15 Jahre Zentrum für Kinderschutz und Frühe Hilfen in Freiburg
Kinderschutz seit 2011 fest in der Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Freiburg verankert / Beratung, Diagnostik und Unterstützung aus einer Hand / Fachsymposium zu aktuellen Fragen des Kinderschutzes am 25. September
Das Zentrum für Kinderschutz und Frühe Hilfen (KiZ) der Kinder- und Jugendklinik am Universitätsklinikum Freiburg unterstützt seit 15 Jahren Kinder, Jugendliche und Familien bei Belastungen sowie bei Verdacht auf Vernachlässigung, Misshandlung oder sexualisierte Gewalt. Das interdisziplinäre Team aus Kinder- und Jugendärzt*innen, Kinderpflegefachpersonen, Psycholog*innen und Sozialarbeiter*innen ist direkt in die ambulante und stationäre Versorgung eingebunden und arbeitet eng mit niedergelassenen Kinderärzt*innen, Fachberatungsstellen und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe zusammen. Allein 2025 begleitete das KiZ 886 Kinder und ihre Familien. Anlässlich des Jubiläums findet am Freitag, 25. September 2026 ein Fachsymposium statt.
„Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, Kinder und Jugendliche in der Region in ihrer gesunden Entwicklung zu fördern und vor Gefahren durch Vernachlässigung, Misshandlung und sexualisierte Gewalt zu schützen. Mit dem Zentrum für Kinderschutz und Frühe Hilfen bieten wir einen Ort, an dem Kinder und Familien Unterstützung bekommen und Hinweise auf eine mögliche Gefährdung fachübergreifend eingeordnet werden können“, sagt Prof. Dr. Ute Spiekerkötter, Ärztliche Direktorin der Klinik für Allgemeine Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Freiburg.
Früh unterstützen und Gefährdungen sorgfältig abklären
Im Rahmen der Frühen Hilfen berät das KiZ Eltern von Säuglingen und Kleinkindern zur kindlichen Entwicklung, zum Bindungsaufbau und bei belastenden Situationen. Bei Bedarf vermittelt das Team wohnortnahe Unterstützungsangebote.
Werden bei einer ambulanten oder stationären Behandlung Hinweise auf eine Kindeswohlgefährdung bekannt, übernimmt das KiZ die weitere Abklärung gemeinsam mit dem Behandlungsteam. In der Kinderschutzambulanz werden unter anderem Verdachtsfälle von körperlicher Misshandlung, sexualisierter Gewalt oder schwerer Vernachlässigung untersucht. Im Jahr 2025 wurden 36 Prozent der untersuchten Kinder wegen des Verdachts auf körperliche Gewalt, 23 Prozent wegen des Verdachts auf sexualisierte Gewalt und 19 Prozent wegen des Verdachts auf Vernachlässigung untersucht.
„Wenn bei einem Kind Hinweise auf eine mögliche Gefährdung auffallen, führen wir medizinische Befunde, eigene Beobachtungen und Informationen über die Situation der Familie sorgfältig zusammen. Unser Ziel ist es, die Kinder verlässlich zu schützen. Dafür schätzen wir mögliche Risiken ein und bringen schnell passende Unterstützung auf den Weg“, sagt Dr. Constanze Ziesemer, die das KiZ als Ärztliche Leitung gemeinsam mit der Psychologischen Leitung Dr. Tanja Gölz führt.
Fachsymposium zum 15-jährigen Bestehen
Anlässlich des Jubiläums diskutieren am Freitag, 25. September 2026 Fachleute aus Kinder- und Jugendmedizin, Rechtsmedizin und forensischer Toxikologie, Kriminalpolizei und Jugendhilfe bei einem Fachsymposium aktuelle Fragen des Kinderschutzes. Themen sind unter anderem, welche Hinweise Urin, Haare oder auch Mekonium, das sogenannte Kindspech, auf Drogen und neue psychoaktive Substanzen geben können. Außerdem wird über die kindgerechte Untersuchung zwischen medizinischer Fürsorge und forensischer Beweissicherung diskutiert.
An dieser nicht-öffentlichen Fachveranstaltung können interessierte Medienvertreter*innen nach Anmeldung gerne teilnehmen. Auf Wunsch werden Expert*innen für Interviews vermittelt.
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