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Wir überwinden Grenzen

Für das Leben pflegen

Intensivmedizin

Die Gesundheits- und Krankenpfleger betreuen auf der Anästhesiologischen Intensivpflegestation, kurz AIT, Patienten mit sehr unterschiedlichen Erkrankungen. © Universitätsklinikum Freiburg

(20.04.2017) Ein schwerer Unfall, eine große Operation oder eine Grippe-Infektion, die besonders schwer verläuft: Patienten mit lebensbedrohlichen Erkrankungen werden am Universitätsklinikum Freiburg oft auf der Anästhesiologischen Intensivtherapiestation (AIT) der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin behandelt. Anna Mathis arbeitet dort seit eineinhalb Jahren als Gesundheits- und Krankenpflegerin, ihr Kollege Vincent von Heynitz ist bereits seit elf Jahren im Einsatz auf der AIT. Im Interview berichten die beiden Pflegekräfte von ihrem Arbeitsalltag auf der Intensivstation und was diesen so besonders macht.

Im Fokus: Frau Mathis, Sie arbeiten seit eineinhalb Jahren auf der AIT. Wie war der Start für Sie?
Anna Mathis:
Ich habe von Anfang an von den Erfahrungen der Älteren profitiert, die mir viele Tipps gegeben haben. Die Arbeit auf der AIT ist sehr vielfältig, da wir Patienten mit sehr unterschiedlichen Erkrankungen betreuen. Da gibt es jeden Tag etwas Neues zu lernen.

Wie können sich Außenstehende Ihren Arbeitsalltag vorstellen?
Anna Mathis:
Bei Patienten auf unserer Intensivtherapie-Station kann sich der Zustand stündlich ändern, da müssen wir sehr schnell reagieren können. Deshalb betreut jeder Pflegende pro Schicht nur etwa zwei bis drei Patienten. Wie auf anderen Stationen auch, arbeiten wir in drei Schichten. Die Frühschicht beginnt um 6.45 Uhr, die Spätschicht kommt um 14 Uhr und die Kolleginnen und Kollegen der Nachschicht fangen um 21.30 Uhr an. Zu Beginn jeder Schicht wird besprochen, wie es den einzelnen Patienten geht, welche Therapien sie bekommen haben und was am Tag ansteht. Danach werden wir den Patienten zugeteilt.
Vincent von Heynitz: Ob die Patienten bei Bewusstsein sind oder nicht, macht für unsere Pflege keinen großen Unterschied. Wir sprechen sie an und erklären ihnen, was an diesem Tag geplant ist. Morgens waschen wir die Patienten, eventuell werden neue Verbände angelegt und wir bereiten sie für Untersuchungen oder Behandlungen, wie Röntgenuntersuchungen, Physio- oder Ergotherapie vor. Weil den Patienten oft nur durch den Einsatz modernster Medizintechnik geholfen werden kann, sorgen wir auch dafür, dass alle Geräte einwandfrei funktionieren.  

„Viele kommen nach ihrer Genesung noch mal bei uns vorbei und bedanken sich. Es ist schön zu sehen, dass es ihnen wieder richtig gut geht.“

Vincent von Heynitz

Was ist für Sie das Besondere an der Arbeit auf der AIT?
Vincent von Heynitz:
Es ist ein sehr gutes Gefühl, wenn man eine Perspektive sieht, einen Menschen beispielsweise nach einem Unfall wieder vollständig heilen und gesund pflegen zu können. Auch bei Transplantationspatienten, denen ein neues Leben geschenkt wird, oder bei Grippe-Patienten, deren Krankheit einen schweren Verlauf hat, und die nach langem Aufenthalt wieder gesund werden; all dies macht den Alltag auf Station sehr besonders. Viele kommen nach ihrer Genesung noch mal bei uns vorbei und bedanken sich. Es ist dann schön zu sehen, dass es ihnen wieder richtig gut geht.

Anna Mathis: Wir betreuen Patienten aller Fachdisziplinen; vom Einjährigen bis zum Hochbetagten, das macht die Arbeit jedes Mal aufs Neue spannend. Auf der AIT ziehen wir alle an einem Strang und es ist immer wieder ein schönes Erlebnis, wenn die Arbeit im Team reibungslos funktioniert und es ein gutes Miteinander gibt. Das ist sehr zufriedenstellend.  

Warum haben Sie sich beide für diese Station entschieden?
Vincent von Heynitz:
Ich hatte vor 15 Jahren einen Einsatz als Krankenpflegeschüler auf der AIT. Das war ein einschneidendes Erlebnis, denn die Professionalität hat mich sehr beeindruckt. Die Kolleginnen und Kollegen waren alle sehr nett und kompetent und ich wollte unbedingt auch als Gesundheits- und Krankenpfleger auf dieser Station arbeiten. Nach meiner Ausbildung bin ich wieder zur AIT zurückgekehrt. Es arbeiten teilweise immer noch Kollegen von früher hier, das ist toll. Vor zehn Jahren habe ich meine Weiterbildung beendet und arbeite seitdem auf der AIT.
Anna Mathis: Ich habe zuvor Soziale Arbeit studiert und während meines  Studiums in der Pflege mitgearbeitet. Da habe ich gemerkt, dass das genau das Richtige für mich ist.

Was sollte man als Gesundheits- und Krankenpfleger auf jeden Fall mitbringen, wenn man auf der AIT arbeiten möchte?
Anna Mathis:
Freundlichkeit, Offenheit, Humor und Respekt gegenüber Patienten und dem Team sind ganz wichtig! Auch immer wieder Neues hinzulernen zu wollen und für neue Therapieverfahren offen zu sein, gehört dazu. Stressresistent und kritikfähig sollte man auch sein. Ein großer Vorteil bei uns auf der AIT ist, dass man prozentual arbeiten kann, von 25 bis zu 100 Prozent. Als Gesundheits- und Krankenpfleger bekommt man ein solides Gehalt und mit seiner Arbeit kann man etwas Sinnvolles für die Menschen bewirken.
Vincent von Heynitz:
Dem stimme ich zu. Empfehlenswert ist es auch, vorher ein paar Wochen Praktikum auf der Station zu machen, um einfach den Arbeitsalltag hautnah mitzuerleben.  

Weitere Informationen:

Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin

Akademie für Medizinische Berufe

(FK)

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