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Wir überwinden Grenzen

Freiburg, 12.05.2020

Institut für Rechtsmedizin unter neuer Leitung

Zum 1. April 2020 hat Prof. Dr. Annette Thierauf-Emberger das Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Freiburg übernommen / Institut hat breites Tätigkeitsspektrum abseits klassischer Obduktionen

Prof. Dr. Annette Thierauf-Emberger (42) ist neue Ärztliche Direktorin des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Freiburg. Thierauf-Emberger hat an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Humanmedizin studiert und über Abbauprodukte von Alkohol promoviert. Nach Auslandsaufenthalten in Österreich, Australien und Irland arbeitete sie in der Rechtsmedizin der Universität Bonn und der Pathologie des Universitätsklinikums Dresden. Seit 2007 ist sie am Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Freiburg tätig und wurde 2011 zur forensischen Relevanz von Alkoholkonsummarkern habilitiert. Die Forschungs- und Tätigkeitsschwerpunkte des Instituts liegen in der forensischen Medizin, der forensischen Toxikologie und der forensischen Molekularbiologie.

Obduktionen, Drogentests, DNA-Analysen und Forschung

„Unser Arbeitsalltag besteht aus viel mehr als Obduktionen. Im ärztlichen Bereich untersuchen wir auch lebende Menschen, die Opfer einer Straftat geworden sind oder bei denen es dies abzuklären gilt“, sagt Thierauf-Emberger. In der forensischen Toxikologie werden Körperflüssigkeiten, aber auch sichergestellte Substanzen auf Betäubungsmittel, Gifte und Medikamente untersucht. Das Untersuchungsgut stammt beispielsweise aus polizeilichen Vorgängen, Justizvollzugsanstalten, aus der Fahreignungsbegutachtung oder auch klinikintern von Patienten zur Hirntoddiagnostik. Die forensische Molekularbiologie führt einerseits spurenkundliche Untersuchungen zum Abgleich von DNA-Spuren an einem Tatort mit möglichen Tätern durch, andererseits Abstammungsbegutachtungen, sogenannte Vaterschaftstests.

Thierauf-Embergers Forschungsschwerpunkt liegt in der forensischen Alkohologie. „Das ist ein breites Feld, das Fragen aus dem juristischen Spannungsfeld rund um den Alkohol im Körper bearbeitet“, sagt die Rechtsmedizinerin. „Wir haben dazu die Aussagekraft von verschiedenen Stoffwechselprodukten des Alkohols im Körper, Unterschiede im Stoffwechsel zwischen jungen und älteren Menschen und zuletzt die Alkoholverteilung am Wirkort des Alkohols, dem Gehirn, untersucht.“ Die Ergebnisse liefern Antworten, um die richtigen Tests zu entwickeln und Testergebnisse je nach Untersuchtem richtig zu bewerten. Diese gemeinsam mit der Abteilung Medizinphysik der Klinik für Radiologie am Universitätsklinikum Freiburg durchgeführten Untersuchungen sollen fortgesetzt werden, mit dem Fokus auf den Besonderheiten älterer Menschen.

Einfluss auf die Gesetzgebung

Die Forschung am Institut für Rechtsmedizin hatte in der jüngeren Vergangenheit auch immer wieder Einfluss auf die Gesetzgebung, beispielsweise  auf die Gestaltung und Verabschiedung des Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetzes (NpSG) oder bei der Ende vergangenen Jahres beschlossenen „erweiterten DNA-Analyse“, die über den spurenkundlichen Abgleich hinaus das Erheben von bestimmten Merkmalen aus DNA-Proben zulässt.

Kontakt
Prof. Dr. Annette Thierauf-Emberger
Ärztliche Direktorin
Institut für Rechtsmedizin
Universitätsklinikum Freiburg
0761 203-6836
annette.thierauf@uniklinik-freiburg.de

Bildunterschrift
Bild: Prof. Dr. Annette Thierauf-Emberger, Ärztliche Direktorin des Instituts für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Freiburg
Bildrechte: Universitätsklinikum Freiburg / Britt Schilling


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