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So entlarven Sie medizinische Fake News

Gesundheitstipps

(30.05.2017) Falschmeldungen bei Gesundheitsthemen können lebensgefährlich sein. Auf welche Warn-Hinweise man achten sollte, erklärt ein Experte des Universitätsklinikums Freiburg.

Nachrichten über medizinische Wundermittel verbreiten sich im Internet oft rasend schnell, insbesondere in sozialen Netzwerken. Egal ob Krebs, AIDS, Herzinfarkt oder Übergewicht: Für fast alle Beschwerden und Krankheiten gibt es angeblich ein natürliches, ungefährliches und schnell wirkendes Gegenmittel. „Viele dieser Heilsversprechen sind nicht nur übertrieben oder undifferenziert, sondern einfach gelogen“, sagt Professor Dr. Gerd Antes. Er ist Gründer und einer der beiden Leiter des Deutschen Cochrane Zentrums, das am Universitätsklinikum Freiburg angesiedelt ist. Das weltweite Cochrane Netzwerk hat es sich zur Aufgabe gemacht, medizinische Fragen durch umfangreiche Vergleichsstudien auf eine wissenschaftliche Basis zu stellen.

Hand mit Smartphone und Schild

Wer einige Hinweise beachtet, kann die meisten „Fake News“ erkennen und meiden. © wladimir1804/Fotolia.de

Jeden Tag 1. April im Internet

Auch wenn die Falschmeldungen oder „Fake News“ auf den ersten Blick glaubhaft erscheinen und es schwierig scheint, deren Echtheit überprüfen zu können, sind die Nutzer nicht machtlos. „Etwas überspitzt formuliert könnte man sagen: Behandeln Sie derartige Meldungen so, als wäre jeden Tag der 1. April – also mit einer gehörigen Portion Skepsis“, sagt der Experte Professor Antes.

Typische Anzeichen von Falschmeldungen

Wer folgende Tipps beachtet, kann die meisten Fake-News recht einfach identifizieren. Vorsicht bei:

  • sehr pauschalen Aussagen oder extremen Heilsversprechen. „Es gibt nicht den einen Krebs, sondern extrem viele unterschiedliche Formen. Kein Mittel kann gegen alles helfen“, sagt Professor Antes.
  • übertriebener Verwendung von Fachbegriffen in einem an sich einfach verständlichen Text. Durch pseudokomplexe Darstellung angeblicher Wirkmechanismen soll Seriosität vorgespielt werden.
  • fehlenden Dosisangaben: Jeder Wirkstoff hat einen bestimmten Bereich, in dem er die gewünschte Wirkung entfaltet. Zu geringe Konzentrationen verfehlen den Effekt, zu hohe Mengen können giftig sein. Darum ist die Dosisangabe für die Verwendung sehr wichtig.
  • fehlenden Hinweisen auf Nebenwirkungen. „Wenn etwas keinerlei Nebenwirkungen hat, dann hat es auch garantiert keine Wirkung“, sagt der Freiburger Experte.
  • Kombinationen aus Info-Text und Produktwerbung oder Links zu Produktwebsites.
  • fehlenden Quellen: Wird eine seriöse Institution als Quelle genannt und ist auf deren Seite auch etwas zum Thema zu finden? Haben seriöse Medien über das Mittel oder die Therapie berichtet? Falls nicht, ist eine Falschmeldung wahrscheinlich.
  • fehlendem Impressum: Wenn es ein Impressum gibt, prüfen Sie per Suchmaschine, in welchen anderen Zusammenhängen der Betreiber in Erscheinung tritt.

Sichere Website für Laien geplant

Um die Patienten, Angehörige und Verbraucher mit der Flut ungesicherter Informationen nicht allein zu lassen, entwickelt das Institut für Wirtschaftlichkeit und Zusammenarbeit im Gesundheitswesen (IQWIG) im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit  derzeit eine Website, auf der Laien gesicherte Informationen finden können. „Das wäre ein gewaltiger Fortschritt, um Patienten, Angehörige und Ärzte nicht mehr mit Google allein zu lassen, sondern Ihnen eine autorisierte Plattform mit verlässlicher Information anzubieten“, sagt Professor Antes.

Weitere Informationen:

www.cochrane.de/de Website von Cochrane Deutschland. Enthält viele Informationen für Ärzte und Wissenschaftler

www.wissenwaswirkt.org/ Blog von Cochrane Deutschland / Österreich / Schweiz für Patienten, Journalisten und Ärzte. Artikel über den aktuell gesicherten Wissensstand zu medizinischen Themen

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