Zu den Inhalten springen

Wir überwinden Grenzen

Hilfe für die entzündete und gereizte Blase

Urologie

(17.11.2017) Ein ständiger Drang zum Wasserlassen kann auf eine chronische Blasenentzündung hindeuten, die unbedingt behandelt werden muss. Aber auch andere Gründe können für eine überaktive Blase verantwortlich sein.  

Wer ständig auf die Toilette muss, leidet möglicherweise an einer Blasenentzündung, auch Zystitis genannt. Typische Beschwerden sind ein unangenehmes Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen. Häufig besteht ein unangenehmes Druckgefühl im Unterbauch. „Frauen sind generell öfter die Leidtragenden als Männer, da ihre Harnröhre kürzer ist und die Entzündung auslösenden Bakterien somit leichter in die Blase gelangen“, sagt Dr. Arndt Katzenwadel, Oberarzt an der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Freiburg.  

In der Regel kann eine akute Harnwegsinfektion wirksam mit einer von einem Arzt verschriebenen Antibiotikatherapie behandelt werden. © absolutimages/fotolia

Spätestens wenn plötzlich auftretendes Fieber, Schüttelfrost, starke Schmerzen in der Nierengegend, Übelkeit und allgemeinem Unwohlsein dazukommen, sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden. Denn dann liegt wahrscheinlich eine Nierenbeckenentzündung vor, die akut bedrohlich werden kann und  langfristig sogar zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion führen kann.

Schmerzen nicht verdrängen, sondern behandeln

Ist die Blase akut entzündet, hilft eine Antibiotikatherapie meist zuverlässig.  Wird die Blasenentzündung chronisch mit unzureichender Abheilung der Entzündung oder tritt die Entzündung sehr häufig auf, ist die Therapie schwieriger. „Bei  chronischen Entzündungen der Blase sind oft mehrere Harnwegsinfekte vorausgegangen, welche nicht ausreichend behandelt worden waren“, sagt Dr. Katzenwadel. Anhand einer Urinkultur bestimmt der Arzt die Erreger und kann auf dieser Basis ein geeignetes Antibiotikum für die Behandlung auswählen.  

Blasenentleerungsstörungen mit unvollständiger Blasenentleerung, fortgeschrittenes Alter, die Wechseljahre, Östrogenmange begünstigen die Entstehung von Harnwegsinfekten. Manche Frauen bekommen Harnwegsinfekte fast regelmäßig kurze Zeit nach vorausgegangenem Geschlechtsverkehr.  

Um einer Blasenentzündung vorzubeugen, ist es hilfreich, ausreichend viel zu trinken und Kälte eher zu meiden. Der Toilettengang sollte möglichst regelmäßig erfolgen. Da häufiger Geschlechtsverkehr gerade bei jungen Frauen die Wahrscheinlichkeit einer Harnwegsinfektion erhöht, sollte möglichst frühzeitig nach dem Geschlechtsverkehr die Toilette aufsucht werden, damit  durch die Entleerung der Blase eventuell in die Harnröhre gelangte Keime wieder mechanisch ausgespült werden.  

Reizblase oft ohne klare Ursache

Doch nicht immer ist eine wirkliche Entzündung der Grund für den ständigen Drang zum Wasserlassen. „Wesentlich häufiger als echte Harnwegsinfekte mit Bakterien sind Reizzustände der Blase ohne nachweisbare Ursache – auch ,überaktive Blase’ genannt“, sagt der Urologe des Universitätsklinikums Freiburg. Dies  äußert sich in besonders häufigem Harndrang, welcher so abrupt und stark auftreten kann, dass auch ein unkontrollierter Urinverlust möglich ist.

„Die Kombination aus Harndrang und unkontrolliertem Urinverlust  bis hin zur kompletten ungewollten Entleerung der Blase ist für die Betroffenen besonders belastend“, sagt Dr. Katzenwadel. Ein Grund für eine Reizblase ist die Irritation des für die Blasensteuerung zuständigen vegetativen Nervensystems.

Die genauen Ursachen lassen sich oft nicht eindeutig klären. Es müssen jedoch Erkrankungen wie akute Entzündungen, Harnsteinleiden  und auch Tumoren der Harnblasenregion ausgeschlossen werden. Auch eine Bandscheibenproblematik der Lendenwirbelsäule kann zu einer Reizblasensituation führen.    

Einfache Maßnahmen bei Reizblase

Um die Beschwerden bei überaktiver Blase oder Reizblase  zu verringern, können allgemeine Maßnahmen, wie Stressabbau, der Verzicht auf Rauchen, Kaffee, und Alkohol helfen. Außerdem wird ein Beckenbodentraining empfohlen: die Anspannungs-  und Entspannungsübungen der Beckenbodenmuskulatur wirken sich oft positiv auf die Blase aus.  

Ist damit keine ausreichende Besserung zu erzielen, kann mit „blasendämpfenden Medikamenten“ – sogenannten Anticholinergica – behandelt werden. „Leider können hier auch Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit oder Verstopfungsneigung auftreten. Neuere Medikamente werden von den meisten Patienten besser vertragen“, sagt der Freiburger Urologe. 

Ist mit Medikamenten keine Besserung zu erzielen können die Ärzte die Blasenaktivität mit Hilfe eines endoskopischen Eingriffs dämpfen. Dafür wird das Nervengift Botulinum unter die Harnblasenwand gespritzt. Allerdings hält der Effekt dann meist nur sechs bis neun Monate an, so dass die Behandlung dann wiederholt werden muss.

In der Regel kann eine akute Harnwegsinfektion wirksam mit einer von einem Arzt verschriebenen Antibiotikatherapie behandelt werden.  

Weitere Informationen:
Leistungsspektrum der Klinik für Urologie, Universitätsklinikum Freiburg

Suche nach Artikeln

Unternehmenskommunikation

Breisacher Straße 153
79110 Freiburg
Telefon: 0761 270-84830
Telefax: 0761 270-9619030
kommunikation@uniklinik-freiburg.de