Worauf entzündete Augenlider hindeuten
Augenheilkunde(14.04.2026) Gerötete, juckende oder brennende Augenlider sind keine Seltenheit. Viele Betroffene haben das Gefühl, als läge ein Fremdkörper im Auge. Ein Experte erklärt, warum warme Tücher guttun, Kamille problematisch sein kann und wann ärztlicher Rat sinnvoll ist.
Die Augen brennen oder jucken, die Lidränder sind gerötet und häufig entsteht das Gefühl, als befände sich ein Fremdkörper „im Auge“. Halten diese Beschwerden länger an, kann eine chronische Lidrandentzündung (Blepharitis) vorliegen.

Wann künstliche Tränenflüssigkeit sinnvoll ist und wann nicht, sollte mit dem Arzt besprochen werden. © Knut Wiarda/fotolia
Eine Lidrandentzündung führt häufig zu trockenen Augen
Die Augen brennen oder jucken, die Lidränder sind gerötet und häufig entsteht das Gefühl, als befände sich ein Fremdkörper „im Auge“. Halten diese Beschwerden länger an, kann eine chronische Lidrandentzündung (Blepharitis) vorliegen.
„Eine Lidrandentzündung führt häufig zu trockenen Augen – und trockene Augen wiederum begünstigen Entzündungen. So verstärkt sich das Problem oft gegenseitig“, erklärt Prof. Dr. Thomas Reinhard, Ärztlicher Direktor der Klinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg.
Manche Betroffene bemerken nur gerötete Lidränder. Andere haben zusätzlich Schmerzen, verklebte Augen oder sehen schlechter. Spätestens dann sollte die Ursache augenärztlich abgeklärt werden.
Warum die Augenlider sich entzünden
Eine wichtige Rolle spielen die Meibom-Drüsen am Lidrand. Diese kleinen Talgdrüsen in den Lidrändern produzieren ein öliges Sekret, das den Tränenfilm stabil hält und das Auge vor dem Austrocknen schützt.
Wird zu wenig oder ein verändertes Sekret gebildet, verdunstet der Tränenfilm schneller. Die Augen werden trocken, gereizt und anfälliger für Entzündungen.
Auch Bakterien können dabei eine Rolle spielen. Sie siedeln sich leichter an gereizten Lidrändern an und können die Beschwerden verstärken. Ist das Sekret zu dickflüssig, können Drüsen verstopfen. Dann kann sich ein Hagelkorn bilden.
Ob auch Demodex-Milben eine Lidrandentzündung mitverursachen, ist bislang nicht eindeutig geklärt. Die winzigen Milben kommen bei vielen Menschen an den Wimpern vor. „Wenn wir die Milben finden, zeigen wir sie den Patientinnen und Patienten unter dem Mikroskop. Das motiviert viele, die Augenhygiene ernster zu nehmen“, sagt Reinhard.
Was Betroffene selbst tun können
Eine konsequente Lidrandhygiene ist oft ein wichtiger Teil der Behandlung. Dazu gehören:
- täglich warme Kompressen oder eine Gelmaske für etwa zehn Minuten
- anschließend eine vorsichtige Massage der Lidränder
- austretendes Sekret mit einem sauberen Wattestäbchen entfernen
Wichtig ist: Diese Maßnahmen brauchen Geduld. Eine Besserung zeigt sich oft erst nach einigen Wochen.
Wann ärztlicher Rat sinnvoll ist
- Schmerzen
- Sehverschlechterung
- Beschwerden über längere Zeit
Wenn die Beschwerden anhalten, stärker werden oder Schmerzen und Sehverschlechterungen hinzukommen, sollte eine augenärztliche Praxis aufgesucht werden. Dort kann abgeklärt werden, ob zusätzlich entzündungshemmende Medikamente nötig sind.
Vorsicht bei Hausmitteln
Von Selbsttherapien rät Prof. Reinhard ab. „Durch eigenmächtige Antibiotika-Therapien entstehen oft Resistenzen. Und deren Behandlung ist viel aufwendiger“, warnt er.
Auch Hausmittel wie Kamille, selbst gemischte Kochsalzlösungen oder Essigspülungen sind keine gute Idee. Sie können das Auge zusätzlich reizen oder sogar schädigen.
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