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Wenn das Pinkeln zur Qual wird

Urologie

(06.07.2017) Müssen Männer ständig aufs Klo, liegt das oft an einer vergrößerten Prostata. Abhilfe kann die operative Behandlung schaffen. Ein besonders schonendes Verfahren wurde kürzlich am Universitätsklinikum Freiburg entwickelt.

Jeder zweite Mann über 50 Jahren kennt das unangenehme Gefühl: das Wasserlassen fällt schwer und trotz häufiger Gänge aufs Klo bleibt manchmal der Eindruck, dass die Blase nie richtig leer ist. Auch Harnwegsinfekte können auftreten. Meist ist eine gutartige Vergrößerung der Prostata  die Ursache. Diese kann mittlerweile gut operativ behandelt werden. Durch eine Weiterentwicklung von Professor Dr. Arkadiusz Miernik, Leiter der Sektion Urotechnologie der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Freiburg, ist nun eine der modernsten Methoden noch sicherer. „Der von uns durchgeführte Eingriff dauert halb so lange wie die bisherige Standard-Methode zur Prostata-Verkleinerung und Komplikationen wie eine Nachblutung sind tendenziell seltener als bei anderen operativen Eingriffen zur Behebung der Prostatavergrößerung“, fasst Professor Miernik zusammen.

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, liegt direkt unterhalb der Blase und umgibt die Harnröhre. Sie ist wesentlich an der Bildung der Samenflüssigkeit beteiligt. Ist die Prostata vergrößert, drückt sie auf Harnröhre und Blase. Dadurch fließt der Harn schlechter ab.

Behandlungszeitpunkt hängt allein vom Patienten ab

Die Urologen am Universitätsklinikum Freiburg setzen dafür auf die „Holmium Laser Enukleation der Prostata“, kurz HoLEP. Unter Vollnarkose wird über die Harnröhre ein Lasersystem bis zur Prostata vorgeschoben. Bei der klassischen HoLEP wird dann das Gewebe mit dem Laser in meistens drei Teile zerschnitten, die über die Harnröhre entfernt werden. Doch aufgrund der komplexen Operationstechnik und Handhabung des, ist der Eingriff schwer zu erlernen. Dadurch besteht das Restrisiko von Komplikationen, insbesondere am Anfang der Lernkurve.

Mann sitzt mit heruntergelassener Hose auf dem Klo.

Das Gefühl, ständig aufs Klo zu müssen, quält viele Männer mit gutartig vergrößerter Prostata. Eine Operation kann helfen. © princeoflove/fotolia.de

Dank einer Weiterentwicklung der Methode durch Professor Miernik lässt sich dieses Risiko weiter minimieren. Statt in mehreren Teil en wird die Prostata an einem Stück vom umgebenden Gewebe herausgelöst. Die optimierte Technik wird am Universitätsklinikum Freiburg seit über einem Jahr allen Patienten mit gutartig vergrößerter Prostata angeboten. Der richtige Zeitpunkt für eine chirurgische Behandlung ist sehr individuell. Sie sollte dann erfolgen, wenn der Betroffene stark unter den Symptomen leidet und keine andere Therapie mehr in Frage kommt“, rät Professor Miernik.​

Von der offenen Operation zum minimal-invasiven Eingriff

Bereits seit den 1950er-Jahren wird eine gutartige Prostatavergrößerung behandelt, anfangs in einer offenen Operation. Doch die Fortschritte in der Operationstechnik sind enorm. „Vor 30 Jahren musste ein Patient nach der Operation zwei Wochen im Krankenhaus bleiben und die Komplikationen waren nicht unerheblich. Würde heute der Sohn dieses Patienten bei uns behandelt, kann er das Krankenhaus in der Regel nach zwei bis drei Tagen verlassen und ist wahrscheinlich langfristig beschwerdefrei“, sagt Professor Miernik.

Weitere Informationen:

Prostatazentrum des Universitätsklinikums Freiburg

Erfindergeist hilft Blase und Prostata Artikel über eine Reihe von Entwicklungen der Sektion Urotechnologie

Präziser Blick in die Harnblase Pressemitteilung zu neuer 3D-Bildgebung, mit der die Diagnostik und Therapie bei Blasenkrebs verbessert werden soll

(JF)

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