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Abteilung InfektiologieKlinik für Innere Medizin II

Nachrichten

World TB Day

Ein Jahr stationär in Freiburg - ein Jahr ambulante Therapie in Mumbai

Am 24. März ist Welttuberkulosetag. Dass der 27-jährige Inder Ajeet Karat* diesen Tag noch erlebt, gleicht einem Wunder. Im Januar 2012 wird Karat in das Freiburger Universitätsklinikum mit dem Verdacht auf Tuberkulose aufgenommen, und aufgrund schneller Diagnostik ist in wenigen Tagen klar, dass er eine besonders schwer zu behandelnde Form der Tuberkulose (MDR-TB mit zusätzlicher Fluorchinolon-Resistenz) hat. Zu diesem Zeitpunkt wird Karat schon auf der Intensivstation behandelt, muss beatmet und künstlich ernährt werden. Die Überlebenschancen tendieren aufgrund der problematischen Beatmungstherapie und der Komplexität der Infektion gegen Null. Die Freiburger Infektionsmediziner leiten eine äußerst komplexe Behandlung mit nebenwirkungsträchtigen Medikamenten ein und führen diese konsequent durch, bis Karat die Intensivzeit den Vorhersagen zum Trotz überlebt.

Ab Mai 2012 wird Karat ohne Beatmungsmaschine auf der Infektionsstation des Freiburger Universitätsklinikums weiterbehandelt, zu diesem Zeitpunkt waren die Erreger noch nicht abgetötet. Karat kann schließlich mit dem aktuellsten Tuberkulose-Medikament Bedaquiline (erstes Tuberkulose-Medikament seit 40 Jahren) therapiert und die komplexe Behandlung damit zugleich wirksamer und verträglicher gestaltet werden. Bedaquiline befindet sich zu dieser Zeit noch im "expanded-access-Status", ist also noch nicht offiziell zugelassen, noch nicht auf dem Markt frei verfügbar. Nur mit einer Ausnahmegenehmigung darf das Medikament am Freiburger Universitätsklinikum verwendet werden. Doch der Einsatz lohnt sich, die Erreger werden abgetötet - Bedaquiline rettet Ajeet Karat das Leben.

Am 1. Januar 2013 ist es schließlich soweit. Karat fliegt mit einem Linien-Flug unter Sicherheitsauflagen zurück in seine Heimat nach Mumbai, wo die Behandlung fortgesetzt werden soll. Sein betreuender Arzt ist Dr. Zarir Udwadia, ein weltweit anerkannter Fachmann auf diesem Gebiet.

15 Monate später, im März 2014 nach mehr als 24 Monaten medikamentöser Therapie, kommt aus Indien die erleichternde Botschaft, dass Karat geheilt ist. Die Therapie, die am Freiburger Universitätsklinikum ihren Anfang nahm und sich bis nach Mumbai erstreckte, war somit erfolgreich und erforderte einen geduldigen Patienten, einen vorbildlichen und hilfreichen Arbeitgeber, der täglich indisches Essen brachte, ein funktionierendes Gesundheitssystem, eingehende infektiologische Expertise, einfühlsame und aufopfernde pflegerische Betreuung, mutige Abteilungsleiter, die auch finanzielle Risiken in Kauf nahmen, intensivmedizinische Kompetenz und eine internationale Kooperation über Kontinente hinweg.

(*Name geändert)

Zum dritten Mal findet das ABS-Expertennetzwerktreffen in Freiburg statt.  Rund 75 ABS-Experten aus dem gesamten Bundesgebiet werden zu neuen Fragen und Ergebnissen bezüglich rationaler Antiinfektivaverordnung diskutieren. Die Veranstaltung wird wie im letzten Jahr von der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI) und dem Verband Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) gefördert.

Eine Reihe von Fachgesellschaften in der Infektionsmedizin hat eine Arbeitsgemeinschaft gegründet (A-FIM): DGHM - Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie, GfV - Gesellschaft für Virologie, DGI - Deutsche Gesellschaft für Infektiologie, DGPI - Deutsche Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie, DTG - Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit, DAIG - Deutsche AIDS-Gesellschaft, PEG - Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie. Nach Professor Heesemann, München, ist nun der Infektiologe Professor Kern, Freiburg, zum Sprecher gewählt worden. Sein Stellvertreter ist der Virologe Prof. Thomas Mertens, Ulm.

Es ist perfekt! Heute wurden die Verträge für die Beteiligung des Universitätsklinikums Freiburg im Forschungskonsortium „New Drugs for Bad Bugs“ (ND4BB) des sechsten Aufrufes der „Innovative Medicines Initiative“ (IMI) der Europäischen Union unterschrieben. Die Infektiologie Freiburg ist damit vertreten in diesem Programm und wird in den nächsten Jahren die Suche nach neuen Substanzen zur Bekämpfung von mehrfach resistenten Gram-negativen Bakterien unterstützen. Mehr Informationen erhalten Sie hier: www.imi.europa.eu/content/mission.

