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Freiburg, 13.04.2024

Große Notfallübung am Universitätsklinikum Freiburg

Am Universitätsklinikum Freiburg fand die bislang größte Notfallübung unter realitätsnahen Bedingungen statt / Beteiligung von Rettungsdiensten, Polizei, Feuerwehr und Klinikmitarbeiter*innen


Es ist eine Situation, die niemand erleben möchte: Ein Brand oder eine andere Krisensituation in einem Krankenhaus der Maximalversorgung stellt für alle Beteiligten eine große Herausforderung dar. Um für den Ernstfall gewappnet zu sein, fand am Samstag, 13. April unter der Koordination der Stabsstelle Katastrophenschutz des Universitätsklinikums Freiburg und des Amts für Brand- und Katastrophenschutz (ABK) die bisher größte Notfallübung auf dem Gelände des Universitätsklinikums statt. Um 10 Uhr wurde im Neubau der Kinder- und Jugendklinik ein fiktiver Feueralarm ausgelöst. Damit begann das Übungsszenario, an dem über 300 Personen beteiligt waren.

„Als der Feueralarm in zwei Patient*innenzimmern der neuen Kinder- und Jugendklinik aktiviert wurde, waren Feuerwehr und Rettungsdienst binnen weniger Minuten vor Ort. Gleichzeitig hat die Klinikeinsatzleitung zusammengefunden und ihre Arbeit – wie im Ernstfall – übernommen“, erklärt PD Dr. Thorsten Hammer, Leiter der Stabsstelle Katastrophenschutz, Risiko- und Gefahrenabwehr am Universitätsklinikum. Gemeinsam mit dem ABK, der Feuerwehr, den Rettungsdiensten und der Polizei haben er und sein Team diese Notfallübung seit Monaten geplant – akribisch bis ins letzte Detail und streng geheim.

Evakuierung erforderlich

Für die zuerst eintreffenden Verantwortlichen der Feuerwehr war schnell klar: Zwei Zimmer brennen, es gibt eine Reihe von zum Teil schwer brandverletzten und Rauchgas vergifteten Kindern und eine große Anzahl an Menschen, die schnellstmöglich aus dem Gebäude evakuiert werden müssen. „Eine Situation, die man nicht erleben möchte und die höchste Konzentration erfordert“, sagt Friedrich Koch vom Amt für Brand- und Katastrophenschutz. „Die Feuerwehr musste rund 50 Kinder und etliche weitere Schauspielpatient*innen durch komplett verrauchte Gänge evakuieren, auch laute Brandgeräusche waren zu hören.“ Das Szenario war professionell vorbereitet: Die Kinder, fast alle von Mitarbeiter*innen, im Alter zwischen fünf und 14 Jahren wurden im Vorfeld auf die Geschehnisse vorbereitet und am Übungstag von Maskenbildner*innen geschminkt: mit täuschend echten Brandverletzungen unterschiedlicher Schweregrade.

Hand in Hand wurden nach der Evakuierung die Verletzten an die Rettungsfahrzeuge vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) sowie den Maltesern übergeben und zur Übungsnotaufnahme ans Universitäts-Notfallzentrum gebracht. Bei dieser Großübung übernahm die untere Katastrophenschutzbehörde der Stadt Freiburg vertreten durch den Amtsleiter vom Dienst erstmals auf Basis einer „Außergewöhnlichen Einsatzlage“ nach dem Landeskatastrophenschutzgesetz die gesamtverantwortliche Einsatzleitung. Unter realitätsnahen Bedingungen konnten alle Beteiligten die Zusammenarbeit für den Ernstfall üben. So wurde beispielsweise eine Sammelstelle für Angehörige und für die Presse eingerichtet sowie gemeinsam mit der Technischen Einsatzleitung von Feuerwehr und Rettungsdienst die gesamte Logistik abgestimmt.

Im Vorfeld wusste niemand, was passieren würde, sondern es musste vor Ort mit den Gegebenheiten spontan agiert werden. 50 Expert*innen von Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei, Bundeswehr, THW und dem Universitätsklinikum beobachteten die Übung, um Vorschläge zur Weiterentwicklung machen zu können.

