Radar warnt bei Sturzgefahr im Klinikum
Am Universitätsklinikum Freiburg ist ein neues System im Einsatz, das Pflegefachpersonen unterstützt, riskante Situationen frühzeitig zu erkennen und gezielter zu helfen / Bewegungswahrnehmung erfolgt mittels Radar

Stürze gehören zu den häufigen Risiken im klinischen Alltag, oft mit weitreichenden Folgen. Umso wichtiger ist schnelle Hilfe, im besten Fall bevor es zum Sturz kommt. Um das kontinuierlich auch bei Patient*innen in den Zimmern zu gewährleisten, wurde am Universitätsklinikum Freiburg nun auf einigen Stationen ein digitales Mobilitäts-Monitoring eingeführt: Was optisch an einen Rauchmelder erinnert, ist in Wirklichkeit ein Sensor mit Radartechnologie. Das System analysiert Bewegungsmuster von Personen im Raum und kann den Pflegefachpersonen Warnhinweise geben, bevor es zu einem Sturz kommt.
„Mithilfe des Monitorings können wir die Bewegungsmuster und künftig auch weitere Vitalwerte der Patient*innen im Blick behalten. Durch einen Alarm werden Pflegefachpersonen gerufen, sobald das System einen möglichen Sturz wahrnimmt“, sagt Projektleiter Sven Ziegler. „Die Pflegefachpersonen legen individuell fest, bei welchen Bewegungen eine Benachrichtigung erfolgen soll. Bei Patient*innen mit erhöhtem Sturzrisiko kann bereits das Aufsetzen im Bett eine Meldung auslösen. Bei Menschen mit Demenz kann eine Benachrichtigung erfolgen, wenn sie das Zimmer verlassen. So kann das System an den jeweiligen Unterstützungsbedarf von Patient*innen angepasst werden.“
Anonyme Bewegungserkennung ohne Kamera oder Mikrofon
Das Mobilitäts-Monitoring arbeitet mit Radartechnologie und erfasst ausschließlich anonyme Bewegungspunkte im Raum, die mithilfe von künstlicher Intelligenz ausgewertet werden. Kameras oder Mikrofone kommen nicht zum Einsatz, wodurch die Privatsphäre der Patient*innen geschützt wird. Jeder Bewegungspunkt enthält Informationen über Haltung, Position und zukünftig sogar Körperfunktionen wie Herzschlag, Zittern oder Atmung. Auf dieser Grundlage erhalten Pflegefachpersonen in Echtzeit Auskunft darüber, ob sich Patient*innen im Bett aufsetzen, aufstehen oder das Zimmer verlassen. Die Hinweise werden über eine App auf den Dienst-Smartphones sowie über Computer am Pflegestützpunkt angezeigt.
„Die Medizin und Pflege der Zukunft werden zunehmend durch intelligente Technologien geprägt“, sagt Prof. Dr. Frederik Wenz, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Freiburg. „Entscheidend ist, dass wir diese Entwicklungen verantwortungsvoll nutzen, um die Versorgungsqualität weiter zu verbessern, die Patient*innensicherheit zu erhöhen und Mitarbeitende im klinischen Alltag sinnvoll zu unterstützen.“
Bildunterschrift: Mit einem Mobilitäts-Monitoring erhalten Pflegefachpersonen detaillierte Einblicke in Bewegungsdaten bei Patient*innen mit erhöhtem Sturzrisiko oder Demenz und können so schneller auf mögliche Gefahrensituationen reagieren.
Bildrechte: Universitätsklinikum Freiburg
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