narkoseärzt*innen Hand in Hand.

Hebammenausbildung – Früher und Heute

Hebammen leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur gesundheitlichen Versorgung von Frauen während der Schwangerschaft, bei der Geburt, während des Wochenbetts und der Stillzeit sowie von Neugeborenen und Säuglingen. Mit dem Beginn des systematischen Unterrichts von Hebammen im Oberrhein- und des Mittelrheinkreises im neuen Freiburger Klinikum begannen 1832 die Anfänge der Hebammenschule Freiburg. Die Ausbildung dauerte damals sechs Monate. Mit dem Hebammenreformgesetz wird die Ausbildung heute weitgehend akademisiert. Und auch der Kreißsaal hat sich verändert, wie der Blick in einen modernen Kreißsaal des Universitätsklinikums Freiburg zeigt.

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