Forschungs- und Entwicklungseinheit am DIGIZ
Digitale Innovationen für die Medizin von morgenDie diagnostische und therapeutische Forschungs- und Entwicklungseinheit des Digitalen Innovationszentrums (DIGIZ) am Universitätsklinikum Freiburg schafft die Voraussetzungen, um neue Technologien gezielt für die medizinische Versorgung weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt stehen die Verbindung von klinischer Expertise, wissenschaftlicher Forschung und industrieller Entwicklung sowie die Überführung technologischer Innovationen in die praktische Anwendung.
Durch die enge Zusammenarbeit des Universitätsklinikums Freiburg mit Siemens Healthineers, Start-ups und weiteren Partnern entsteht eine Forschungsumgebung, in der neue diagnostische und therapeutische Verfahren interdisziplinär entwickelt, erprobt und wissenschaftlich bewertet werden können. Die unmittelbare Anbindung an die klinische Versorgung ermöglicht es, medizinische Fragestellungen frühzeitig in Forschungs- und Entwicklungsprozesse einzubringen und neue Ansätze unter realen klinischen Bedingungen weiterzuentwickeln.

Von der technologischen Innovation zur klinischen Anwendung
Eine zentrale Aufgabe der Forschungs- und Entwicklungseinheit ist es, die Lücke zwischen technologischer Entwicklung und medizinischer Anwendung zu schließen. Dafür werden wissenschaftliche Erkenntnisse, moderne Medizintechnik und klinische Erfahrung systematisch miteinander verknüpft. Neue Technologien sollen nicht isoliert entwickelt, sondern von Beginn an im Hinblick auf ihren konkreten Nutzen für Diagnostik, Therapie und Patientenversorgung betrachtet werden.
Das DIGIZ verfolgt dabei einen Ansatz, der unterschiedliche Fachdisziplinen und Akteure des Gesundheitswesens zusammenführt. Die räumliche Nähe von klinischer Versorgung, Forschung und Industrie fördert den direkten Austausch und schafft die Grundlage für gemeinsame Entwicklungsprojekte. So können innovative Verfahren gezielt weiterentwickelt und ihre Voraussetzungen für den Einsatz in der medizinischen Praxis untersucht werden.
Forschungsschwerpunkte
Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten konzentrieren sich auf digitale Technologien und innovative medizintechnische Verfahren, die neue Möglichkeiten für eine präzisere Diagnostik und individualisierte Therapie eröffnen. Zu den vorgesehenen Schwerpunkten gehören:
- Künstliche Intelligenz und Präzisionsmedizin: Entwicklung und Anwendung datenbasierter Analyseverfahren, um medizinische Informationen besser auszuwerten und diagnostische sowie therapeutische Entscheidungen zu unterstützen.
- Moderne Bildgebung: Weiterentwicklung innovativer bildgebender Verfahren, darunter Niederfeld-Magnetresonanztomographie, Hyperpolarisationsbildgebung und Photon-Counting-Computertomographie.
- Präzisionsstrahlentherapie: Erforschung von Ansätzen, die eine genauere Planung und Anpassung von Strahlentherapien ermöglichen und gesundes Gewebe möglichst schonen.
- Digitale Gesundheitsdaten und der digitale Zwilling: Zusammenführung und Modellierung unterschiedlicher medizinischer Daten, um komplexe Zusammenhänge besser zu verstehen und neue Ansätze für Früherkennung, Prävention und Therapieoptimierung zu entwickeln.
Die Themenfelder sind eng miteinander verknüpft. Ihr Potenzial entfaltet sich insbesondere dann, wenn moderne Bildgebung, klinische Daten und intelligente Analyseverfahren gemeinsam betrachtet werden.
Der digitale Zwilling als übergreifender Forschungsansatz
Ein wichtiger Entwicklungsschwerpunkt des DIGIZ ist die Erschließung und Verknüpfung unterschiedlicher Gesundheitsdaten für die Entwicklung eines digitalen Zwillings. Hierfür sollen beispielsweise radiologische Bilddaten, Laborwerte, Biomarker und weitere klinische Informationen in multimodalen Datenmodellen zusammengeführt werden.
Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und lernenden Algorithmen sollen diese Daten genutzt werden, um individuelle Gesundheitszustände differenzierter abzubilden und neue Erkenntnisse für Diagnostik, Prävention und Therapie zu gewinnen. Perspektivisch können solche Modelle dazu beitragen, Krankheitsrisiken früher zu erkennen und Behandlungsentscheidungen stärker an den individuellen Voraussetzungen von Patient*innen auszurichten.
Gemeinsam entwickeln, schneller in die Versorgung überführen
Die Forschungs- und Entwicklungseinheit ist als Schnittstelle zwischen Universitätsmedizin, Wissenschaft und Industrie angelegt. Neben gemeinsamen Forschungsprojekten bietet sie eine Infrastruktur, in der neue Technologien und Verfahren weiterentwickelt und ihre Anwendbarkeit in der klinischen Praxis untersucht werden können.
Zugleich schafft das DIGIZ Anknüpfungspunkte für Start-ups, kleine und mittlere Unternehmen sowie weitere Medizintechnik- und Technologiepartner. Damit verbindet die Forschungs- und Entwicklungseinheit wissenschaftlichen Fortschritt mit der Perspektive einer wirtschaftlichen Nutzung und trägt dazu bei, den Innovations- und Gesundheitsstandort Freiburg nachhaltig zu stärken.
Das Ziel: Technologische Innovationen sollen nicht bei der Forschung stehen bleiben, sondern ihren Weg in die medizinische Versorgung finden – zum Nutzen von Patient*innen und als Impuls für die Weiterentwicklung der digitalen Medizin.
Project Management Office
Medical Center – University of Freiburg
Center for Diagnostic and
Therapeutic Radiology
Department of Radiology
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