Ein Jahrzehnt Forschung und Entwicklung mit Herz
Seit zehn Jahren wird am Institut für Experimentelle Kardiovaskuläre Medizin im Universitäts-Herzzentrum das Herz vom Molekül bis zum Organ erforscht / Internationale Tagung zur Herzmedizin am 5. und 6. Oktober

Das menschliche Herz schlägt rund 100.000 Mal am Tag. Dabei müssen Milliarden Zellen ihr Verhalten aufeinander abstimmen und auf Belastung, Stress oder Krankheit reagieren. Wie diese Selbstregulation funktioniert, ist bis heute nicht vollständig verstanden. Genau daran forschen seit zehn Jahren Wissenschaftler*innen am Institut für Experimentelle Kardiovaskuläre Medizin (IEKM) des Universitätsklinikums Freiburg. Die Forscher*innen aus Medizin, Biologie, Technik und Theorie untersuchen das Herz vom einzelnen Molekül bis zum gesamten Organ. Das Jubiläum wird am Montag, 5. Oktober 2026 im Rahmen einer internationalen Konferenz in Freiburg gefeiert.
„Das Herz schlägt ein Leben lang, ohne dass wir darüber nachdenken müssen. Wie das Herz das schafft, verstehen wir heute besser, aber noch längst nicht vollständig“, sagt Prof. Dr. Peter Kohl, Direktor des Instituts für Experimentelle Kardiovaskuläre Medizin des Universitätsklinikums Freiburg. „Genau diese offenen Fragen treiben uns an. Denn manchmal beginnt der Weg zu einer neue Behandlung mit einer scheinbar simplen Frage: Warum funktioniert das eigentlich?“
Wenn unterschiedliche Perspektiven auf dasselbe Herz treffen
Das Institut ist bewusst nicht nach einzelnen Krankheiten organisiert. In fünf Forschungsbereichen arbeiten Wissenschaftler*innen mit unterschiedlichen Methoden zusammen. Sie entwickeln Instrumente, untersuchen einzelne Herzzellen, machen Strukturen des Herzens sichtbar und bilden biologische Vorgänge in Computermodellen ab.
In Zusammenarbeit, auch mit der forschenden Industrie, entstehen so Ideen für die Medizin. So wird am IEKM erforscht, wie elektrische Impulse Herzrhythmusstörungen gezielter behandeln könnten. Ein anderes Team entwickelt einen neuartigen Herzkatheter, mit dem gefährliche Rhythmusstörungen beim Wiederöffnen eines verschlossenen Herzkranzgefäßes verhindert werden sollen.
„Forschung ist dann besonders wertvoll, wenn sie neue Möglichkeiten für die Versorgung von Patient*innen eröffnet“, sagt Prof. Dr. Frederik Wenz, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Freiburg. „Das IEKM verbindet wissenschaftliche Neugier mit dem klaren Ziel, Herzmedizin weiterzuentwickeln – genau diese Nähe zwischen Labor und Klinik brauchen wir.“
In zehn Jahren haben Menschen aus 33 Ländern am IEKM gearbeitet oder studiert. Mehr als 365 wissenschaftliche Arbeiten sind bislang entstanden, über 30.000 Gewebeproben wurden für die Herz-Kreislauf-Forschung gesammelt, es wurden rund 22,5 Millionen Euro kompetitive Forschungsförderung eingeworben, nationale Forschnungsnetzwerke etabliert, sowie ein neuartiger einjähriger Masterstudiengang in Medical Sciences – Cardiovascular Research als Vorbereitungsjahr für eine Promotion in der kardiovaskulären Forschung eingerichtet.
„Wissenschaft beginnt mit Neugier und sie wird besonders produktiv, wenn Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven dieselbe Frage betrachten“, sagt Prof. Dr. Lutz Hein, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg. „Das IEKM hat dafür in Freiburg einen Ort geschaffen, an dem aus Ideen gemeinsam neue Wege für die Herzmedizin entstehen können.“
Die Jubiläumsveranstaltung beginnt am Montag, 5. Oktober 2026 um 16 Uhr in der Aula der Universität Freiburg. Sie ist Teil der internationalen Tagung „Cardiac Autoregulation 2026“ am 5. und 6. Oktober. Journalist*innen sind herzlich eingeladen, die Jubiläumsveranstaltung zu besuchen.
Bildunterschrift: Zahlreiche Wissenschaftler*innen erforschen seit zehn Jahren am Institut für Experimentelle Kardiovaskuläre Medizin des Universitätsklinikums Freiburg das Herz.
Bildquelle: Universitätsklinikum Freiburg/Britt Schilling
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