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Das Institut für Molekulare Medizin und Zellforschung sucht eine*n

Technische*n Assistent*in – Tierexperimentelle Forschung, Zuchtmanagement und Genotypisierung (m/w/d)

Die Stelleninhaber*in führt tierexperimentelle Arbeiten im Rahmen genehmigter Versuchsvorhaben durch, überwacht den Gesundheits- und Belastungszustand der Versuchstiere, verantwortet operativ die Zucht und Kolonieverwaltung der genetisch veränderten Linien und führt die Genotypisierung einschließlich der zugehörigen molekularbiologischen Laborarbeiten durch.Die Stelle sichert damit die tierschutzrechtlich einwandfreie, lückenlos dokumentierte und methodisch reproduzierbare Durchführung der tierexperimentellen Arbeiten der Organisationseinheit. Sie ist die zentrale operative Schnittstelle zwischen Arbeitsgruppe, Tierhaltung und Tierschutzbeauftragte*n.

Ihre Aufgaben:

Durchführung tierexperimenteller Arbeiten
  • selbstständige Durchführung der im genehmigten Versuchsvorhaben beschriebenen Eingriffe und Behandlungen im Rahmen der eigenen Sachkunde nach § 16 TierSchVersV, z. B. Applikationen (i. p., s. c., i. v., oral per Schlundsonde), Blutentnahmen, Immunisierungen, Infektionen, Zelltransfers, Tumorinokulation
  • Handling, Fixierung und Identifikation der Tiere; Vorbereitung von Tieren und Arbeitsplatz unter Beachtung der Hygiene- und Barrierevorgaben
  • Mitwirkung bei Betäubung, Analgesie und operativen Eingriffen im gesetzlich zulässigen Rahmen und unter Aufsicht der hierfür qualifizierten Person (§§ 16, 17 TierSchVersV)
  • Tötung von Tieren nach den zugelassenen Verfahren sowie Organ- und Probenentnahme, Probenaufbereitung und Weitergabe an die Analytik
  • Einhaltung und Umsetzung der im Versuchsantrag festgelegten Abbruchkriterien und Belastungsobergrenzen
Versuchsvorbereitung und Mitwirkung an der Versuchsplanung 
  • operative Planung der Versuchsdurchführung: Terminierung, Gruppenzuordnung, Tierbedarfsermittlung und Verfügbarkeitsabgleich mit der Zucht
  • fachliche Zuarbeit zur Erstellung von Versuchsanträgen und Anzeigen nach §§ 8, 8a TierSchG: Tierzahlkalkulationen, Beschreibung von Arbeitsabläufen, Beiträge zu Score Sheets und Belastungseinstufungen
  • Erstellung und Pflege von Arbeitsanweisungen (SOPs) für wiederkehrende tierexperimentelle Verfahren
  • Bereitstellung von Substanzen, Lösungen und Materialien; Kalkulation von Dosierungen nach Vorgabe der Versuchsleitung
Gesundheits-, Belastungs- und Versuchsmonitoring
  • regelmäßige Kontrolle des Allgemeinbefindens sowie Erhebung und Bewertung der Belastung anhand der festgelegten Score Sheets
  • Erkennen und unverzügliche Meldung von Auffälligkeiten, Überschreitungen von Abbruchkriterien und unerwarteten Befunden an Versuchsleitung und Tierschutzbeauftragte
  • Gewichts-, Futter- und Wasseraufnahmekontrollen, Wundkontrollen, postoperative Überwachung und Nachsorge
  • Mitwirkung an der Hygieneüberwachung (Sentinel-Programm, Probenahme, Umgang mit Befunden zum Gesundheitsstatus)
  • Umsetzung des 3R-Prinzips im Tagesgeschäft und Vorschläge zur Belastungsreduktion
Zuchtmanagement und Kolonieverwaltung 
  • selbstständige Planung, Ansetzen und Auflösen von Verpaarungen zur bedarfsgerechten Bereitstellung der benötigten Genotypen und Altersgruppen
  • Absetzen, Kennzeichnung und Umsetzen der Tiere; Führung von Käfigkarten und Bestandslisten
  • Führung und Erhalt der Linien und Stämme einschließlich Zuchtstrategie (Rückkreuzung, Inzucht, Kontrollgruppen) nach Vorgabe der Arbeitsgruppenleitung
  • Überwachung der Bestandsgrößen mit dem Ziel der Vermeidung von Überschusstieren; Zuchtkennzahlen und Berichterstattung
  • Koordination von Import, Export, Quarantäne, Rederivierung sowie von Kryokonservierung und Embryotransfer mit internen und externen Dienstleistern
  • Pflege der Tierdatenbank ([z. B. PyRAT / tick@lab / anderes System]) einschließlich Stammbäumen, Genotypen und Tierhistorien
Genotypisierung und molekularbiologische Laborarbeiten 
  • Probenentnahme zur Genotypisierung sowie DNA-Isolierung aus Biopsiematerial
  • selbstständige Durchführung von PCR und qPCR, Gelelektrophorese bzw. alternativer Nachweisverfahren; Auswertung und Befundung der Genotypen
  • Etablierung neuer Genotypisierungsprotokolle für neu eingeführte Linien in Abstimmung mit der Arbeitsgruppenleitung; Optimierung von Primern und Reaktionsbedingungen
  • Führung von Positiv- und Negativkontrollen, Plausibilitätsprüfung und Fehleranalyse bei unklaren Ergebnissen
  • Verwaltung von Proben-, Primer- und Reagenzienbeständen einschließlich Lagerungs- und Chargenverfolgung
Dokumentation, Datenerfassung und Berichtswesen 
  • Führung der tierschutzrechtlich vorgeschriebenen Aufzeichnungen zu Versuchsvorhaben, verwendeten Tieren, Herkunft und durchführenden Personen (§ 9 Abs. 5 TierSchG i. V. m. TierSchVersV)
  • Erfassung der Tierzahlen und Belastungsgrade für die behördliche Versuchstiermeldung sowie Zuarbeit zu retrospektiven Bewertungen
  • Dokumentation von Zuchtdaten, Genotypisierungsergebnissen, Score Sheets und Abweichungen in den vorgesehenen Systemen
  • Erstellung von Übersichten und Auswertungen für Versuchsleitung, Tierschutzbeauftragte und behördliche Kontrollen
  • Sicherstellung der Nachvollziehbarkeit und Archivierung der Aufzeichnungen nach den geltenden Aufbewahrungsfristen
Hygiene, Arbeitssicherheit, Geräte und Materialwirtschaft 
  • Einhaltung und Kontrolle der Barriere-, Hygiene- und Schutzstufenvorgaben im Tier- und Laborbereich
  • Bedienung, Pflege, Funktionskontrolle und Wartungskoordination der eingesetzten Geräte; Führung von Geräte- und Wartungsnachweisen
  • Bestellwesen, Wareneingang und Bestandsführung für Verbrauchsmaterial, Futter, Einstreu und Reagenzien
  • ordnungsgemäße Entsorgung von Tierkörpern, biologischem Material und Laborabfällen
  • Mitwirkung an Gefährdungsbeurteilungen und Umsetzung der Betriebsanweisungen