Nach seiner bisherigen Mitgliedschaft als außerordentliches Mitglied ist Professor Kern nun vom Präsidenten der Bundesärztekammer als ordentliches Mitglied in die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) für die Wahlperiode 2012-2014 berufen worden. Die AkdÄ ist ein wissenschaftlicher Fachausschuss der Bundesärztekammer und vermittelt Ärztinnen und Ärzten gesichertes Wissen für eine rationale und sichere Arzneimitteltherapie.

Zum zweiten Mal findet das ABS-Expertennetzwerktreffen in Freiburg statt. Am 15. Und 16.11.2012 werden rund 75 ABS-Experten zu neuen Fragen und Ergebnissen bezüglich rationaler Antiinfektivaverordnung diskutieren. Die Veranstaltung wird von der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI) und dem Verband Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) gefördert.

Am 9.November 2012 führen das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zusammen mit der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e.V. (PEG) und der Infektiologie Freiburg in Berlin ein interdisziplinäres Symposium anlässlich des European Antibiotic Awareness Day durch.

Bei dem neu gegründeten Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), ein BMBF-geförderter Zusammenschluss forschungsaktiver Zentren in Deutschland unter Führung des Helmholtz-Zentrums, sind zwei Freiburger Satellitenprojekte genehmigt worden. Prof. Winfried V. Kern, Infektiologie, und Prof. Bodo Grimbacher, Immunologie, waren mit ihren Projektanträgen erfolgreich und werden die kommenden drei Jahre im Exzellenzzentrum vertreten sein.

Im Rahmen der Änderung des Infektionsschutzgesetzes 2011 hat das Bundesministerium für Gesundheit den Auftrag erhalten, eine neue Kommission „Antibiotikaresistenz und -therapie“ einzurichten. Diese Kommission – eine notwendige und sinnvolle Ergänzung zur „KRINKO“ und „STIKO“ – wird in Kooperation und in Abstimmung mit den Fachgesellschaften und mit Unterstützung durch das Robert-Koch-Institut Strategien für eine rationale Antiinfektivaverordnung entwerfen und Leitlinien in dieser Richtung unterstützen.

Als Gemeinschaftsaktivität der Deutschen AIDS-Gesellschaft (DAIG), der niedergelassenen Ärzte in der Versorgung von Patienten mit HIV/AIDS und anderen chronischen Infektionen (DAGNÄ) und der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI) hat die Akademie für Infektionsmedizin e.V. (Berlin) ihre Arbeit aufgenommen. Die Akademie wird spezifische Fortbildung organisieren und zertifizieren. Wissenschaftlicher Leiter ist Professor Gerd Fätkenheuer, Köln. Im Vorstand 2012-2014 mitvertreten sind Professor Kern, Freiburg, Professor Stellbrink, Hamburg, und Dr. Klauke, Frankfurt.

Das Dr. von Hauner´sche Kinderspital, Universität München/Klinikum Innenstadt, hat Professor Johannes Hübner, Infektiologie Freiburg, zum Leiter der Pädiatrischen Infektiologie berufen. Professor Hübner, Mikrobiologe und Pädiater, wird eine Reihe von Forschungsprojekten zunächst weiter in Freiburg betreuen. Frühere Leiter der Münchner pädiatrischen Infektiologie waren Walter Marget, Dieter Adam und Bernd Belohradsky.

Eine Reihe von Fachgesellschaften in der Infektionsmedizin hat eine Arbeitsgemeinschaft gegründet (A-FIM): DGHM - Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie, GfV - Gesellschaft für Virologie, DGI - Deutsche Gesellschaft für Infektiologie, DGPI - Deutsche Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie, DTG - Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit, DAIG - Deutsche AIDS-Gesellschaft, PEG - Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie. Sprecher der A-FIM sind Professor Heesemann, München, und Professor Kern, Freiburg

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) fördert im Zusammenhang mit der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART) eine Fortbildungsinitiative zu ABS und zu nosokomialer Infektionsprävention (NIP) unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI) bzw. Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM).

Diese ABS-/NIP-Fortbildungsinitiative soll die Qualität im Bereich ABS und NIP in deutschen Akutkrankenhäusern verbessern – durch eingehende Schulung von ärztlichem Personal und von Apothekern, speziell auch aus Kliniken mit fehlenden einschlägigen Fachärzten (Infektiologie, Mikrobiologie, Krankenhaushygiene). Ziel ist es, ABS-/NIP-Fortbildung und -Umsetzung in ein Qualitätsmanagementsystem zu integrieren und für Krankenhäuser nachhaltig attraktiv zu machen.

Weitere Informationen zu dieser Fortbildungsinitiative finden Sie hier: www.antibiotic-stewardship.de.

