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Intensivmedizin

(08.07.2021) Auf der Anästhesiologischen Intensivtherapiestation des Universitätsklinikums Freiburg werden Patient*innen in lebensbedrohlichen Zuständen behandelt. Ein Besuch bei Menschen – und Maschinen. 

Was für die meisten Menschen eine extreme Ausnahmesituation im Leben darstellt, ist für Emriye Gül Arbeitsalltag. Sie arbeitet auf der Anästhesiologischen Intensivtherapiestation AIT der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum Freiburg und pflegt Menschen mit schwersten Verletzungen, kritischen Infektionen, Organversagen oder eingeschränkter Lungenfunktion. Auf der AIT werden jährlich etwa 1.400 Patient*innen auf 14 Behandlungsplätzen rund um die Uhr überwacht und intensivmedizinisch versorgt.

Geräte helfen, lebensbedrohliche Zustände zu überbrücken. Ergänzt wird die intensivmedizinische Behandlung durch therapeutische Maßnahmen. @Britt Schilling / Universitätsklinikum Freiburg

Zwei davon betreut Gül in ihrer heutigen Schicht. Nach einer Übergabe am Bett durch die Kollegin begrüßt Gül den bettlägerigen und nicht ansprechbaren Herren. „Ich gehe immer davon aus, dass die Patient*innen mich verstehen“, begründet Gül ihre persönliche Ansprache. Jeden Schritt erklärt die Fachpflegerin für Intensiv- und Anästhesiepflege: „Ich würde das auch so wollen“. Sie verschafft sich einen Überblick über ihren Schützling: checkt Pupillen, horcht mit dem Stethoskop die Lunge ab, tastet mit den Händen, ob der Bauch verhärtet ist. Um den Patienten herum stehen Geräte zur Überwachung von Atmung, Puls, Herzfrequenz und Blutdruck. Über verschiedene Schläuche und Katheter wird der Mann beatmet, ernährt und mit Medikamenten versorgt. Ein Piepston zeigt den regelmäßigen Herzschlag, Sensoren prüfen permanent wichtige Körperfunktionen. Verändert sich ein Wert kritisch, ertönt ein Alarmton, damit das medizinische Personal im Ernstfall sofort reagieren kann. ob alle verordneten Medikamente in der korrekten Dosierung laufen und alles mit der Dokumentation der ersten Schicht übereinstimmt.

„Genau das Richtige für mich“

Gül entschied sich nach ihrer Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin schnell für eine Spezialisierung in der Intensivpflege. Ihre verantwortungsvolle Arbeit hat für sie nichts mit sterilen, piepsenden Apparaten und Verlaufslinien auf Monitoren zu tun: „Eine Intensivstation ist ein sehr spezieller Ort, medizinisch und technisch sehr komplex, aber vor allem nah am Menschen.“ Die Schicksale der Patient*innen gehen der Fachpflegerin auch nach vielen Jahren noch nahe, der regelmäßige Austausch mit ihren Kolleg*innen hilft: „Sie verstehen, was es bedeutet, in diesem Beruf zu arbeiten. Das erleichtert vieles.“

Bei der Visite stehen Ärzt*innen, Medizinstudierende im Praktischen Jahr und Gül um den Patienten im Kreis und besprechen Diagnose sowie Behandlungsmöglichkeiten. Ein Tagesziel wird gesteckt: Das kann die Mobilisierung eines bettlägerigen Patienten, eine neue Medikamenteneinstellung gegen die Schmerzen oder das Extubieren des bislang beatmeten Patienten sein. Die Intensivstation ist für Patient*innen und Angehörige eine ungewohnte Umgebung, die irritierend und beängstigend wirken kann. „Ich kann ein Bindeglied zwischen Ärzt*innen, Patient*innen und Angehörigen sein“, sagt Gül, denn sie und ihre Kolleg*innen sehen die Patient*innen über den gesamten Tag und haben Entwicklungen im Blick. 

Lebensqualität zurückgeben

Genesen Menschen mit lebensbedrohlichen Erkrankungen und verlassen die Intensivstation, ist das für alle Beteiligten ein Erfolgserlebnis. „Wenn bei uns alles Hand in Hand läuft, Pflege, Therapeut*innen und Ärzt*innen zusammen für den Patienten da sind – dann hatte ich einen guten Arbeitstag“, sagt Gül. Zwar ist sie nach mehr als 15 Jahren auf der Intensivstation ein Pflegeprofi, ausruhen will sie sich jedoch nicht. Momentan absolviert sie ein Studium in Pflegewissenschaften. Wohin es damit geht? Das weiß die Fachpflegerin noch nicht: „Ich möchte einfach mehr wissen!“

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