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Freiburg, 10.04.2026

11,4 Millionen Euro für zwei neue Forschungsgruppen in Freiburg

DFG fördert in Freiburg zwei Forschungsgruppen zu Herzfunktion und Adenoviren – mit neuen Perspektiven für Herzmedizin, Infektionsforschung und Therapiesicherheit


Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ab dem 1. Juli 2026 für vier Jahre zwei neue Forschungsgruppen unter Freiburger Leitung mit insgesamt 11,4 Millionen Euro. Bewilligt wurden die Forschungsgruppe FOR6051 „Das Interstitium – ein Schlüssel der Herzfunktion“ sowie die Forschungsgruppe FOR5898 „AdBHealth“ zur Erforschung von Adenoviren mit jeweils 5,7 Millionen Euro. Beide Projekte erforschen grundlegende biologische Prozesse mit dem Ziel, daraus konkrete Ansätze für die medizinische Praxis abzuleiten: FOR6051 fokussiert auf die Rolle des Gewebes zwischen den Herzmuskelzellen für die Herzfunktion und mögliche Ansätze zum Erhalt der Herzleistung. FOR5898 erforscht Adenoviren, um ihre Bedeutung für Erkrankungen sowie für die Sicherheit von Patient*innen genauer zu bestimmen.

„Dass die DFG gleich zwei neue Forschungsgruppen unter Freiburger Leitung bewilligt, ist ein herausragender Erfolg und ein starkes Zeichen für die Leistungsfähigkeit unserer Forschung“, sagt Prof. Dr. Lutz Hein, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg. „Die Themen reichen von zentralen Mechanismen der Herzfunktion bis zu Viren, die für Erkrankungen ebenso relevant sind wie für moderne Impfstoffe und Gentherapien.“

Gewebe zwischen den Zellen bislang wenig erforscht

Die Forschungsgruppe FOR6051 untersucht das Interstitium des Herzens – also das Gewebe zwischen den Herzmuskelzellen. Dieses Gewebe hat in der Forschung bislang deutlich weniger Aufmerksamkeit erhalten als Herzmuskelzellen, Blutgefäße oder das Nervensystem. Dabei verbindet es Zellen, Gefäße und Nerven miteinander und prägt, wie das Herz elektrisch und mechanisch arbeitet. Die Forschenden möchten untersuchen, welche Rolle das Interstitium für die Herzfunktion spielt und wie sich daraus neue Ansätze ableiten lassen, um die Herzleistung zu erhalten – etwa nach einem Herzinfarkt. 

„Das Gewebe zwischen den Herzmuskelzellen ist für die Arbeit des Herzens weit wichtiger, als bisher angenommen. Wir wollen verstehen, wie es Herzmuskelzellen, Blutgefäße und Nervensystem verbindet und dabei die Herzfunktion mitprägt. Daraus sollen neue Impulse für die Herzmedizin entstehen“, sagt Prof. Dr. Peter Kohl, Sprecher der Forschungsgruppe und Direktor des Instituts für Experimentelle Kardiovaskuläre Medizin am Universitätsklinikum Freiburg. „Ich freue mich besonders, dass unser Forschungsvorhaben die von der DFG eingesetzten unabhängigen Gutachtenden so deutlich überzeugt hat. Sie bewerten unseren Ansatz als innovativ und trauen ihm zu, die Herzforschung grundlegend zu verändern. Alle Teilprojekte der Forschungsgruppe wurden zudem von den Gutachtenden als zur internationalen Spitze gehörend eingestuft.

Adenoviren im Fokus von Infektionsforschung und Medizin

Die Forschungsgruppe FOR5898 „AdBHealth“ richtet den Blick auf Adenoviren. Diese Viren können Atemwegs- und Magen-Darm-Erkrankungen auslösen und bei immungeschwächten Patient*innen schwere Verläufe verursachen. Gleichzeitig werden sie in der modernen Medizin als Trägersysteme für Impfstoffe und Gentherapien eingesetzt. Trotz dieser doppelten Bedeutung sind viele grundlegende Eigenschaften von Adenoviren noch nicht ausreichend verstanden. Die Freiburger Forschungsgruppe möchte deshalb untersuchen, wie Adenoviren in Zellen eindringen, sich vermehren und wie das Immunsystem sowie Blutbestandteile auf sie reagieren. Dazu nutzen die Wissenschaftler*innen moderne 3D-Gewebemodelle, die menschliche Atemwege und Schleimhäute realitätsnah nachbilden.

„Adenoviren sind für uns aus zwei Gründen wichtig: als mögliche Krankheitserreger und als Werkzeug in der Medizin. Unser Ziel ist es, ihre Wechselwirkungen mit dem Körper so genau zu verstehen, dass daraus sowohl neue Ansätze gegen Infektionen als auch sicherere Anwendungen für Impfstoffe und Gentherapien entstehen“, sagt Prof. Dr. Sabrina Schreiner, Sprecherin der Forschungsgruppe und Professorin am Institut für Virologie des Universitätsklinikums Freiburg. 

Standortübergreifende Zusammenarbeit

An beiden Forschungsgruppen sind zahlreiche Partnerstandorte beteiligt. In der FOR6051 arbeiten 16 Wissenschaftler*innen aus Freiburg sowie Partner*innen aus Berlin, Karlsruhe, Göttingen, Würzburg und dem Saarland zusammen. Im Netzwerk „AdBHealth“ bringen Forschende aus Freiburg, Witten, Leipzig, Essen, Hannover, Hamburg, Lübeck und Greifswald ihre Expertise ein. Die enge Zusammenarbeit soll sicherstellen, dass Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung rasch in klinische Fragestellungen überführt werden.

 


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