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Wenn die Zähne bröckeln

Zahnheilkunde

(30.05.2018) Bei etwa jedem zehnten Kind verfärben sich die Zähne oder bröckeln sogar – trotz guter Pflege. Dahinter steckt oft eine Mineralisierungsstörung der Zähne. Eine Zahnärztin erklärt, wie eine Behandlung aussehen kann.

Trotz täglichem Zähneputzen und wenig Süßigkeiten haben einige Kinder mit kaputten Backenzähnen im Seitenzahnbereich zu kämpfen. Teilweise kommen die neuen Zähne schon zerstört aus dem Kiefer. Ärzte sprechen dann von einer Molaren-Inzisiven Hypomineralisation (MIH). „Richtig bekannt wurde die Zahnkrankheit erst Anfang der 2000er Jahre, obwohl es bereits in den 80er und 90er Jahren erste Aufzeichnungen dazu gab“, sagt Dr. Priska Fischer, Zahnärztin in der Klinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie des Universitätsklinikums Freiburg. Und es werden immer mehr Betroffene.

Eine Behandlung mit Fluoridlack kann die Zähne schützen. © RusN / istockphoto.com

Geschädigt sind meist die ersten bleibenden Backenzähne und die ersten bleibenden Schneidezähne. Der Zahnschmelz ist durch die geringe Mineralisierung so stark zerstört, dass der Zahn dadurch nicht genug geschützt ist und somit bröckeln kann. Vorbeugen kann man der Krankheit bislang nicht.

„Viele Eltern sind besorgt und fühlen sich schuldig, dass die Zähne ihrer Kinder so schlecht sind“, sagt Dr. Fischer und betont: „Es ist wichtig, dass man den Eltern die Schuldgefühle nimmt, sie gut aufklärt und berät.“

Fluoridlack kann helfen

Sobald Eltern bräunliche und beige Verfärbungen an den Zähnen ihrer Kinder erkennen und bemerken, dass diese porös sind, sollten sie umgehend mit ihrem Kind zum Zahnarzt gehen. Wichtig sei, die Zahnhygiene noch größer zu schreiben und den Zahnschmelz zu fluoridieren. Durch Fluoridlacke werden die Zähne geschützt. „Eine Versiegelung der seitlichen Grübchen sowie auf den Kauflächen ist eine weitere Methode, um die Zähne zu schützen“, betont Dr. Fischer. Des Weiteren ist eine regelmäßige Kontrolle sehr wichtig, um Karies zu verhindern. Viele Kinder, die unter MIH leiden, sind an den Zähnen extrem kälteempfindlich.

Bei einem höheren Schweregrad der Schmelzbildstörung können betroffene Zähne mittels Füllungstherapie oder Versorgung mit speziellen Kinderkronen behandelt werden. „Dies führt meist zu einer Linderung der Kälteempfindlichkeit“, sagt Dr. Fischer.

In Einzelfällen kann die Überempfindlichkeit allerdings so stark sein, dass eine örtliche Betäubung nicht wirkt und eine ambulante Behandlung nicht möglich ist. Dann bleibt als letzte Möglichkeit die Therapie der Zähne unter Vollnarkose.

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