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Freiburg, 19.05.2026

Universitätsklinikum Freiburg startet Projekt für vertrauenswürdige KI in der Versorgung

Künstliche Intelligenz soll Behandlungsqualität verbessern, Mitarbeitende entlasten und Schatten-KI vermeiden


Das Universitätsklinikum Freiburg will Künstliche Intelligenz noch stärker dort einsetzen, wo sie im klinischen Alltag messbaren Nutzen stiftet: für Patientinnen und Patienten, für Ärztinnen und Ärzte, für Pflegekräfte und für weitere Mitarbeitende in der Versorgung. KI soll dabei nicht als technischer Selbstzweck verstanden werden, sondern als Teil einer Gesamtstrategie für qualitätszentrierte universitäre Spitzenmedizin, Mitarbeitendenorientierung und Nachhaltigkeit.

Ziel ist es, digitale Unterstützung so in die klinischen Abläufe einzubetten, dass sie Versorgung sicherer macht, Zeitfresser reduziert und Mitarbeitenden mehr Raum für ihre eigentliche Aufgabe gibt: die Behandlung und Begleitung von Patientinnen und Patienten.

„Wir glauben daran, dass wir die Mitarbeitenden-Orientierung verbessern können, wenn wir ‚Zeitfresser‘ aus dem System nehmen und sich unsere Ärzte und unsere Pflegenden wieder mehr um die Patientinnen und Patienten kümmern können“, sagt Prof. Dr. Frederik Wenz, Leitender Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Freiburg. 

Auch für die Patientensicherheit formuliert das Universitätsklinikum klare Erwartungen. KI soll dazu beitragen, Qualität messbar zu verbessern, Unsicherheiten zu reduzieren und unbeabsichtigte Fehler zu vermeiden. „Die Einführung und die Ausweitung des Einsatzes der KI muss ganz klar messbare Vorteile, vor allem natürlich für die Patientinnen und Patienten und unseren Mitarbeitenden bringen“, so Prof. Wenz. 

Um diese Ziele sicher und wirksam zu erreichen, startet das Universitätsklinikum Freiburg ein Projekt mit der MEQO GmbH und der Prof. Valmed GmbH. Im Mittelpunkt steht die Verbindung einer workflow-nahen Orchestrierungsplattform mit einem als Medizinprodukt der Klasse IIb zugelassenen Clinical-Decision-Support-System. Dadurch soll verlässliches medizinisches Weltwissen direkt in konkrete klinische Arbeitsabläufe gebracht werden – etwa in Visite, Dokumentation, Anordnung und Entscheidungsunterstützung am Point of Care.

Ein zentrales Motiv ist dabei auch die Vermeidung sogenannter Schatten-KI. Das Universitätsklinikum setzt auf zertifizierte, integrierte und nachvollziehbar nutzbare KI, statt auf unkontrollierte Anwendungen außerhalb geregelter Versorgungsprozesse. Prof. Wenz betont: „Da, wo ich die Behandlung durchführe, da muss die KI praktisch voll integriert zur Verfügung stehen.“ 

Dr. Vera Roedel, CEO der Prof. Valmed GmbH, beschreibt die regulatorische Grundlage: „Prof. Valmed ist das erste Medizinprodukt der Klasse IIb, das als Clinical-Decision-Supportsystem zugelassen ist, also zur Therapie- und Diagnoseerleichterung bestimmt und auch in der Notaufnahme anzuwenden.“ Entscheidend sei neben der Zulassung vor allem die Einbettung in die Versorgung: „Integration ist wirklich das, was am Ende den Erfolg bringt, weil künstliche Intelligenz so ganz selbstverständlich in den Versorgungsalltag kommt.“ 

Die MEQO-Plattform bringt diese KI-Unterstützung in die individuellen Arbeitsabläufe der Mitarbeitenden. Agentenbasierte Versorgungsintelligenz soll relevante Hinweise, Empfehlungen und nächste Schritte genau dann verfügbar machen, wenn sie gebraucht werden – ohne Medienbruch und ohne zusätzlichen Systemwechsel.

„Das Wichtigste an dieser Kombination ist, dass vertrauenswürdige KI in die Arbeitsabläufe voll integriert ist“, sagt David Leuschner, Geschäftsführer der MEQO GmbH. „Wenn ich ein Medikament verordnen will oder wenn ich in der Visite bin, bekomme ich sofort meine Entscheidungsunterstützung – an der Stelle, wo ich sie gerade brauche.“ 

Mit dem Projekt setzt das Universitätsklinikum Freiburg ein klares Signal für die nächste Phase der Krankenhausdigitalisierung: Vertrauenswürdige KI wird dann zur echten Unterstützung, wenn sie zertifiziert, klinisch relevant und nahtlos in reale Versorgungsprozesse integriert ist – zum Nutzen der Patientinnen und Patienten und der Menschen, die täglich für ihre Versorgung verantwortlich sind.


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