Zusammenarbeit üben, Erkenntnisse gewinnen

Um 12 Uhr wurde die Übung offiziell beendet. „Es war eine einmalige Chance, die noch nicht bezogene neue Kinder- und Jugendklinik für die bislang größte Notfallübung am Universitätsklinikum Freiburg zu nutzen“, sagt Professor Dr. Frederik Wenz, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums. „Es wurde alles minutiös geplant, es gab eine absolut realistische Situation und die Zusammenarbeit hat sehr gut funktioniert. Dafür möchte ich allen Beteiligten danken.“ Auch wenn dem Planungsteam die Schweißperlen nach Abschluss der Übung in den Gesichtern standen, so freut es sich, dass sich die Arbeit der letzten Monate gelohnt hat. „Wir haben viele wertvolle Erkenntnisse gewonnen, die wir jetzt gemeinsam mit allen Beteiligten auswerten werden. Diese Übung war wichtig, um wirklich optimal auf einen solchen Brandfall vorbereitet zu sein“, sagt Hammer.

„In der Kinder- und Jugendklinik werden bald Menschen versorgt, die im Notfall unseren besonderen Schutz brauchen. Um komplexe Infrastruktur zu sichern, müssen wir regelmäßig und gemeinsam üben“, sagt Oberbürgermeister Martin Horn. „Es ist gut zu wissen, dass wir uns auf unsere Rettungskräfte und unsere Partner jederzeit verlassen können.“

„Die heutige Übung hat gezeigt, wie wichtig das professionelle Zusammenarbeiten aller Rettung- und Hilfsorganisationen ist, um Situationen wie diese in der Uniklinik simuliert schnell lösen zu können. Deshalb gilt mein besonderer Dank allen Verantwortlichen, die vor Ort waren“, so Feuerwehrdezernent Stefan Breiter.

Lange Planung im Vorfeld

Damit die bislang größte Notfallübung auf dem Gelände des Universitätsklinikums so realitätsnah wie möglich ausfallen konnte, waren monatelange Vorbereitungen nötig. Es gab über 60 Termine sowie rund 40 Begehungen mit allen Schnittstellen aus dem Universitätsklinikum, dem ABK, der Feuerwehr, dem Rettungsdienst, dem Leitenden Notarzt Freiburg und der Polizei. Für jedes Schauspielkind wurde eine eigene Rolle definiert, inklusive einem individuellen Verletzungsmuster, beziehungsweise zusätzlich noch einer Grunderkrankung. Die Kinder wurden im Vorfeld eingeladen, um mit Atemschutzmasken der Feuerwehr und der Trage eines Rettungswagens vertraut gemacht zu werden. Außerdem haben sie bei einer Begehung die Örtlichkeiten der neuen Kinder- und Jugendklinik kennengelernt. Für alle Gruppen wie Übungsleiter*in, Rettungsdienst oder Drohnenpilot*in wurden Hand-Outs mit spezifischen Informationen erstellt.

Beteiligt waren: 80 Feuerwehrleute, 50 Mitarbeiter*innen aus dem Rettungsdienst, der Leitende Notarzt Freiburg, zwei Notärzt*innen, zehn Polizist*innen, 20 Mitarbeiter*innen (Pflegende und Ärzt*innen) aus der Kinder- und Jugendklinik, 50 Schauspielkinder, 30 Mimenschützer*innen, 20 Schauspielbesucher*innen, acht Maskenbildner*innen, 50 Beobachter*innen und 35 Ehrengäste.

Bildunterschrift 1: Täuschend echtes Szenario: Ein Arzt begleitet eine kleine Schauspielpatientin bei der Evakuierung aus der neuen Kinder- und Jugendklinik

Bildunterschrift 2: Im Foyer der neuen Kinder- und Jugendklinik wurde eine Sammelstelle für alle verletzten oder Rauchgas-vergifteten Personen eingerichtet

Bildunterschrift 3: Die Gänge wurden für die Übung komplett verraucht: Ein Feuerwehrmann trägt ein Schauspielkind aus der Kinder- und Jugendklinik

Bildrechte: Patrick Seeger/Stadt Freiburg



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