Badeunfälle vermeiden: Sicheres Verhalten im Wasser
Notfall- und Rettungsmedizin(09.07.2026) Der Sommer lockt viele Menschen an Seen, Flüsse und ins Schwimmbad. Doch immer wieder kommt es zu tragischen Badeunfällen – oft, obwohl die Betroffenen schwimmen konnten.
Rund 400 Menschen sind 2025 in Deutschland bei Badeunfällen ertrunken. „Viele unterschätzen die Gefahren im Wasser. Ein Großteil der jährlich Ertrunkenen konnte schwimmen“, warnt Prof. Dr. Hans-Jörg Busch, Ärztlicher Leiter des Zentrums für Notfall- und Rettungsmedizin des Universitätsklinikums Freiburg. „Wer aufgeheizt von der Sonne direkt ins kalte Wasser springt, setzt seinen Körper einem starken Kältereiz aus. Dieser kann den Kreislauf so stark beeinträchtigen, dass es im Extremfall zu einer Bewusstlosigkeit und damit zur Gefahr des Ertrinkens kommt.“

Die meisten Menschen ertrinken still und werden von anderen deshalb nicht bemerkt. ©freepik/ededchechine
Rund 400 Menschen sind 2025 in Deutschland bei Badeunfällen ertrunken. „Viele unterschätzen die Gefahren im Wasser. Ein Großteil der jährlich Ertrunkenen konnte schwimmen“, warnt Prof. Dr. Hans-Jörg Busch, Ärztlicher Leiter des Zentrums für Notfall- und Rettungsmedizin des Universitätsklinikums Freiburg. „Wer aufgeheizt von der Sonne direkt ins kalte Wasser springt, setzt seinen Körper einem starken Kältereiz aus. Dieser kann den Kreislauf so stark beeinträchtigen, dass es im Extremfall zu einer Bewusstlosigkeit und damit zur Gefahr des Ertrinkens kommt.“
Auch Muskelkrämpfe durch Überanstrengung oder Selbstüberschätzung spielen eine große Rolle – oft in Verbindung mit Alkohol.
Die meisten Menschen ertrinken still
Anders als in Filmen geschieht Ertrinken meist lautlos. „Menschen in Lebensgefahr kämpfen mit aller Kraft gegen das Untergehen. Da sie häufig weder rufen noch winken können, bleibt ihre Notlage für andere oft unbemerkt“, sagt Busch.
Die drei wichtigsten Baderegeln
Um Badeunfälle zu vermeiden, rät Busch zu drei einfachen Regeln.
Vor dem Schwimmen abkühlen
„Kühlen Sie sich vor dem Sprung ins Wasser ab, um einen Kälteschock zu vermeiden.“
Niemals allein ins Wasser gehen
„Schwimmen Sie immer in Begleitung. So kann im Notfall schnell Hilfe geholt werden.“
Eigene Fähigkeiten realistisch einschätzen
„Unterschätzen Sie nicht die Strömungen und Distanzen – besonders in Flüssen und Seen. Überschätzen Sie Ihre Kraft nicht!“
Was tun im Notfall?
Wenn jemand im Wasser in Not gerät, ist schnelles und besonnenes Handeln wichtig.
„Springen Sie nicht unüberlegt hinterher. Rufen Sie Hilfe und suchen Sie nach einem schwimmfähigen Gegenstand, den Sie der Person zuwerfen können“, sagt Busch.
Eigenschutz geht immer vor
Ertrinkende entwickeln oft eine enorme Kraft und klammern sich in ihrer Panik an alles, was sie erreichen können.
„Wer nicht speziell für Rettungseinsätze im Wasser ausgebildet ist, sollte nicht versuchen, einen Ertrinkenden direkt zu retten – die Gefahr, selbst in Not zu geraten, ist sehr groß“, betont Busch.
Checkliste: Sicheres Verhalten im Wasser
✔ Vor dem Schwimmen abkühlen
✔ Nicht allein ins Wasser gehen
✔ Eigene Fähigkeiten realistisch einschätzen
✔ Strömungen und Distanzen nicht unterschätzen
✔ Bei einer Notlage Hilfe rufen
✔ Nach einem schwimmfähigen Gegenstand Ausschau halten
✔Eigenschutz geht vor
Dieser Artikel wurde medizinisch geprüft von
Prof. Dr. Hans-Jörg Busch
Ärztlicher Leiter des Zentrums für Notfall- und Rettungsmedizin des Universitätsklinikums Freiburg
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