Newsletter ZKS
MARiTA, MARTA, PRIMA-CNS

Die klinischen Studien unter der Leitung von PD Dr. Elisabeth Schorb beschäftigen sich mit der Verträglichkeit und Wirkung einer altersadaptierten Hochdosischemotherapie und autologen Stammzelltransplantation bei älteren Patient*innen mit neu diagnostizierten primären Lymphomen des zentralen Nervensystems.
Das primäre diffuse großzellige B-Zell-Lymphom des zentralen Nervensystems (PZNSL) ist ein seltenes Lymphom, das sich ausschließlich im zentralen Nervensystem manifestiert. Alle Altersgruppen können betroffen sein, doch sind PZNSL-Patient*innen in der Regel > 60 Jahre und haben eine schlechte Prognose. Induktions-Chemo(immuno)therapie gefolgt von hochdosierter Chemotherapie und autologer Stammzelltransplantation (HCT-ASCT) erzielt hohe Erfolgsraten in Form von langfristiger Remission oder sogar Heilung, sie ist aufgrund der hohen Belastung und möglichen Nebenwirkungen jedoch in der Regel nur für Patient*innen unter 65 Jahren geeignet.
Im Rahmen der bizentrischen Pilotstudie MARiTA konnte an 14 ausgewählten älteren Patient*innen gezeigt werden, dass ein altersadaptierter Ansatz in Form einer kürzeren Induktionsbehandlung, gefolgt von einer altersangepassten Hochdosis-Chemotherapie und einer autologen Stammzelltransplantation, gut machbar ist [1].
In der multizentrischen einarmigen Phase-II-Studie MARTA wurde im nächsten Schritt untersucht, inwieweit sich die Wirksamkeit dieser Therapie an Hand des progressionsfreien Überlebens nach einem Jahr ablesen lässt.
Ein erfolgreicher Antrag bei der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung machte die Umsetzung mit Unterstützung des ZKS möglich.
Im Zeitraum zwischen November 2017 und September 2020 wurden 51 Patienten rekrutiert. Die progressionsfreie Überlebensrate nach 12 Monaten betrug fast 60% (58.8%; 95% Konfidenzintervall 44·1-70·9%), die Überlebensrate nach 12 Monaten betrug 62.7% (48.0 – 74.4%). Die Ergebnisse konnten hochrangig publiziert werden [2].
Auf der Basis dieser Ergebnisse konnte ein erfolgreicher Antrag im BMBF-Programm ‘Dekade Gegen Krebs’ gestellt werden.
Dies ermöglicht nun, den Vergleich der neuen Therapie mit der bisherigen Standard-Therapie in der großen randomisierten konfirmatorischen Studie PRIMA-CNS anzutreten [3].
Das ZKS freut sich, diese erfolgreiche Studie beginnend mit der Pilot-Studie MARiTA, begleitet zu haben und ist auch an der laufenden randomisierten Studie PRIMA-CNS beteiligt. Deren Ergebnisse könnte die Behandlung von älteren Patient*innen mit PCNSL und deren Prognose deutlich verbessern.
