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Kunst & Kultur

Künstlerinnen und Künstler

Alfons Kröner

* (unbekannt) in Breslau; † 1937 in Breslau; Moulangeur

Über Kröners Biographie ist bis heute nur wenig bekannt. So kennt man lediglich sein Sterbejahr 1937. 1897 war er Nachfolger des Moulageurs Paul Berliner (Lebensdaten unbekannt) an der Dermatologischen Universitätsklinik in Breslau geworden, die sich Ende des letzten Jahrhunderts unter Professor Albert Neisser (1855-1916) zu einem wichtigen Zentrum der deutschsprachigen Dermatologie entwickelt hatte. Neisser bildete zahlreiche Schüler aus, die in der Folge an verschiedenen dermatologischen Kliniken in Europa als Ordinarien wirkten. Auch Klingmüller zählte nach fast einem Jahrzehnt Tätigkeit an der Breslauer Klinik zu seinen Schülern, bevor er im Jahr 1906 dem Ruf an die Hautklinik Kiel folgte. Im Jahr 1890 begann Neisser, angeregt durch die Moulagen von Jules Baretta in Paris, eine eigene Moulagensammlung aufzubauen, die sich zu einer der größten Sammlungen Europas entwickeln sollte. Kröner zeichnete sich durch eine enorme Produktivität über vierzig Jahre hinweg aus. Er schuf insgesamt 2695 Moulagen , die sich durch Schenkungen oder Verkauf in In- und Ausland verteilt haben. Vor allem in deutschen Sammlungen sind seine Moulagen zu finden, da viele Ordinarien Moulagen nach ihrer Tätigkeit in Breslau mit an ihren neuen Wirkungsort brachten. In Breslau selbst existieren noch 313 Moulagen. Die in Kiel erhaltenen 354 Arbeiten stellen das größte Kontingent der Sammlung und datieren aus dem Zeitraum von 1897 bis 1908 und von 1931. Für die lange Pause zwischen 1908 und 1931 gibt es keine Erklärung, möglicherweise sind dieser jedoch undatierte Moulagen zuzuordnen. Sowohl einige datierte als auch undatierte Moulagen von Kröner tragen ein Firmenschild mit der Aufschrift "Alfons Kröner, Atelier für medizinische Lehrmittel Breslau XVI". Da Kröner von 1910 bis 1930 als Künstler und Modelleur im "Adreßbuch für Breslau" nachweisbar ist, könnten die undatierten Moulagen aus diesem Zeitraum stammen. Die hohe Qualität hinsichtlich Detailtreue, Farbgebung und Realitätsnähe, die Kröners Arbeiten kennzeichnete, läßt sich in den zu ihrer Zeit hochgeschätzten Atlanten der Hautkrankheiten von Eduard Jacobi ersehen. Die "Abbildung eines Krankheitsbildes" (Moulage) wird in den Atlanten von Jacobi als fotografische Vorlage verwendetet. Die Moulagen Kröners stellen in allen Auflagen den größten Anteil abgebildeter Wachsmodelle. In der 5. Auflage des Jacobi Atlas, Band I und II sind 25 Moulagen, die sich heute in der Kieler Sammlung finden, abgebildet. Ob es sich um die Originalmoulagen oder um Reproduktionen handelt, läßt sich allerdings nicht mehr nachvollziehen. Hinweise auf explizit Kieler Moulagen gibt es in den Atlanten nicht.

aus: www.dermatology.uni-kiel.de/pages/forschung/moulagensammlung2.php

Er war einer der bedeutendsten Moulageure seiner Zeit. Wie damals üblich, hielten viele Moulageure aus Angst vor Konkurrenz insbesondere ihre Wachsrezepturen, die zur Fertigung der Moulagen benötigt wurden, unter Verschluss. Auch Kröner galt als verschlossen, was seine Wachsmischung betraf. Umso erstaunlicher ist es nach Ute Euler (2000), dass Alfons Kröner ein Patent über "Das Verfahren zum Modelliren von Körpertheilen in Wachs" besaß. Das Patent stammt vom 4. Januar 1902 und war bis vor Kurzem völlig unbekannt. Es beschreibt nicht nur ausführlich die einzelnen Schritte der Fertigung von Moulagen, sondern gibt auch die detaillierte Zusammensetzung der Wachsmasse an. In Kiel existieren 29 Moulagen von Alfons Kröner, die den weißen, handgeschriebenen Schriftzug "DRP" tragen. Die Mutmaßung, daß es sich bei dieser Abkürzung um den Hinweis auf ein "Deutsches Reichspatent" handelt, konnte durch eine Patentrecherche nach Ute Euler (2000) bestätigt werden.

aus: publicus.culture.hu-berlin.de/sammlungen/detail.php?dsn=511&view=2

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