Die Mitglieder des TB-NETs (www.tb-net.org) haben Dirk Wagner in einer Briefwahl mit Mehrheit zum Repräsentanten für "Infektionen mit Nicht-tuberkulöse Mykobakterien" im Steering-Committee des TB-NETs gewählt. Das Mandat beträgt drei Jahre. Weitere Informationen auch unter www.ntm-net.org

Die DGI unterstützt eine neue Initiative zur Verbesserung der Infektionsprävention, Infektionstherapie und Infektionsforschung bei Hyposplenie/Asplenie (funktionslose bzw. fehlende Milz). In Zusammenarbeit mit anderen Fachgesellschaften wurde im Auftrag der DGI ein Asplenie-Notfall-Pass entwickelt sowie eine Informationsplattform im Internet eingerichtet. Die Pässe werden Betroffenen bzw. deren Ärzten kostenlos zur Verfügung gestellt. Die DGI-Sektion Sepsisforschung/Infektionsimmunologie und die Freiburger Zentren für Chronische Immundefizienz und für Infektiologie und Reisemedizin planen zusammen mit der Deutschen Sepsis-Gesellschaft auch Forschungsarbeiten zum Thema Hyposplenie/Asplenie.

Weitere Informationen erhalten Sie unter http://asplenie-net.org/notfallpass/

Bei den aktuellen Wahlen zum Vorstand der Europäischen Gesellschaft für Klinische Mikrobiologie und Infektiologie (ESCMID) wurde Winfried Kern als einer von zwei neu zu wählenden Vertretern der Infektiologie gewählt. Das Mandat beträgt vier Jahre. Neben Kern wurde Robert Read, Sheffield, als Infektiologe wiedergewählt. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.escmid.org

Die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) veranstaltete ihre Jahrestagung in Freiburg, in der Alten Universität, vom 12. bis 14. März 2009. Auf dem Programm standen in erster Linie wissensachfatliche Beiträge aus den Sektionen der DGI, aber auch Symposien mit Übersichtsreferaten zu verschiedenen Themen. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.dgi-net.de

COST, die Abkürzung steht für "Coopération européenne dans le domaine de la recherche scientifique et technique", bildet seit 1971 einen Kooperationsrahmen, in dem sich europäische Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Unternehmen zusammenschließen, um an der Realisierung von gemeinsamen Forschungsvorhaben in den Bereichen Grundlagenforschung, Forschung auf vorwettbewerblicher Ebene und Forschung von öffentlichem Interesse zu arbeiten.

Der COST-Antrag "ATENS" "Antibiotic Transport and Efflux", bei der die Arbeitsgruppe um Prof. Winfried Kern von der Infektiologie Freiburg beteiligt ist, wurde jetzt genehmigt. Prof. Kern wurde zusammen mit Prof. Winterhalter (Jacobs-Universität Bremen) als deutscher Repräsentant nomiert.

Prof. Hübner ist am 27.9. in das Gremium zur Begutachtung von Forschungsanträgen im Rahmen des 7. Rahmenprogramms der Europäischen Union (cordis.europa.eu/fp7/home_en.html) berufen worden. Das 7. Rahmenprogramm hat eine Laufzeit von 7 Jahren und vergibt insgesamt mehr als 32 Milliarden Euro. Der mikrobiologisch/infektiologische Schwerpunkt der Gutachtertätigkeit wird im Bereich antimikrobielle Resistenzen sowie der Epidemiologie von multiresistenten Erregern liegen.

Professor Winfried V. Kern wurde im Sommer in das Educational Committee der European Society of Clinical Microbiology and Infectious Diseases (ESCMID) berufen. Er wurde jetzt zum Mitglied im ESCMID Professional Affairs Advisory Board ernannt. Kern hat dafür sein bisheriges Amt als Sekretär der Sektion Infektionskrankheiten des Europäischen Berufsverbands für Fachärzte (UEMS [www.uems.net]) zur Verfügung gestellt. Als Nachfolger wird ab 2008 Frau Professor Adriana Vince, Zagreb, diese Aufgaben übernehmen.

Professor Winfried V. Kern wurde in den Ausschuss der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM, www.dgim.de) berufen. Kern ist seit einigen Jahren in der DGIM-Kommission Qualitätssicherung aktiv.

TB-NET ist ein Netzwerk klinischer Tuberkuloseforscher in Europa mit dem Ziel, klinisch orientierte Forschung auf dem Gebiet der Tuberkulose durch Austausch und Entwicklung von Ideen und Forschungsprotokollen unter den Mitgliedern des Netzwerks zu fördern. Die Infektiologie Freiburg ist durch PD Dr. Dirk Wagner in diesem Netzwerk vertreten. Weitere Informationen unter www.tb-net.org.

TropNetEurope (European Network on Imported Infectious Disease Surveillance) ist ein elektronisches Netzwerk europäischer klinischer Partner, bei denen Patienten mit importierten Infektionserkrankungen behandelt werden. Das Netzwerk ist so angelegt, daß aufkommende ("emerging") Infektionen mit potentieller regionalen, nationalen oder globalen Bedeutung frühzeitig und effektiv erkannt werden können. Weitere Informationen unter www.tropnet.net.

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