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Fit trotz Rheuma

Rheumatologie

(28.11.2018) Rheumatische Erkrankungen kommen in mehr als hundert Varianten vor. Betroffen sind Ältere und manchmal selbst Säuglinge. Mit der richtigen Therapie lassen sich heute die Symptome erheblich lindern. Bei Kindern und Jugendlichen ist sogar Heilung möglich.

Wenn die Finger schmerzen, die Gelenke sich schlecht bewegen lassen und geschwollen sind, sprechen Laien oft von Rheuma. Doch dieser Begriff umfasst mehr als 100 Krankheiten mit unterschiedlichen Ursachen und Beschwerden (siehe Kasten auf Seite 20). Im engeren Sinne ist meist die rheumatoide Arthritis gemeint. Bei der chronisch-entzündlichen Erkrankung greift das Immunsystem körpereigene Strukturen an. „Voraussetzung ist vermutlich eine genetische Veranlagung, während als Auslöser Umwelteinflüsse wie Rauchen und wahrscheinlich auch bestimmte Infektionen in Frage kommen“, sagt Professor Dr. Reinhard Voll, Ärztlicher Direktor der Klinik für Rheumatologie und Klinische Immunologie am Universitätsklinikum Freiburg.

Geheilt werden kann die rheumatoide Arthritis bei Erwachsenen bislang zwar nicht, aber es gibt sehr effektive Therapien. © sebra / fotolia.de

Mehr als 500.000 Betroffene

Allein in Deutschland sind mehr als 500.000 Menschen von der chronischen Gelenkentzündung betroffen. Die kindliche Form wird als juvenile idiopathische Arthritis (JIA) bezeichnet. Mit rund 13.000 Betroffenen in Deutschland ist sie die häufigste Autoimmunerkrankung im Kindesalter.

„Früher hatten die meisten Kinder eine Odyssee an Arztbesuchen hinter sich, bevor sie beim Kinderrheumatologen die richtige Diagnose erhalten haben. Hier hat sich zum Glück einiges getan“, sagt Professor Dr. Markus Hufnagel, Oberarzt an der Klinik für Allgemeine Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Freiburg. „Denn gerade bei Kindern müssen wir früh in den Entzündungsprozess eingreifen, um die Chancen für eine Selbstheilung zu verbessern und langfristige Einschränkungen im Alltag zu verhindern.“

Neben den Gelenken schmerzen oft auch die Sehnenscheiden oder all- gemein der gesamte Bewegungsapparat. Die Beschwerden kommen in Schüben und werden im Laufe der Jahre schlimmer. Manchmal versteifen die Gelenke vollständig. Die Lebensqualität der Betroffenen ist oft deutlich eingeschränkt, bei fortgeschrittener Krankheit können viele ihren Alltag nicht mehr selbst- ständig meistern.

Ein Durchbruch in der Therapie

„Geheilt werden kann die rheumatoide Arthritis bei Erwachsenen bislang zwar nicht, aber es gibt sehr effektive Therapien“, erläutert Voll. „In den letzten Jahren sind viele neue Medikamente auf den Markt gekommen, die den Krankheitsverlauf oft sogar zum Stillstand bringen und die Zerstörung der betroffenen Gelenke aufhalten. So können wir die Lebensqualität der Betroffenen erheblich verbessern.“

Ein Durchbruch in der Therapie war die Entwicklung einer völlig neuen Medikamentenart vor etwa 15 Jahren. Spezielle Antikörper binden Entzündungsbotenstoffe und neutralisieren sie. Dadurch kann die Krankheit oft gestoppt oder sogar zurückgedrängt werden. Mittlerweile ist eine Reihe derartiger immuntherapeutischer Wirkstoffe im Einsatz. Obwohl die Therapie das Immunsystem zum Teil unterdrückt, ist das Infektionsrisiko meist nur relativ geringfügig erhöht. Trotzdem ist eine gute Gesundheitsprävention wesentlich, etwa mit aktivem Impfschutz.

Während die Medikamente lange Zeit ausschließlich durch Spritzen oder Infusionen verabreicht werden konnten, gibt es seit 2017 vergleichbar gut wirksame Arzneistoffe in Tablettenform. Diese Medikamente, sogenannte JAK-Inhibitoren, hemmen Entzündungssignale innerhalb der Zelle. „Das ist eine große Erleichterung im Alltag. Viele Betroffene führen unter der Therapie ein weitestgehend normales, langes Leben“, sagt Voll. Setzen die Patienten die Medikamente ab, kehren die Beschwerden jedoch meist zurück.

Bei Kindern ist Heilung möglich

Anders bei Kindern: Hier ist oftmals Heilung möglich. „Im Kindesalter kann die Entzündung durch Medikamente häufig so weit zurückgedrängt werden, dass eine Selbstheilung möglich wird. Kindliches Rheuma muss also nicht zwangsläufig ins Erwachsenenalter mitgenommen werden“, macht Hufnagel den Betroffenen Hoffnung.

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