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Zahnfleischentzündung: Was tun, wenn es im Mund schmerzt und blutet

Zahnheilkunde

(23.06.2017) Mundgeruch und Zahnfleischbluten sind oft Anzeichen einer Parodontitis. Ein Großteil der Erwachsenen in Deutschland leidet daran. Doch viele Betroffene warten zu lange mit der Behandlung – und riskieren schwere Schäden.

Rund 95 Prozent der Bevölkerung in Deutschland leiden unter einer lokalen Zahnfleischentzündung . Bei mehr als der Hälfte der Betroffenen ist nicht nur das Zahnfleisch betroffen, sondern auch der zahntragende Knochen. „Viele Betroffene wissen um ihr Problem, scheuen aber die Behandlung. Doch das ist nicht nötig und rächt sich langfristig“, sagt Professor Dr. Petra Ratka-Krüger, Sektionsleiterin und Oberärztin in der Abteilung für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie am Universitätsklinikum Freiburg. Denn wer rechtzeitig reagiert, kann oft mit einfachen Mitteln gegensteuern.

Zahnbürsten mit Zahnpasta, weitere Hygieneartikel für den Mund

Gute Mundhygiene ist der beste Schutz vor und ein wirksames Mittel gegen Zahnfleischentzündung. © PhotoSG / Fotolia.de

Ursachen dafür können unterschiedlicher Herkunft sein: bakterielle Beläge, genetische Veranlagung, hormonelle Veränderungen, ungesunde Lebensweise wie hoher Tabakkonsum und zucker- und fettreiche Ernährung oder spezielle Medikamente. Patienten mit Diabetes mellitus sind aufgrund der schlechteren Durchblutung des Zahnfleischs besonders gefährdet.

Mit Mundgeruch und Rötungen fängt es an

Mundgeruch, Rötungen, Blutungen und Schwellungen des Zahnfleischs deuten auf eine beginnende Parodontitis hin. Ist das Zahnfleisch nur lokal betroffen, spricht man von einer Gingivitis. „Eine Gingivitis heilt oft durch verbesserte Mundhygiene und eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung wieder ab“, sagt Professor Ratka-Krüger. Denn mit speziellen Instrumenten kann der Zahnarzt den bakteriellen Belag schonend und sehr gründlich entfernen, eine Voraussetzung für das Ausheilen der Gingivitis. Außerdem sollten Patientinnen und Patienten Risikofaktoren, wie zum Beispiel das Rauchen, reduzieren und regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt gehen.

Frau erhält professionelle Zahnreinigung

Bei einer professionellen Zahnreinigung werden Beläge auf den Zähnen entfernt; ein wichtiger Schritt bei der Behandlung von Parodontitis © Minerva Studio / fotolia.de

Kommt es zur Taschenbildung zwischen Zahn und Zahnfleisch oder werden sogar schon Zähne locker, handelt es sich um eine fortgeschrittene Parodontitis, die umgangssprachlich oft auch Parodontose genannt wird. Im schlimmsten Fall kann es sogar zum Zahnverlust kommen. „Für einen Laien ist es fast unmöglich zu beurteilen, wie weit fortgeschritten eine Parodontitis ist. Darum sind regelmäßige Untersuchungen beim Zahnarzt wichtig“, sagt Professor Ratka-Krüger.

Außerdem kann eine unbehandelte Parodontitis auch Auswirkungen auf die Allgemeingesundheit haben. Die Zusammenhänge zwischen Parodontitis und Diabetes sind inzwischen wissenschaftlich gut belegt und auch für die Zusammenhänge zwischen Parodontitis und arteriosklerotischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt es zahlreiche Hinweise.

Erst der letzte Schritt: eine minimal-invasive Behandlung

Wenn die Bakterien weit zwischen Zahn und Zahnfleisch eingedrungen sind, ist in manchen Fällen ein minimal-invasiver Eingriff notwendig. Dabei wird in einer schonenden Behandlung der auf den Zahnwurzeln aufsitzende harte Zahnbelag entfernt. Hat sich bereits der Knochen zurückgebildet, kann dieser gegebenenfalls in einer chirurgischen Maßnahme aufgefüllt beziehungsweise regeneriert werden. „Die Patienten können entspannt zum Zahnarzt gehen“, sagt die Zahnärztin Professor Ratka-Krüger. „Denn die Behandlung lässt sich gut mit einer lokalen Betäubung durchführen, falls das überhaupt notwendig sein sollte.“

Weitere Informationen:

Umfassende Informationen für Patienten und Betroffene zu Behandlungsmöglichkeiten einer Parodontitis, Klinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie, Universitätsklinikum Freiburg

Kontakt für Termin-Vereinbarungen , Klinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie, Universitätsklinikum Freiburg

(JF)

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