Anforderungsprofil:

Zwingende Voraussetzungen
  • nachgewiesene Sachkunde nach § 16 Abs. 1 TierSchVersV mit den Kenntnissen und Fähigkeiten nach Anlage 1 Abschnitt 3 der TierSchVersV (versuchstierkundlicher Kurs, z. B. FELASA-Funktion A/B oder gleichwertig) für die konkret übertragenen Verfahren
  • Bereitschaft und Verpflichtung zur regelmäßigen Fortbildung entsprechend den Vorgaben der TierSchVersV
  • praktische Erfahrung im Umgang mit Labornagern, insbesondere in Handling, Applikationstechniken und Blutentnahme
  • Erfahrung im Zuchtmanagement genetisch veränderter Linien und in der Genotypisierung mittels PCR
  • Sorgfalt und Zuverlässigkeit in der Dokumentation; sicherer Umgang mit Tierdatenbanken und gängiger Bürosoftware
  • gesundheitliche Eignung für die Tätigkeit (arbeitsmedizinische Vorsorge, u. a. hinsichtlich Tierallergenen) sowie Bereitschaft zu Diensten außerhalb der Regelarbeitszeit im Rotationsprinzip
Erwünschte Qualifikationen
  • abgeschlossene Berufsausbildung als Medizinische*r Technologe*in für Laboratoriumsanalytik (früher MTLA), Biologielaborant*in, BTA oder Tierpfleger*in Fachrichtung Forschung und Klinik (m/w/d)
  • Zusatzqualifikationen in Versuchstierkunde, Anästhesie und Analgesie bei Labornagern oder chirurgischen Technike
  • Kenntnisse in Hygienemanagement und Barrierehaltung (SPF, IVC)
  • Grundkenntnisse Englisch für Protokolle, Datenblätter und Kommunikation im internationalen Team
Persönliche Kompetenzen
  • ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein gegenüber Tier, Team und Rechtsvorgaben
  • selbstständige, strukturierte Arbeitsweise und Fähigkeit zur Priorisierung bei paralleler Versuchs- und Zuchtbetreuung
  • emotionale Stabilität im Umgang mit belasteten Tieren und mit Tötungsverfahren
  • Team- und Kommunikationsfähigkeit gegenüber Wissenschaft, Tierpflege und Tierschutzbeauftragten
Die Stelle ist unbefristet. Die Vergütung erfolgt nach TV-L E9 (sofern die tariflichen Bestimmungen erfüllt sind). Mit einer internen Bewerbung ist zu rechnen.

Kontakt:

Prof. Dr. Dietmar Zehn
8161 71 3508 
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