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Wenn der Zahn beim Teetrinken schmerzt

Zahnheilkunde

(7.1.2020) Temperaturempfindliche Zähne können auf eine Entzündung der Zahnwurzel hindeuten. Dann ist eine Wurzelkanalbehandlung dringend nötig. Rechtzeitig begonnen, ist sie nicht schmerzhaft und der Zahn kann erhalten werden.

Starke Zahnschmerzen und eine erhöhte Wärme- und Kälteempfindlichkeit an den Zähnen können erste Warnzeichen für eine Entzündung des Zahnnervs sein. Vorausgegangen ist meist eine Schädigung des Zahns durch Kariesbakterien, die bis in den Zahnhals vorgedrungen sind. Die Wurzelkanalbehandlung stellt dann die letzte Möglichkeit dar, den Zahn zu erhalten und ist somit die einzige Alternative zu dessen Entfernung.

Eine Wurzelkanalbehandlung ist in den meisten Fällen nicht schmerzhaft. © VadimGuzhva / AdobeStock

„Früher gab es für die betroffenen Zähne keine Rettung. Sie mussten gezogen werden. Heute können wir sie mit einer Wurzelkanalbehandlung in den meisten Fällen erhalten“, sagt Professor Dr. Elmar Hellwig, Ärztlicher Direktor der Klinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie des Universitätsklinikums Freiburg. Dafür werden die eingedrungenen Bakterien mit speziellen Instrumenten und Spülungen entfernt. „Wichtig ist aber, dass die Betroffenen die Behandlung nicht zu lange hinauszögern“, erklärt der Zahnexperte.

Wie läuft eine Wurzelkanalbehandlung ab?

Zunächst erhält der Patient eine lokale Betäubung, so dass keine Schmerzen auftreten. Mit einem Tuch wird der Zahn zur Mundhöhle isoliert. Damit wird verhindert, dass einerseits Bakterien aus dem Speichel in den Zahn und andererseits Spülflüssigkeiten in den Rachen gelangen können. Dann wird für den Zugang zu den feinen Kanalstrukturen eine kleine Öffnung, meist in der Kaufläche des Zahnes, präpariert. Durch diese Öffnung wird entzündetes Gewebe entfernt und die Kanäle mit feinen Instrumenten und desinfizierenden Spüllösungen gereinigt. Nach gründlicher Reinigung werden die Kanäle mit einem biokompatiblen Material gefüllt, um zu verhindern, dass Bakterien das Kanalsystem wieder besiedeln und infizieren. Der Zugang wird mit einem Füllungsmaterial dicht verschlossen.

Schmerzhaft oder nicht?

„Eine Wurzelbehandlung ist mit der richtigen Betäubung meist nicht schmerzhaft“, so Hellwig. Im Gegenteil: Oft wird ein bestehender Schmerz durch die Behandlung beseitigt. In einigen Fällen kann der Zahn nach der Behandlung für kurze Zeit sensibel sein. Dem lässt sich aber durch Schmerzmittel gut gegenwirken.

Wie ist die Prognose von wurzelbehandelten Zähnen?

„In unkomplizierten Fällen reichen zwei Behandlungstermine aus, bis die Patienten wieder komplett beschwerdefrei sind“, sagt Hellwig. In einer solchen Situation liegt die Erfolgswahrscheinlichkeit bei bis zu 95 Prozent. Muss die Wurzelkanalfüllung erneuert werden oder ist der Fall aufgrund ungünstiger Voraussetzungen komplexer, wird die Erfolgsquote immer noch mit mehr als 80 Prozent angegeben.

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