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Freiburg, 31.07.2026

Freiburger Infektionsforscher in die Leopoldina aufgenommen

Prof. Dr. Philipp Henneke erhält wissenschaftliche Auszeichnung / Forschung zum Immunsystem im frühen Leben / Neue Ansätze gegen Infektionen


Prof. Dr. Philipp Henneke, Mitglied der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg und Ärztlicher Direktor des Instituts für Infektionsprävention und Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Freiburg, ist im Juni 2026 in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina aufgenommen worden. Er wurde in den Fachbereich Gynäkologie und Pädiatrie gewählt. Seine Forschung soll dazu beitragen, Infektionen bei Neugeborenen und Kindern besser zu verstehen und gezielter zu behandeln.

„Es ist eine große Auszeichnung für mich, in die Leopoldina aufgenommen zu werden. Sie bestärkt mich und mein Team darin, die Anpassung des Immunsystems zu Beginn des Lebens besser zu verstehen und so Kindern einen besseren Start zu ermöglichen“, sagt Henneke.

Die Plastizität des Immunsystems um die Geburt als Schlüssel für neonatale Gesundheit

Die Geburt bringt fundamentale Veränderungen in Bezug auf Nahrungsaufnahme, Lungenatmung und plötzliche Besiedelung der Körperoberflächen mit Mikroorganismen (Entwicklung des individuelle Mikrobioms) mit sich. Das stellt größte Anforderungen an die Anpassungsfähigkeit des Immunsystems des Neugeborenen dar. Infektionen in dieser Phase sind von besonderer Bedeutung für die lebenslange Gesundheit.  

Hennekes Team untersucht wie Makrophagen, auch als Immun-Fresszellen bezeichnet, genetische Programme und Umweltfaktoren zusammenführen, um sowohl Organwachstum und -entwicklung als auch die Abwehr krankmachender Erreger zu ermöglichen.  Dabei erforscht die Arbeitsgruppe systemübergreifend wie sich Makrophagen in verschiedenen Organen wie Haut, Lunge, Darm, Leber und Gehirn wie sich Zellen auf Veränderungen von Umweltbedingungen vorbereiten und anpassen. Die Rolle von frühkindlichen Infektionen sind dabei von besonderer Bedeutung. 

Aus dem vertieften Verständnis dieser Zusammenhänge können neue Ansätze entstehen, um Infektionen im frühen Leben zu verhindern oder zu behandeln, etwa zur Behandlung von Infektionen durch Mykobakterien oder Zytomegalieviren. 

Henneke ist assoziiertes Mitglied im Exzellenzcluster CIBSS – Centre for Integrative Biological Signalling Studies der Universität Freiburg  und seit 2023 Koordinator des Transregio (TRR) 359 „Perinatale Entwicklung der Immunzelltopologie (PILOT)“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). 

„Die Wahl von Philipp Henneke würdigt seine langjährige Forschung an der Schnittstelle von Immunologie, Infektionsmedizin und Kinderheilkunde“, sagt Prof. Dr. Lutz Hein, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg. „Die immunologische Forschung ist in Freiburg seit Jahrzehnten stark und wird durch seine Arbeiten im Bereich der Pädiatrie entscheidend erweitert.“

Wissenschaftliche Beratung für Politik und Gesellschaft

Die Leopoldina wurde 1652 gegründet und zählt zu den ältesten Wissenschaftsakademien der Welt. Als Nationale Akademie der Wissenschaften berät sie Politik und Gesellschaft zu wissenschaftlichen Fragen. Die Wahl zum Mitglied gilt als hohe wissenschaftliche Auszeichnung.

Bildunterschrift: Prof. Dr. Philipp Henneke wurde im Juni 2026 in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina aufgenommen.

Bildquelle: Universitätsklinikum Freiburg


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